Masken, Musik und Mummenschanz: Fasching und Karneval in der klassischen Musik

Masken, Musik und Mummenschanz: Fasching und Karneval in der klassischen Musik

Die närrische Jahreszeit ist eine Zeit ausgelassener Feste, farbenfroher Maskeraden und purer Lebensfreude. Doch nicht nur auf den Straßen und in den Festhallen wird gefeiert; auch die Welt der klassischen Musik hat sich von diesem bunten Treiben inspirieren lassen. Zahlreiche Komponisten haben Werke geschaffen, die den Geist des Karnevals einfangen: mal festlich, oft humorvoll aber immer wunderschön.

Frau beim FaschingFoto: drubig-photo/stock.adobe.com

Die närrische Jahreszeit ist eine Zeit ausgelassener Feste, farbenfroher Maskeraden und purer Lebensfreude. Doch nicht nur auf den Straßen und in den Festhallen wird gefeiert; auch die Welt der klassischen Musik hat sich von diesem bunten Treiben inspirieren lassen. Zahlreiche Komponisten haben Werke geschaffen, die den Geist des Karnevals einfangen: mal festlich, oft humorvoll aber immer wunderschön.

Camille Saint-Saëns: "Der Karneval der Tiere"

Ein Paradebeispiel für die Verschmelzung von Karneval und klassischer Musik ist Camille Saint-Saëns' "Le Carnaval des Animaux" (Der Karneval der Tiere). Ursprünglich als „Spaß-Komposition“ gedacht, besteht es aus 14 kurzen Sätzen, von denen jeder ein anderes Tier porträtiert. Saint-Saëns ließ es zu seinen Lebzeiten nur selten aufführen, zu wenig passte ihm das Werk in sein sonst doch so seriöses Œuvre. Zu Unrecht: Heute zählen Stücke wie „Der Schwan“ oder „Aquarium“ zu seinen bekanntesten Kompositionen und erfreut sich großer Beliebtheit bei Jung und Alt.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Robert Schumann: "Faschingsschwank aus Wien"

Auch Robert Schumann ließ sich vom Karneval inspirieren. Sein Klavierzyklus "Faschingsschwank aus Wien" spiegelt die ausgelassene Stimmung der Wiener Faschingszeit wider. Die einzelnen Stücke sind erfüllt von lebhaften Rhythmen und melodischem Einfallsreichtum. Ganz so, wie sich noch heute die Närrinnen und Narren durch die festlich geschmückten Straßen Wiens treiben lassen: so ausgelassen wie stilvoll.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Niccolò Paganini: "Karneval von Venedig"

Der italienische Virtuose und „Teufelsgeiger“ Niccolò Paganini brachte mit seinen Variationen über das Volkslied "Il Carnevale di Venezia" den venezianischen Karneval auf die Konzertbühne. Dieses Werk stellt – wie eigentlich jede von Paganinis Kompositionen – enorm hohe technische Anforderungen an den Interpreten. Gleichzeitig fängt es auch, ganz spielerisch, die fröhliche und ausgelassene Stimmung des venezianischen Karnevals ein. Ein Meisterwerk der Klassik.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Johann Strauss (Sohn): Faschingskompositionen

Der Walzerkönig Johann Strauss (Sohn) hat zahlreiche Werke komponiert, die für die Faschingszeit bestimmt waren. Ein fabelhaftes Beispiel ist die "Camelien-Polka" (op. 248), die im Januar 1861 im Dianabad-Saal in Wien uraufgeführt wurde. Dieses geradezu freche Stück wurde für einen Ball komponiert, bei dem jede Dame – der Name verrät es bereits - eine Kamelie als Geschenk erhielt.

Ganz anders ein weiteres Werk von Strauss: Die Polka française "Gut bürgerlich" (op. 282), aus dem Jahr 1864. Sie wurde für den Bürgerball im Fasching des Jahres 1864 komponiert und ist eher ernst denn verspielt, spiegelt sie doch die festliche Stimmung dieser Veranstaltung wider.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Wolfgang Amadeus Mozart: "Serenata notturna"

Wolfgang Amadeus Mozarts „Serenata notturna“ ist ein wahres Meisterwerk der Klassik, das die heitere Stimmung einer festlichen Nacht hörbar macht. 1776 in Salzburg komponiert, sprüht das Stück nur so vor Lebendigkeit und Witz. Schon der Titel verrät, dass Mozart hier eine „nächtliche Serenade“ erschuf – Diese Musik ist, der Titel "nächtliche Serenade" deutet es bereits an, wie gemacht ist für ausgelassene Abende und feierliche Anlässe.

Besonders charmant ist die ungewöhnliche Instrumentierung: Zwei Gruppen von Musikern treten miteinander in Dialog – auf der einen Seite Soloinstrumente wie Violinen und Bratschen, auf der anderen das begleitende Orchester. Unterstützt von Pauken entsteht ein spannendes Klangspiel, das mal majestätisch und festlich, dann wieder tänzerisch und verspielt wirkt. Eine echte Empfehlung für alle Faschingsfreunde.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Der Karneval hat die klassische Musik auf vielfältige Weise bereichert. Von barocken Maskenspielen bis hin zu modernen Kompositionen dient die närrische Zeit als nahezu unerschöpfliche Inspirationsquelle. Sie sind noch auf der Suche nach dem perfekten Soundtrack zum Fasching? Auf unserem Klassik Radio Select-Sender "Gute Laune Klassik" habe wir die schönsten Stücke für eine gute Stimmung zusammengestellt.

Holger Hermannsen / 27.02.2025

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Mozarts verschollenes Meisterwerk: Sensationsfund bringt sieben unbekannte Stücke ans Licht
Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts verschollenes Meisterwerk: Sensationsfund bringt sieben unbekannte Stücke ans Licht

Ein unscheinbares Notenbüchlein in einem Pariser Archiv wurde zum musikalischen Jahrhundertfund: Fast 250 Jahre verborgen, enthüllt das Manuskript sieben bislang nie gehörte Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart – und wird jetzt erstmals überhaupt vor Publikum aufgeführt. Ein Fund, der beweist: Auch nach Jahrhunderten kann Mozart die Welt noch überraschen.

„Ich versuche, nicht darüber nachzudenken“ – Spielen auf dem teuersten Instrument der Welt
Amihai Grosz

Erster Solobratscher der Berliner Philharmoniker:
„Ich versuche, nicht darüber nachzudenken“ – Spielen auf dem teuersten Instrument der Welt

Heute Abend erklingt beim Konzert der Berliner Philharmonikern das wertvollste Instrument der Welt: die MacDonald-Viola von Stradivari - sie soll für über 23 Millionen Dollar versteigert worden sein. Gespielt wird sie vom ersten Solo-Bratscher Amihai Grosz. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie es sich anfühlt, auf so einer teueren Bratsche zu spielen, ob man nicht ständig in Sorge ist und was den Klang so besonders macht.

5 Urlaubsziele, die weltberühmte Komponisten inspirierten
Insel Staffa, Teil der Hebriden, Schottland

Auf den Spuren der Komponisten
5 Urlaubsziele, die weltberühmte Komponisten inspirierten

Es ist Urlaubszeit. Zeit andere Kulturen und Landschaften kennenzulernen. Auch bekannte Komponisten, wie Gustav Mahler und Frédéric Chopin, wussten um die Inspiration durch ferne Orte.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national