Konzert mit 50 Klavieren

Komposition „11.000 Saiten“ von Georg Friedrich Haas:Konzert mit 50 Klavieren

Ein Konzert, bei dem 50 Klaviere gleichzeitig gespielt werden - klingt erstmal verrückt, ist aber am Mittwoch in Wien zu erleben.

„11.000 Saiten“ bei der Uraufführung in Bozen im August  | Busoni-Mahler Foundation Foto: Anna Cerrato 

Wie in einem startenden Raumschiff

Im Rahmen des Festivals „Wien Modern 2023“ wird das Werk des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas im Konzerthaus Wien erklingen. Den Titel hat er gewählt, da die 11.000 Saiten die Summe der Saiten der 50 Wandklaviere sind, die gespielt werden. Die Instrumente sind alle baugleich und werden von Pianistinnen und Pianisten der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien gespielt. Das Klangforum Wien unterstützt musikalisch. Es ist bereits das zweite Konzerte - denn im August hat „11.000 Saiten“ Uraufführung in Bozen gefeiert. Die Besucher damals waren durch die Bank begeistert, berichtet Intendant Peter Paul Kainrath: "Es war erstaunlich, wie doch unterschiedlich das Publikum das alles erlebt hat. Aber es gab einen gemeinsamen Nenner: viele haben es erlebt, als würde ein riesengroßes Raumschiff, wie in Zeitlupe, in Richtung Universum starten." Bei „11.000 Saiten“ ist das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes mitten drin, statt nur dabei. Es sitzt nämlich in der Mitte, umringt von den 50 Klavieren mit ihren Spielenden, die mit dem Rücken zu den Menschen sitzen, es folgt ein zweiter Kreis mit den Kammermusikern. „Durch das Zusammenspiel werden die Klaviere wie zu einem einzigen Instrument“, berichtet Peter Paul Kainrath. „Es ensteht eine Art Meta-Klavierklang“. 

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Inspiration durch Besuch in China

Auf die ungewöhnliche Konzert-Idee kam der Intendant bei einem Besuch in China: „Ich hatte das Glück die Klavierfabrik Hailun in einer kleinen chinesischen Stadt besuchen zu können. Im Begehen des Fabrikgeländes wurde ich dann in den vierten Stock geführt, wo gleichzeitig ca. 100 Klaviere von Maschinen gespielt werden, 24 Stunden ohne Unterlass, weil die Regel dort besteht: kein Klavier verlässt das Fabrikgelände, bevor es nicht 24 Stunden dieser Dauerbelastung bestanden hat. Und dieser Klang der ist mir noch nie untergekommen!“ Der Intendant weiß, wovon er spricht, war er doch langjähriger Konzertpianist. Dermaßen fasziniert, rief er sofort den befreundeten Komponisten Georg Friedrich Haas an: „Es wäre großartig, wenn du dich damit beschäftigen könntest. Also für viele Klaviere ein Partitur zu entwerfen und eine Klangforum Wien Besetzung mit einzuweben. Wir waren uns recht schnell handelseinig. Er meinte:' Gut, Peter Paul! Du lieferst die Klaviere, ich die Partitur'". Dank der Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung war das kein Problem und so war nach sechs bis acht Monaten die Komposition fertig. Es folgte die Herausforderung, die Klaviere zu arrangieren, die Komponistinnen und Komponisten zu organisieren und natürlich die Proben. Da die Aufführung in Bozen im August stattfand und die Messe keine Veranstaltungen zu dem Zeitpunkt geplant hatte, konnten die Musikerinnen und Musiker zumindest drei Tage gemeinsam proben. Eine Herausforderung, die sie perfekt meisterten. Nach der Uraufführung wird das Werk „11.000 Saiten“ nun am 1. November im Konzerthaus Wien aufgeführt. Alle Infos finden Sie auf der Website des Klangforums Wien. Weitere Termine in Europa, den USA und Japan sind geplant. 

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