Interaktives Erlebnis in Wien: "Mythos Mozart"

Abtauchen in Mozarts geheimnisvolle WeltInteraktives Erlebnis in Wien: "Mythos Mozart"

Die Besucherinnen und Besucher gehen auf Zeitreise, erleben das historische Wien, fliegen in einem Ballon und erkunden Mozarts Synapsen.

Interaktives Erlebnis in Wien: "Mythos Mozart"Foto: Mythos Mozart

Der Tod steht am Beginn, das Leben am Ende

Dabei geht es vor allem um den letzten Abschnitt im Leben des Komponisten. Christopher Widauer, der künstlerische Leiter, erklärt warum: "Das letzte Lebensjahr war natürlich gezeichnet von vielen Problemen. Er hat ja immer wieder Schulden und es nicht leicht gehabt. Es war aber auch ein erfolgreiches Jahr, mit der Zauberflöte (...) also es war für ihn ein ganz entscheidendes und wichtiges Jahr. Mozart wusste ja nicht, dass er sterben würde. Sein Tod kam für alle überraschend." Die Besucherinnen und Besucher erleben es allerdings antizyklisch. Das bedeutet: die Experience beginnt mit Mozarts Tod und endet mit dem lebensfrohen, zukunftsgewandten "Mozart forever".

In vielen vielen Details erlebt man, wie die Stadt gelebt und ausgesehen hat, durch die Mozart gegangen ist und die er geliebt hat
Christopher Widauer, künstlerischer Leiter von "Mythos Mozart"

Lichtermeer und brilliante Akkustik

So erleben die Besucher im ersten Raum Mozarts Requiem: in einem Raum mit 1500 Kerzen, Schattenspielen und einer Akkustik wie im Stephansdom. Danach geht es ins Treiben des historischen Wiens: "Man geht zunächst über ein Kopfsteinpflaster, so wie heute noch in manchen Wiener Gassen und damals im Grunde in allen und tritt ein in die Stadt zu Mozarts Zeiten, umhüllt von Projektoren und animierten, lebendigen Bildern: Aquarellen, Skizzen, Drucken, Ölbildern von damals, die wir lebendig machen. In vielen vielen Details erlebt man, wie die Stadt gelebt und ausgesehen hat, durch die Mozart gegangen ist und die er geliebt hat", so Widauer.

Ein Lichtermeer aus Kerzen im ersten Raum von
Foto: MARCUS DEAK/MYTHOS MOZART

Fliegen mit Mozart

Es folgt ein Ausflug in die Luft: "Wir steigen in einen Ballon und fliegen mit diesem Ballon hoch über die Dächer. Das heißt, alle Menschen, die in diesem Raum sind, schauen links und rechts wie hinaus über den Ballonkorb über die Stadt und die Stadtmauern weit ins Land hinaus", beschreibt Christopher Widauer. Mit der Ballonfahrt hat es eine besondere Bewandtnis: Mozart wollte damals unbedingt dabei sein, als in Wien, im Prater bei einer Show die Montgondolfière vorgestellt und geflogen wurde. Leider verpasste er das Ereignis aufgrund von Terminen. Nun wir sein Wunsch sozusagen posthum erfüllt.

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Eine kleine Nachtmusik - mal anders

Im dritten Raum dann dürfen die Besucher selbst mitmischen: "In dem können sie aktiv in der kleinen Nachtmusik mitspielen", erklärt Christopher Widauer, "mit Weltmusikinstrumenten mit Dudelsack, Trommel, Oud, (....) und vielen weiteren Instrumenten."

Zwischen Mozarts Synapsen

Außerdem erlaubt die Experience einen Ausflug in Mozarts Gehirn - zwischen seinen leuchtenden Synapsen erleben sie seine kreative Gedankenwelt und den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Am Ende des Erlebnis steht dann "Mozart forever": Der Komponist wird mit in die Zukunft genommen: aus Millionen von Daten zu Mozart entstehen fantastische Bildwelten. So tauchen die Besucher mit einem lebensfrohen, zukunftsgewandten Gefühl aus dem "Mythos Mozart" wieder auf.

 

Für uns ist es ganz wichtig, dass es keine besondere Zielgruppe gibt!
Christopher Widauer, künstlerischer Leiter "Mythos Mozart"

Mozart für alle

Wichtig ist Christopher Widauer auch, dass die Ausstellung keine bestimmte Zielgruppe hat. Sie richtet sich an alle Menschen, die sich in irgendeiner Weise dafür interessieren wer Mozart war und/oder wie Wien zu Mozarts Zeiten war. Auch die Kleinen dürfen gerne mitgenommen werden, betont er: "Wenn Kinder begleitet sind, so ab vier bis sechs Jahren, haben sie viele schöne Erlebnisse bei uns, die man dann ein bisschen mit ihnen bespricht. Es ist nie zu laut oder zu "arg" wie man auf Wienerisch sagt. Also es geht auch mit Kindern und ab neun oder zehn Jahren auch Schulklassen. Darauf freuen wir uns total!"

Alle Infos zur Ausstellung gibt es auf der Website von Mythos Mozart.

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