Keine Zeit zu sterben - so ist der neue Bond

Eindruck der RedaktionKeine Zeit zu sterben - so ist der neue Bond

Gestern war Weltpremiere des neuen James Bond Films. Kollegin Anna Baumgart konnte ihn im Rahmen der Pressevorführung sehen.

James BondFoto: [Araki Illustrations]/stock.adobe.com

Wie hat Dir der Film gefallen?

"Insgesamt wirklich gut! Der Film ist mit 2 Stunden 43 lang, aber nicht langweilig. Wie gewohnt viel Action, Motorräder fliegen durch die Luft, schießende Autos, spektakuläre Szenen, coole Gadgets - obwohl für mich ganz persönlich vielleicht zwei reine Schießszenen weniger auch ok gewesen wären. Aber der Film hatte Handlung. Auffällig fand ich, dass er sehr ernst ist; wenig coole Sprüche, dafür ein tiefsinniger, man kann fast schon sagen, besorgter James Bond."

"Die Figur bekam ja mit Daniel Craig sowieso schon mehr Hintergrundgeschichte, nun sehen wir einen zerrissenen, enttäuschten Bond, der nur noch selten lächelt, selbst wenn er glücklich ist. Die Frauen um ihn herum bemerken zwar seine interessante Ausstrahlung, zu einer Affäre kommt es aber nicht. Die Zeit des wahllosen Frauenhelden ist vollends vorbei. Aber das macht den Film gerade spannend und die Länge erträglich.

Auch, wenn die Frauen im Film gleichberechtigt und stark dargestellt werden, gibt es trotzdem die eine, die sich in Stilettos und tief ausgeschnittenem Abendkleid ihren Weg frei kämpft - und das ist in dem Moment passend und cool."

Worum geht es denn eigentlich?

"Im Prinzip ist es das, was wir von Bond-Filmen schon kennen: ein Schurke nimmt Rache am anderen - uns begegnen bekannte Namen wir Blofeld und Spectre - und irgendwie ist Bond mittendrin. Nur wollte der eigentlich endlich mit seiner großen Liebe Madeleine ein entspanntes Rentner-Leben führen. Aber auch die ist natürlich irgendwie in all die Machenschaften verstrickt. Am Ende schafft es Bond, wie wir es kennen, seine Widersacher zu vernichten und die Ausbreitung einer biochemischen Waffe zu verhindern, allerdings zu einem hohen Preis."

Welche der Schauspieler/innen hat Dich am meisten beeindruckt?

"Ich fand Christoph Waltz als Blofeld mal wieder super. Sein Auftritt ist zwar nur kurz, aber er sitzt einfach perfekt. Auch toll: Rami Malek als fast schon sensibler Schurke Safin. Und es gibt ja eine neue 007; Lashana Lynch spielt kein super sexy Püppchen sondern eine glaubhafte Agentin. Und dann noch Daniel Craig selbst, der seiner Figur mehr Tiefe gegeben hat als sicher alle Bond-Darsteller vorher."

Was sagst Du zur Musik?

"Das gute, alte James Bond Thema war schön präsent und aus meiner Sicht hat die Musik den Film perfekt unterstrichen, teilweise hatte man das Gefühl, dass sogar die Umgebungsgeräusche der Szenen eingearbeitet wurden. Ab und zu kommt Hans Zimmers Neigung zu monumentalen Kompositionen durch, aber nur da, wo es eben passt. Ich weiß allerdings nicht, ob sich jeder Teil des Soundtracks losgelöst vom Film im heimischen CD Player gut macht."

Gibt der Film einen Hinweis darauf, wer Craigs Nachfolge antritt?

"Der Film selbst gibt einige Möglichkeiten vor, wie die neue 007-Agentin, die aber aus meiner Sicht nicht deutlich genug gezeichnet wurde, um den Part zu übernehmen. Das Ende deutet auf etwas ganz anderes hin und irgendwie ist es der einzig sinnige Verlauf der Handlung, aber da will ich jetzt nicht spoilern. Mit dem Abschied von Daniel Craig als James Bond ist definitiv sicher, dass es Bond in dieser Form einfach nicht mehr geben kann - was auch immer danach kommen sollte."

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft
Klassik-Dating

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft

Dating ohne App, dafür mit klassischer Musik: In Berlin wagt ein Klassik-Duo das Experiment und macht Liebeslieder zum Ausgangspunkt neuer Dating-Begegnungen. Während sonst digital gewischt und gematcht wird, setzt dieses Format auf das, was wirklich verbindet: Gemeinsame Hörerlebnisse, persönliche Gespräche – und die Chance, sich jenseits digitaler Algorithmen näherzukommen.

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand
Zwei kostümierte Frauen am Karneval in Venedig

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand

Von funkelnden Masken über laute Kanäle bis zu prunkvollen Opernhäusern: Im Venedig des 17. Jahrhunderts verschmolzen Feierlust und Kunst zu einem neuen Kulturerlebnis, das die Musikgeschichte revolutionierte. Der Karneval wurde zur Geburtsstätte der Oper – ein Spektakel für Zehntausende, die aus ganz Europa in die Lagunenstadt strömten.

„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit
Rüdiger Meng am Klavier

MENG - The Art Of LiveComposition
„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit

Wenn er sich ans Klavier setzt, ist alles möglich. Rüdiger MENG komponiert live auf der Bühne – ohne Netz, ohne doppelten Boden. Damit hat er schon Musiklegenden wie Quincy Jones, Phil Collins oder Simply Red beeindruckt. Im Interview mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch erzählt er, warum diese Form der Live-Komposition für ihn die höchste Disziplin ist – und ein klares Statement gegen KI und durchgeplante Shows.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national