Neue Teststrategie bei deutschen Chorverbänden

Chöre testen sich selbstNeue Teststrategie bei deutschen Chorverbänden

Lange Zeit konnten Chöre in Deutschland nicht singen, denn die Ansteckungsgefahr beim Singen wurde als zu hoch eingestuft.

ChorFoto: [arthit]/stock.adobe.com

Wie kann aber im Herbst trotzdem und vor allem sicher geprobt werden? Das haben sich der Allgemeine Cäcilien-Verband für Deutschland, kurz ACV und der deutsche Chorverband Pueri Cantores gefragt und kurzerhand eine eigene Teststrategie geplant.

Wir wollten ein maximal sicheres Konzept entwickeln, wie verantwortungsvoll im Herbst und Winter diesen Jahres geprobt werden kann.
Marius Schwemmer, Präsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes

Die Strategie

Wir haben mit Marius Schwemmer gesprochen, Präsident des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes. „Derzeit können sich Chöre und Ensembles beim ACV anmelden und Personen aus ihren Reihen benennen, die sich dann als Tester ausbilden lassen wollen“, erklärte uns Schwemmer. Die gemeldeten Personen erhalten über eine Online-Schulung eine Ausbildung, können somit vor den Chorproben selbstständig testen und offizielle Nachweise erstellen. Nach nur 15 Minuten liegen die Testergebnisse vor. „Sollte es einen positiven Test geben, geht eine Meldung direkt ans Gesundheitsamt“, ergänzt Schwemmer.

Das Ziel

„Unser Anliegen ist es, nun erst einmal eine Test-Infrastruktur bei den Chören vor Ort zu erreichen“, so Schwemmer über die Zielsetzung. Gleichzeitig will sich der Verband bei den Gesprächen über die kostenlosen Tests dafür einsetzten, dass es für bestimmte Bevölkerungsgruppen weiterhin kostenlose Tests gibt. „Den Chören in diesen herausfordernden Zeiten alles zu geben, für ein verantwortliches Musizieren und sie zu unterstützen, dass sie zusammenkommen können, proben und gemeinsam musizieren können. Das ist zudem unser großes Anliegen.“ Gerade in den Herbst- und Wintermonaten soll das Proben erleichtert werden. Auch bei der Arbeit mit „vulnerablen“ Gruppen wie älteren Menschen, Schwangeren oder Autoimmunerkrankte, soll die Präsenz im Chor weiterhin möglich sein.

Warum uns Singen gut tut

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Positive Resonanz

Die Rückmeldung der Chöre ist durchweg positiv und die Anmeldezahl hoch. Die Initiative wird dankbar angenommen. „Das zeigt uns, wie groß die Sehnsucht und der Wunsch ist, weiterhin in Präsenz proben und singen zu können“, so Schwemmer. Zudem hätte der ACV viele Anfragen anderer Chorverbände bekommen, sodass nun der Entschluss gefasst wurde, die Strategie „im Sinne des musikalischen Miteinanders“ für andere Verbände und Vereine zu öffnen.

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Sensationsfund in College-Archiv: Unbekanntes Werk von Vaughan Williams entdeckt
Ausschnitt Before the Mirror

Sensationsfund in College-Archiv: Unbekanntes Werk von Vaughan Williams entdeckt

Fast sieben Jahrzehnte nach dem Tod von Ralph Vaughan Williams sorgt ein spektakulärer Archivfund in London für Aufsehen: Ein bislang unbekanntes Lied des britischen Komponisten ist im Morley College aufgetaucht. Das Manuskript eröffnet nicht nur einen seltenen Blick auf die frühen Jahre Vaughan Williams’, sondern erinnert auch daran, dass selbst die Musikgeschichte noch Überraschungen bereithält.

"Ein bisschen Wasser hält das Cello schon aus": Cellistin auf ungewöhnlicher Fahrradtour
Celloradeln

"Ein bisschen Wasser hält das Cello schon aus": Cellistin auf ungewöhnlicher Fahrradtour

Mit dem Fahrrad, einem Cello im Anhänger und jeder Menge guter Laune fährt die Cellistin Katja Zakotnik quer durchs Ruhrtal. Auf ihrer Tour de Cello legt sie fast 300 Kilometer zurück und bringt klassische Musik an Orte außerhalb der Konzertsäle – auf Wiesen, in Industriehallen oder mitten unter Menschen, die zufällig stehen bleiben und zuhören.

Wie schmeckt Oper? „Die Zauberflöte“, „Aida“ und Co. als Drink
Hotel de Rome Bar Berlin

Zum Welt-Cocktail-Tag
Wie schmeckt Oper? „Die Zauberflöte“, „Aida“ und Co. als Drink

Wie schmeckt Oper? Das Hotel de Rome Berlin wagt die Übersetzung: Drinks, die den Charakter berühmter Opernwerke auf die Zunge bringen. Restaurantmanager Timucin Stefan erzählt, wie aus Arien Aromen werden – ob mit oder ohne Alkohol.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national