Musikalische Sensation: Alles rund um Mozarts "Ganz kleine Nachtmusik"

Musikalische Sensation: Alles rund um Mozarts "Ganz kleine Nachtmusik"

Diese Entdeckung sorgt für Aufsehen in der Musikwelt: Eine seit über 100 Jahren archivierte Abschrift eines Musikstücks konnte nun eindeutig Wolfgang Amadeus Mozart zugeordnet werden. Das Werk mit dem Titel "Ganz kleine Nachtmusik" ist ein Jugendwerk des berühmten Komponisten und wird nun erstmals vor Publikum aufgeführt.

Junger MozartFoto: ©[Ruslan Batiuk]/stock.adobe.com

Ein verschollener Mozart

Die "Ganz kleine Nachtmusik", ein zwölfminütiges Stück für Streichtrio, besteht aus sieben kurzen Sätzen und wurde wahrscheinlich Mitte bis Ende der 1760er-Jahre von Mozart komponiert – zu einer Zeit, als er noch ein Teenager war. Obwohl das Stück schon lange in den Archiven der Leipziger Bibliothek schlummerte, blieb seine wahre Herkunft bis vor Kurzem ungeklärt. Die Abschrift stammt vermutlich aus dem Jahr 1780 und wurde im Rahmen der Arbeiten an der Neuausgabe des Köchelverzeichnisses, einer Gesamtsammlung aller Mozart-Kompositionen, näher untersucht.

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Die "Ganz kleine Nachtmusik" und mehr musikalische Meisterwerke des berühmten österreichischen Komponisten können Sie in unserem Sender „Best of Mozart“ hören:


Ein bedeutender Fund

Besonders spannend: Auf dem Notenblatt steht zwar der Name "Wolfgang Mozart", doch da dieser nicht die übliche Namensvariante "Amadeus" trägt, blieb die genaue Zuordnung des Werks lange Zeit unklar. Die Handschrift ist nicht von Mozart selbst, sondern eine Abschrift, die um 1780 angefertigt wurde – das machte die eindeutige Identifizierung umso schwerer. Dunkelbraune Tinte auf mittelweißem Büttenpapier, die einzeln gebundenen Stimmen – alles deutet darauf hin, dass es sich um eine Kopie handelt. Erst durch eingehende Analysen und Vergleiche mit anderen frühen Werken des Komponisten konnte das Stück nun endlich als authentische Mozart-Komposition identifiziert werden. Damit ist dieser Fund weit mehr als nur eine historische Kuriosität – er ist ein weiteres Puzzlestück, das unser Bild vom jungen Mozart vervollständigt.

Signatur Mozart
Foto: ©[Archivist]/stock.adobe.com
Eine Komposition von Mozart mit seiner typischen Signatur

Der Musikwissenschaftler Ulrich Leisinger, der für die Internationale Stiftung Mozarteum in Salzburg tätig ist, spielte eine zentrale Rolle bei der Entdeckung des Werks. Er hatte das Manuskript bereits vor Jahren in den Händen, als er noch im Bach-Archiv Leipzig tätig war, erkannte aber damals nicht, dass es sich um ein echtes Werk Mozarts handelt. Jetzt, mit seinem Fokus auf Mozarts Wirken, konnte er die Verbindung herstellen. „Wir sind uns sicher, dass es sich um ein Jugendwerk Mozarts handelt“, so Leisinger.

Erstaufführung in Leipzig

In Salzburg wurde das Werk bereits im Rahmen der Präsentation des neuen Köchelverzeichnisses uraufgeführt. Nun folgt die deutsche Erstaufführung am Samstag in der Oper Leipzig, wo das Streichtrio die Miniatursätze zum ersten Mal vor deutschem Publikum erklingen lassen wird. Mozarts "Ganz kleine Nachtmusik" beweist, dass wir selbst Jahrhunderte nach dem Tod unserer liebsten Komponisten noch neue Facetten ihres genialen Schaffens ans Licht kommen können. Ein großartiger Moment nicht nur für die Musikwissenschaft, sondern vor allem für uns: die Liebhaber klassischer Musik.

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