Von den Hofer Filmtagen zu Netflix

Streamingtipps fürs Wochenende Von den Hofer Filmtagen zu Netflix

Er weiß immer, wo die besten Filme laufen - Klassik Radio Film-Experte Florian Schmidt. Für Ihr Wochenende hat er seine Filmtipps für Sie zusammengefasst.

Von den Hofer Filmtagen zu NetflixFoto: ARD

Neue ARD-Eventserie "Die Toten von Marnow"

Sechs Stunden Fernsehunterhaltung in vier Teilen an drei Abenden der acht Teile in der Mediathek - das bietet uns die neue ARD-Krimiserie "Die Toten von Marnow". Es beginnt mit einem Doppelmord. Schon bald aber begeben sich die von Petra Schmidt-Schaller und Sascha Geršak gespielten Kommissare auf eine lange Reise in die deutsch-deutsche Vergangenheit, bei der sie auf einen historischen Skandal stoßen, in den Alt-Stasi, Geheimdienste und die westdeutsche Pharmaindustrie verwickelt zu sein scheinen.

Das vom mehrfachen Grimme-Preisträger Holger Karsten Schmidt geschrieben Drehbuch ist zwar fiktional, basiert aber auf wahren Ereignissen, nämlich den Medikamententests an DDR-Bürgern. Dieses frühe TV-Highlight des Jahres 2021 bietet spannende Unterhaltung und viel historischen Zündstoff.

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Von den Hofer Filmtagen zu Netflix

„Baumbacher Syndrome“ war der Eröffnungsfilm der Hofer Filmtage 2019, der jetzt bei Netflix zu sehen ist. Max Baumbacher, der Protagonist des Films, ist einer der angesagtesten Late-Night-Show-Moderatoren. Dabei ist er rücksichtlos im Umgang mit seinen Gästen und neigt zu einem überhöhten Selbstbewusstsein. Eines Morgens wacht Max mit einer ungewöhnlich tiefen, fast magischen Stimme auf. Als er auch noch die verrückte Fida kennenlernt und sein 19-jähriger Sohn vollkommen unerwartet auftaucht, droht sein Leben vollkommen aus den Fugen zu geraten…

Der große Pluspunkt des Films ist, dass er gleichzeitig herrlich unbeschwert und heiter erzählt wird, andererseits aber auch viel Tiefgang und Stoff zum Nachdenken bietet. „Baumbacher Syndrome“ mit einem Star – Tobias Moretti – und vielen unverbrauchten Jungdarstellern. Vom 28-jährigen Regisseur Gregory Kirchhoff erfrischend und mit Mut zum Pathos inszeniert.

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Einer der besten Fernsehfilme der letzten Jahre

„Aufbruch in die Freiheit“ hat 2019 so gut wie alle wichtigen Preise abgeräumt, u.a. den Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Kamera. Und Hauptdarstellerin Anna Schudt, die Sie aus dem Dortmunder-„Tatort“ kennen könnten, wurde ebenfalls mit der Goldenen Kamera und dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet. Sie spielt im Film „Aufbruch zur Freiheit“ eine Metzgersfrau mit drei Kindern, die im Jahr 1971 zum vierten Mal schwanger wird. Noch ein Baby? Die Frage wird ihre Ehe erschüttern und sie vor folgenschwere Entscheidungen stellen.

Der Film erzählt sehr packend und sehr berührend vom Kampf der Frauenbewegung für eine straffreie Abtreibung in den 1970ern. Anna Schudts Spiel ist so kraftvoll zwischen Verzweiflung Wut, Mut und Hoffnungslosigkeit, dass man regelrecht reingezogen wird in diese wichtige und wuchtig erzählte Geschichte. „Aufbruch zur Freiheit“ erzählt mit treffsicheren Dialogen und atmosphärisch genau von kaum zu glaubenden Zuständen im Jahr 1971. Zu sehen in der ZDF Mediathek, unbedingte Empfehlung.

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Tipp für alle „Bad Banks“-Fans

Wer die großartige ZDF-Bankenserie „Bad Banks“ mochte, dürfte auch Gefallen an dem achtteiligen nordischen Finanzkrimi „Blinded“ finden, der auf einem realen Bankenskandal beruht. Darin kommt eine junge Journalistin einem fragwürdigen Finanzgeschäft auf die Schliche. Julia Ragnarsson spielt die Hauptrolle - und wer die fantastische schwedische Krimiserie „Die Brücke“ kennt, dürfte auch ihr Gesicht kennen, denn Ragnarsson spielt in der 2. Staffel von „Die Brücke“ eine wichtige Rolle.

Das Schöne an „Blinded“ ist, dass die Serie es tatsächlich schafft, die unterschiedlichen Bankgeschäfte, die letztlich zu einer schwerwiegenden Krise führen, auch Laien zu vermitteln, ohne die Erzählung zu lähmen. Ganz im Gegenteil: es wird sogar von Folge zu Folge spannender bis hin zu einem regelrechten Thriller-Showdown. „Binded“ ist jetzt in der ARD Mediathek zu sehen.

Mehr zu Streamingmöglichkeiten und Heimkino-Erscheinungen hören Sie wieder nächste Woche Donnerstag ab 19 Uhr in unserer "Cinemashow" oder zum Nachhören in unserer Mediathek

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