Dinosaurier singen Opernarien in der Hauptstadt

OpeROAR begeistert Passanten und FansDinosaurier singen Opernarien in der Hauptstadt

Dinosaurier, die Arien singen - klingt unglaublich, kann man aber aktuell immer wieder in Parks in Berlin sehen: möglich macht es das Projekt “OpeROAR”: dafür schlüpfen Opersängerinnen ins Dino-Kostüm

Dinosaurier singen Opernarien in der HauptstadtFoto: OpeROAR

Urzeit trifft Neuzeit

Eine davon ist die Mezzosopranistin Rose Taylor. Sie hatte die Idee zu dem OpeROAR: "Ich leite hier in Berlin musikalische Früherziehungskurse und die Kinder lieben Dinos und wir singen in den Kursen auch viele Dinolieder. Da hab ich mir gedacht, es wäre doch cool, wenn wir auf der Straße im Dinokostüm singen würden."

Singen in Dinogestalt

Das Kostüm ist, entgegen etwaiger Vorstellungen, anscheinend sehr bequem und weit, erklärt Rose Taylor. Allerdings wird es darunter wirklich schnell heiß, vor allem jetzt im Sommer: "Wir können wirklich nur 20 Minuten am Stück singen, danach brauchen wir eine Pause. Außerdem müssen wir viel Wasser trinken".  Insgesamt bleiben die Sängerinnen meist um die zwei Stunden an Ort und Stelle. 

Kleines Sichtfeld

Als Dino muss man auch schauen, wohin man tritt - denn das Sichtfenster der Kostüme ist klein. So warnen sich die Sängerinnen gegenseitig, wenn Kinder sehr nahe kommen oder Hindernisse im Weg stehen.  Mit dem Ton gibt es dafür keine Probleme: die Kostüme sind so dünn, dass er sich von alleine seinen Weg heraus bahnt. 

Interaktion mit der Polizei

Manchmal müssen die Sängerinnen auch mit der Polizei reden: "Um zu gucken, wo wir singen dürfen. Bisher sind die immer sehr sehr nett und sagen, wo wir singen dürfen und wo nicht und manchmal schauen sie auch zu. Das ist sehr cool", berichtet Rose Taylor mit einem Lächeln. 

Gemeinsamkeiten zum "normalen" Auftritt

Für ihre Dino-Auftritte bereiten sich die Opernsängerinnen ähnlich vor, wie auf einen Auftritt im Opernhaus, erklärt Rose Taylor: "Wir müssen die Arien, die wir als Solo singen, üben und dann die Duette zusammen." Darüber hinaus besprechen sie sich aber, wo am Wochenende die Aufritte stattfinden werden und posten die Location dann rechtzeitig auf Instagram, damit Follower und Interessierte wissen, wo sie hinkommen müssen. 

Band statt Orchester

Anders als bei "normalen" Shows ist natürlich der Klang - denn der kommt vom Band, nicht vom Orchester: "Jetzt müssen wir dem Song folgen, normalerweise arbeitet der Sänger zusammen mit dem Dirigenten, dann folgt das Orchester. Da hat man dann natürlich mehr Freiheit. "

Die singenden Dinos in Aktion

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Begeisterte Resonanz

Die Resonanz auf die singenden Dinos ist jedenfalls riesig: "Sobald wir aus der Tür gehen, sehen wir so viele Menschen lächeln, es ist unglaublich schön", beschreibt Rose Taylor. "Die Zuschauer lieben es einfach, sie haben so viel Spaß damit. Was lustig ist, sie fragen immer, ob wir tatsächlich richtig singen." 

Zugabe für eine Person

Sie erinnert sich ganz besonders gerne an ein Erlebnis in den letzten Wochen: nach einem langen Aufritt leerte sich der Park allmählich. Doch eine Dame blieb sitzen, so als würde sie eine weitere Zugabe erwarten. Die Sängerinnen überlegen nicht lange und singen noch ein Lied - nur für sie. Die Frau ist berührt und glücklich und lächelt die ganze Zeit über. "Wir meinen, dass der Einzelne zählt. Allein, wenn wir eine Person erreichen, ist das sehr schön", so Rose Taylor. 

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