Trotz großer Kritik noch immer ein Erfolg

Uraufführung von Wagners "Siegfried"Trotz großer Kritik noch immer ein Erfolg

Heute vor 145 Jahren feierte Wagners Oper „Siegfried“ bei den ersten Bayreuther Festspielen Premiere. Wie waren die Kritiken damals?

Trotz großer Kritik noch immer ein Erfolg Foto: Stadt Bayreuth

Alle wollen nach Bayreuth

Wagners Bayreuther Festspiele – bis heute erfreuen sich die Tage voller Musik großer Beliebtheit. Politiker und Berühmtheiten sind dort häufig gesehene Gäste und jeder der ein Ticket ergattern kann, darf sich als Glückspilz bezeichnen. Auf dem Spielplan stehen jedes Jahr traditionell die wichtigsten Werke Richard Wagners, unteranderem die vier Opern aus dem Ring des Nibelungen. Der dritte Teil „Siegfried“ feierte am 16.08.1876 Premiere im Festspielhaus.

Ein damaliger Cliffhanger

Schon 1876 war der Publikumsraum voll besetzt mit der Prominenz der damaligen Zeit: Die Komponisten Franz Liszt, Anton Bruckner,  Camille Saint-Saëns, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, der Schriftsteller Lew Nikolajewitsch Tolstoi, der Philosoph Friedrich Nietzsche und auch Kaiser Wilhelm I. Die Uraufführung des dritten Teil des Göttermythos war besonders spannend, da die ersten beiden Teile bereits vor den ersten Bayreuther Festspielen bekannt waren. Nun hatte die Zeit des Wartens auf den neuen Teil endlich ein Ende.

Vergleichbar mit dem Warten auf die neue Staffel unserer Lieblingsserie!

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Nicht die beliebteste Oper

Genauso wie heute bei der Fortführung von Serien, gingen auch damals die Meinungen der anspruchsvollen Besucher auseinander. Insgesamt fünf Stunden ging die Aufführung und danach fühlten sich die meisten etwas erschlagen. Auch spätere Komponist standen diesem Teil des Opern Zyklus eher negativ gegenüber. Claude Debussy meinte zum Beispiel: „Oh my lord, wie unerträglich waren diese Leute in Helm und Tierfällen. Stellen Sie sich vor, dass Sie niemals ohne die Begleitung ihres verdammten Leitmotivs auf der Bühne erscheinen.“

Das Drama Wagners leidet an chronischer Aufgeblasenheit.
Igor Strawinsky über Siegfried

Eine sehr lange Pause

Das Besondere an „Siegfried“ ist seine Entstehungsgeschichte. Während Wagner die Oper komponierte, pausierte er dazwischen für ganze 12 Jahre. In dieser Zeit veränderte sich seine Art des Komponierens. Diese Veränderung ist im dritten Akt des Siegfrieds deutlich erkennbar. Sie macht die Oper aber gleichzeitig auch so unverwechselbar und einzigartig.

Trotz aller Kritik ,145 Jahre später kommen die Menschen noch immer in Scharen nach Bayreuth ins Festspielhaus um den Ring des Nibelungen und damit auch Siegfried zu sehen.

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