Ein Projekt gegen den Krieg und für den Frieden

Musik gegen den KriegEin Projekt gegen den Krieg und für den Frieden

Der Cellist Eduard Resatsch hat ein Stück geschrieben, in dem er die Schrecken des Krieges verarbeitet, aber auch Hoffnung vermittelt.

Ein Projekt gegen den Krieg und für den FriedenFoto: Eduard Resatsch

Realität in Tönen

Manchmal schafft es Musik, Dinge auszudrücken, die mit Worten nicht zu fassen sind. Der gebürtige Ukrainer und Cellist Eduard Resatsch komponierte unmittelbar nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine ein Werk, in dem er den Schmerz seiner Landsleute widerspiegeln wollte. Mit dem viereinhalbminütigen Stück „UKRAINA – den Opfern des Krieges“ möchte er die Welt noch einmal mehr auf die schreckliche Situation aufmerksam machen und um Hilfe bitten. „Für mich war es ein starkes Bedürfnis, diese grausame Realität in Tönen festzuhalten“, erzählt der Musiker der Bamberger Symphoniker im Gespräch mit Klassik Radio.

Frieden ist nicht selbstverständlich

Die Familie des Cellisten lebt noch immer in der Ukraine: „Ich bin im ständigen Kontakt mit meiner Familie und meinen Freunden, die in der Ukraine geblieben sind. […] Es ist entsetzlich und schrecklich.“ Mit seiner Musik möchte Resatsch vor allem Werte vermitteln und verhindern, dass die Menschen das Schicksal seines Heimatlandes aus den Augen verlieren oder gar vergessen: „Ausschlaggeben für mein Stück waren die Begriffe ‚Freiheit‘ und ‚Frieden‘. Ich wollte den Menschen ins Gedächtnis rufen, wie wertvoll und nicht selbstverständlich der Frieden ist. Wir müssen uns immer wieder dafür einsetzten.“

Ich bin fest davon überzeugt, dass Musik viele Menschen erreichen kann, manchmal sogar mehr als Worte und Bilder.

Brutalität und Hoffnung

In seinem Stück verarbeitet der Komponist mehrere verschiedene Elemente. Neben der Grausamkeit des Krieges versucht er auch Hoffnung zu vermitteln. „Wir hören ein Gebet, das leise gesummt wird. Es soll Frauen und Kinder im Keller betend darstellen. […] Es sind auch Elemente der russischen und europäischen Hymne zu hören. Am Ende des Werkes steht die ukrainische Hymne als Hoffnungsschimmer“, beschreibt der Künstler seine Musik. Trotz dieser Hoffnung wird im Stück nichts verschönert, ganz im Gegenteil, Eduard Resatsch wählte bewusst den Weg des Schockierens und der schonungslosen Ehrlichkeit: „In dem Stück wollte ich auch nackte Brutalität auf die Bühne bringen. Damit will ich verdeutlichen, wie sinnlos und hässlich der Krieg ist.“

Ein weiteres Zeichen der Solidarität der Bamberger Symphoniker

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Musik ist immer Realität

Der Cellist vertritt die Meinung, dass jede Künstlerin und jeder Künstler sich gegen den Krieg positionieren sollte. Für ihn kann Musik und Kunst nicht von der Realität abgekoppelt werden: „Ich bin der Meinung, dass die Kunst und die Musik sich mit der Realität auseinandersetzen. Wer das Theater bombardiert, greift auch direkt die Kunst an.“

Sein Weg der Aufklärung zeigt Erfolg und findet weltweit Anerkennung. „Ich bin sehr dankbar, dass das gemeinsame Projekt mit der deutschen Orchestervereinigung so positiv aufgenommen wird. Es ist ein Projekt gegen den Krieg und für den Frieden.“ Das Notenmaterial zu UKRAINA stellt er für alle Musikerinnen und Musiker weltweit kostenlos zur Verfügung. Der Musiker erhofft sich dabei, dass noch mehr Leute seinen Appell hören und seine Gefühle übermittelt bekommen: „Mit meiner Musik will ich die Menschen wachrütteln und sie spüren lassen, dass der Krieg sinnlos ist. Wir sind alle Opfer dieses Kriegs.“

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Kaffeehausmusik – für eine Atmosphäre zum Wohlfühlen
Gemütliches Kaffeehaus in dem Musik läuft.

Wissenswertes: Musik & Entspannung
Kaffeehausmusik – für eine Atmosphäre zum Wohlfühlen

Kaffeehausmusik erleben – gemütliche Melodien und sanfte Rhythmen bereichern Ihren Tag und schaffen überall eine einzigartige Wohlfühlatmosphäre. Mit dem Musiksender von Klassik Radio Plus genießen Sie Cozy Coffeehouse rund um die Uhr und ganz ohne Werbung. In diesem Artikel finden Sie Tipps und Empfehlungen für die ideale Musik zum Kaffeegenuss.

Klassik Radio Plus jetzt auf Ihrem Smart TV
Klassik Radio Plus jetzt auf Ihrem Smart TV

Klassik Radio Plus jetzt auf Ihrem Smart TV

Unser Streamingdienst Klassik Radio Plus ist jetzt auch als Smart TV App verfügbar – und zum Start gibt es für alle Premium‑Kunden den Video‑Mitschnitt von „Klassik Radio Live in Concert 2025“ exklusiv zum Streamen. So wird Ihr Wohnzimmer im wahrsten Sinne zum Konzertsaal.

Jahrhundertpianistin Martha Argerich - das scheue Wunderkind
Martha Argerich

Zum 85. Geburtstag
Jahrhundertpianistin Martha Argerich - das scheue Wunderkind

Sie gilt als eine der größten Pianistinnen aller Zeiten, gewann die wichtigsten Wettbewerbe der Welt und spielte Generationen von Musikern an die Wand. Doch Martha Argerich wollte nie ein Star sein. Zum 85. Geburtstag der argentinischen Ausnahmekünstlerin blicken wir auf ein Leben zwischen Genie, Zweifel und einer Karriere, die längst Musikgeschichte geschrieben hat.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national