Projekt zu Wagner-Briefen kann weiter gehen

Richard WagnerProjekt zu Wagner-Briefen kann weiter gehen

An der Universität Würzburg findet seit 1967 ein Forschungsprojekt zu Wagners Briefen statt. Dieses kann jetzt fortgeführt werden.

Porträt des Komponisten Richard Wagner, 1901/1950 Foto: Gemeinfrei

Die Briefe von Wagner

Von  Richard Wagner sind fast 10.000 seiner Briefe erhalten geblieben. Seit 1967 werden sie an der Universität Würzburg in Form einer historisch-kritischen Edition veröffentlicht. Allerdings fehlten noch wichtige Briefe und das Projekt stand vor dem Aus. Jetzt kann die Arbeit jedoch fortgesetzt werden. Der bayerische Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume gab bekannt, dass das Forschungsprojekt an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg fortgesetzt wird und die Finanzierung gesichert ist.

Blume betonte, dass Richard Wagner eng mit dem Freistaat Bayern verbunden sei und seine Briefe kulturhistorisch äußerst bedeutsame Quellen darstellen. Aus diesem Grund habe er sich persönlich dafür eingesetzt, das Forschungsprojekt abzuschließen. Der Freistaat Bayern, der Bund und die Oberfrankenstiftung stellen zusammen etwa eine Million Euro für die Fertigstellung der historisch-kritischen Edition der Wagner-Korrespondenz zur Verfügung.

Die Forschung in Würzburg

Der unterfränkische SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib zeigte sich erfreut darüber, dass es gelungen sei, die bisher fehlenden Jahre von Richard Wagners Zeit in Bayreuth in das Projekt einzubeziehen. Dadurch könne die bedeutungsvolle und folgenreiche letzte Lebensdekade des Komponisten dokumentiert werden. Halbleib hatte bei der Regierung des Freistaats Bayern beantragt, Möglichkeiten zur Fortführung des Projekts zu prüfen.

Die Arbeitsstelle "Richard-Wagner-Briefausgabe" an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg wurde seit Anfang 2006 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Die Förderung war jedoch ausgelaufen, da die maximale Laufzeit erreicht war. Das fehlende Geld wird nun zu gleichen Teilen vom Freistaat Bayern, dem Bund und der Oberfrankenstiftung übernommen.

Bereits zu Beginn des Jahres hatte Sven Friedrich, der Leiter des Bayreuther Richard-Wagner-Museums, mit einer Online-Petition auf das drohende Ende des Projekts aufmerksam gemacht. Wagner hinterließ fast 10.000 Briefe, und die Edition liefert nicht nur wichtige Dokumente über das Leben und Werk des Komponisten, sondern ist auch kulturhistorisch von großer Bedeutung.

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