Hightech am Taktstock: Roboter dirigiert Dresdner Sinfoniker

Hightech am Taktstock: Roboter dirigiert Dresdner Sinfoniker

Im Oktober 2024 erwartet Besucher der Dresdner Sinfoniker ein außergewöhnliches Spektakel: Anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums lassen sich die Musiker im Festspielhaus Hellerau von einem Roboter dirigieren.

Roboter-DirigentFoto: ©[Kanchanit]/stock.adobe.com

Überraschender Wechsel am Dirigentenpult

Was zunächst wie ein Science-Fiction-Szenario klingt, wird bald Realität. Zunächst wird, wie gewöhnlich, der menschliche Dirigent Michael Helmrath das Orchester leiten, nur um nach einer Pause den Taktstock an die maschinelle Dirigentin „MAiRA Pro S“ zu übergeben. Dieses technische Wunderwerk, ausgestattet mit drei voll beweglichen Armen, wurde in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden entwickelt. Mit einem Datenhandschuh wurden der Roboter-Dame im Vorfeld die korrekten Bewegungen beigebracht, die dann gespeichert und präzise ausgeführt werden. Besonders eindrucksvoll soll sich das im Stück „#kreuzknoten“ von Wieland Reissmann zeigen: Dieses ist aufgrund seiner komplexen, sich überkreuzenden Tempi von einem menschlichen Dirigenten nahezu unmöglich zu meistern.

Kreative Kontrolle oder technische Übermacht?

Doch die Dresdner Sinfoniker gehen mit diesem Projekt nicht nur musikalisch neue Wege. Sie stellen auch wichtige gesellschaftliche Fragen: Wie verändert die Verwendung moderner Technologien in der Kunst unsere Wahrnehmung? Wie behalten wir die kreative Kontrolle? Kann ein Roboter menschliches Charisma und Interpretationsvermögen ersetzen? Ein Grund, warum Sinfoniker-Intendant Markus Rindt, der die Idee bereits vor 20 Jahren hatte, mit voller Absicht auf eine KI-Steuerung der mechanischen Dirigentin verzichtet.

Innovative und politisch engagierte Projekte sind den Dresdner Sinfonikern beileibe nicht fremd: Sie musizierten bereits auf Hochhäusern und auf der Elbe, setzten internationale politische Statements und erschlossen immer wieder neue künstlerische Wege. Mit „Roboter.Sinfonie“ loten sie nun die Grenzen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine aus – und schaffen es dadurch, bisher fast unspielbare klassische Kompositionen auf die Bühne zu bringen.

Vollständig handgemachte Musik von menschlichen Musikern hören Sie natürlich immer bei Klassik Radio.


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