Die Wahre Geschichte der Woche: Operette

Ausgewählt von Klara JägerDie Wahre Geschichte der Woche: Operette

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: OperetteFoto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Klara Jäger:

Auch wenn ich in Nürnberg geboren bin, so habe ich doch dank meiner Mutter rheinische Wurzeln. Für das Studium zog es mich dann nach Köln und seit dieser Zeit ist mir diese Stadt ganz besonders ans Herz gewachsen. Unter anderem, weil die oft klischeemäßig bemühte „rheinische Lebensfreude“ dort sehr gelebt wird.

So hat mich auch diese Wahre Geschichte der Woche besonders angesprochen. Denn sie beginnt in Köln und handelt von einem Komponisten, der durch seine rheinische Lebensfreude gleich ein ganz neues Genre geschaffen hat: Jaques Offenbach.

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Keine ernste und schwere Musik

Ihm ist die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt worden: denn sein Vater war der Kantor, Komponist und Dichter Isaac Juda Eberst.  So lernte Jaques Offenbach mit sechs Jahren Geige, kurz darauf Cello und mit 14 Jahren wurde ihm eine ganz besondere Ehre zuteil: er wurde am Pariser Konservatorium aufgenommen. 

Doch auch wenn er den Traum vieler angehender Komponisten lebte, Jaques Offenbach hatte sich das Ganze anders vorgestellt.  Er wollte keine ernsten, schweren Stücke erstellen, sondern seinen rheinischen Frohsinn ausleben und sehnte sich ans Theater, wo er zuvor immer mal wieder musiziert hatte. So verließ er nach einem knappen Jahr freiwillig das Institut und arbeitete als Cellist in der Opera Comique in Paris. Nebenher komponierte er nach Lust und Laune und feierte mit seinen Stücken erste Erfolge.

Eine ganz neue Gattung

Die große Chance kam aber mit der Pariser Weltausstellung 1855. Zu deren Anlass bekam er ein Theaterprivileg, d.h. er durfte in einem eigenen Theater kleine Stücke aufführen. Am Eröffnungsabend wurde „Die beiden Blinden“ gespielt und feierten einen rauschenden Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr und es folgten internationale Bühnenerfolge. Kein Wunder: war es doch das erste Mal, dass es eine Art Gesellschaftssatire für das Musiktheater gab.

Durch den bis dahin ungewohnten Mix aus Instrumentalmusik, Gesang und gesprochenen Dialogen hatte Jaques Offenbach ein neues Genre geschaffen, sozusagen „die kleine Schwester der Oper“: die Operette.

Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht, den eigenen Weg zu gehen und einmal mehr zeigt: Um neue Wege zu gehen, muss man alte Pfade verlassen. Und das darf durchaus mit viel Vergnügen passieren.

Herzliche Grüße

Ihre Klara Jäger

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