Ukraine: aktuelle Reaktionen aus der Klassik

Klassikstars äußern sichUkraine: aktuelle Reaktionen aus der Klassik

Die westliche Welt ist erschüttert von den Angriffen Russlands auf die Ukraine. Auch Künstlerinnen und Künstler melden sich zu Wort.

Ukraine: aktuelle Reaktionen aus der KlassikFoto: Max Kukurudziak on Unsplash

Oksana Lyniv und ihr Orchester

Die Nachrichten über den Angriff Russlands auf die Ukraine beschäftigen die Menschen überall. Allen voran Dirigentin Oksana Lyniv, selbst Ukrainerin. Sie rief dazu auf, nicht still zu bleiben, sondern Meinungen zu teilen, so wie die Erinnerung an gemeinsame Projekte oder Zusammenarbeit mit der Ukraine.

Gemeinsam mit dem von ihr gegründeten Youth Orchestra of Ukraine veröffentlichte sie eine Nachricht, in der sie versicherte, niemals aufzuhören, ihr Heimatland und den Frieden auf der Welt zu verteidigen, mit all ihrer Kraft, mit Kunst, Musik und den richtigen Werten.

Auch russische Künstler reagieren

Der russische Dirigent Vladimir Jurowski hat das Programm für geplante Konzerte an zwei Wochenenden mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester geändert. Ursprünglich sollten russische Werke gespielt werden, aber statt Peter Tschaiwosky erklingt nun die Ukrainische Nationalhymne.

Jurowski sei zutiefst erschüttert über die Ereignisse, aber auch extrem traurig, weil er durch seine Familiengeschichte mit beiden Ländern verbunden sei. Mit der Programmänderung wolle man ein Zeichen der Solidarität mit dem ukrainischen Volk setzen.

Ich bin zutiefst entrüstet über diese Aktion, aber auch extrem traurig, weil ich durch meine Familiengeschichte mit beiden Ländern verbunden bin.
Vladimir Jurowski

Wiener entscheiden sich gegen Gergiev

Eigentlich hätte der russische Stardirigent Valery Gergiev heute Abend (Freitag) ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall mit den Wiener Philharmonikern geben sollen. Nachdem die Wiener die Zusammenarbeit mit Gergiev zunächst verteidigten, haben sie sich nun gegen ihn am Pult entschieden.

Der 68-jährige Dirigent gilt seit langem als Unterstützer von Russlands Präsident Wladimir Putin und war sogar in Wahlwerbespots für ihn aufgetreten. Einspringen wird Yannick Nézet-Séguin.

Auch die Mailänder Scala hat bereits reagiert und Gergiev ein Ultimatum gestellt: Distanz von Russland oder das Ende der Zusammenarbeit. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter stellt ihn als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker vor eine ähnliche Entscheidung.

Reaktionen in den Sozialen Medien

Viele Künstlerinnen und Künstler zeigen auch in den sozialen Medien Solidarität mit der Ukraine. Der polnische Opernsänger Piotr Beczala schreibt auf Instagram, man müsse Polens Nachbarn bei ihrem Kampf für Unabhängigkeit unterstützen. Krieg sei ein Übel, das keinen Platz in einer zivilisierten Welt habe.

Geiger Daniel Hope twittert, das ukrainische Volk und seine Musik seien eine große Inspiration für ihn gewesen, er sei froh, jedes Jahr in Odessa musizieren zu dürfen und hoffe auf ein Ende der Gewalt und eine Rückkehr zu Musik und Dialog.

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