Handy an - im Konzertsaal?

Handy an - im Konzertsaal?

Bei Popkonzerten ist es schon immer so: Smartphones gehören genauso zum Konzerterlebnis dazu wie das Publikum selbst. Jetzt möchte das City of Birmingham Symphony Orchestra die Handys auch im klassischen Konzertsaal erlauben.

Konzert mit HandyaufnahmeFoto: Chrixxi/stock.adobe.com

Das City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) startete diese Woche die neue Konzertsaison – jedoch mit einer entscheidenden Änderung: Ab sofort ist es in allen Konzerten erlaubt, Fotos und kurze Videos zu machen. Handys müssen also nicht mehr ausgeschaltet in der Tasche liegen, sondern werden Teil des Konzerterlebnisses. Dadurch erhoffen sich die Veranstalter, ein jüngeres Publikum für klassische Konzerte begeistern zu können und damit den Altersdurchschnitt im Konzertsaal zu senken.

Die Meinungen über das moderne Denken des CSBOs spalten sich jedoch. Viele möchten an der alten Tradition festhalten und finden, dass Smartphones einfach nicht zur klassischen Musik dazugehören. Auch Musiker sehen die Wendung kritisch: Bereits Mitte April stoppte der Tenorsolist Ian Bostridge sein Konzert, weil ihn die Smartphones im Publikum einfach zu sehr ablenkten. Auch die Orchestermitglieder sprechen sich für einen lediglich dezenten Umgang des Publikums mit den Handys aus. Dennoch ist klar, dass das CBSO hier progressiv denkt und darüber nachdenkt, wie klassische Konzerte auch in Zukunft bestehen können. Und vielleicht löst das ja das schwindende Konzertinteresse der Gesellschaft?

Wie sehen Sie das?

Valeska Baader / 05.05.2024

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Hits, Herzklopfen und Weihnachtszauber: Bachs Oratorium begeistert seit 300 Jahren
Johann Sebastian Bach, Gemälde von Gebel

Hits, Herzklopfen und Weihnachtszauber: Bachs Oratorium begeistert seit 300 Jahren

Weihnachten ohne Musik von Bach? Kaum vorstellbar. Doch das Weihnachtsoratorium ist viel mehr als alte Kirchenmusik: ein clever komponiertes Meisterwerk, voller großer Gefühle, überraschender Momente – und ein echter Hit seiner Zeit. Erfahrt in diesem Artikel, wie Bach Geschichten erzählte, Melodien recycelte und ein Werk schuf, das bis heute verzaubert.

Vom Biedermeier zur großen Bühnenkunst - Wie „Hänsel und Gretel“ zur Weihnachtsoper wurde
Hänsel und Gretel Comicversion

Vom Biedermeier zur großen Bühnenkunst - Wie „Hänsel und Gretel“ zur Weihnachtsoper wurde

Bevor Engelbert Humperdinck Hänsel und Gretel zur berühmtesten Märchenoper der Musikgeschichte machte, war der Stoff bereits auf deutschen Bühnen zu Hause. Doch erst seine Version verwandelte das Grimmsche Märchen in ein Werk von zeitloser Tiefe. Warum gerade diese Oper überlebte, was sich über die Jahrzehnte verändert hat und wie Humperdinck sich sein Werk selbst dachte – ein Blick hinter die Kulissen und zu hören am 4. Advent bei Klassik Radio.

Ho Ho Houston! Wie „Jingle Bells“ das erste Lied im Weltraum wurde
NASA-Raumstation Gemini 7

Vor 60 Jahren
Ho Ho Houston! Wie „Jingle Bells“ das erste Lied im Weltraum wurde

Am 16. Dezember 1965, hoch über der Erde, erlaubten sich zwei NASA-Astronauten einen kleinen Scherz – und schrieben ganz nebenbei Musikgeschichte. Mit Glöckchen, Mundharmonika und einer gehörigen Portion Humor schenkten sie der Welt ein Weihnachtslied aus dem Orbit. Eine kleine Geschichte über den vielleicht ungewöhnlichsten Weihnachtsgruß überhaupt.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national