Wagners Ring der Nibelungen als Graphic Novel

Oper als Comic Wagners Ring der Nibelungen als Graphic Novel

Kann man ein 16 Stunden Werk in einen 450 Seiten langen Comic verwandeln? Man kann! „Man“ ist in diesem Fall Comiczeichner P. Craig Russel.

Wagners Ring der Nibelungen als Graphic NovelFoto: P. Craig Russell/Cross Cult

Erst Mainstream, dann Oper

Kein Unbekannter in der Szene. Er arbeitete zeitweise für DC an Batman-Geschichten oder auch an „Daredevil“ oder „Conan“. Für seine Arbeiten hat er bereits viele Preise erhalten. Aber das Mainstream reichte ihm nicht. Als große Opernfan wollte er die Klassik in einen Comic packen. So hat er sich schon Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte gewidmet und auch Richard Strauss` Salome.  

Slideshow mit einigen Ausschnitten aus dem Graphic Novel

Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Foto: P. Craig Russell/Cross Cult
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Foto: P. Craig Russell/Cross Cult
Ausschnitt aus Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Foto: P. Craig Russell/Cross Cult
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Foto: P. Craig Russell/Cross Cult
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus Graphic Novel "Ring der Nibelungen"
Ausschnitt aus dem Graphic Novel "Ring der Nibelungen"

Die Oper hat Grenzen, die ein Comic nicht hat

Wie nah ist der Comic am Original dran? Natürlich muss gekürzt werden. Ein 16 Stunden Werk kann auf 450 Bildseiten nicht komplett am Original dran bleiben. Aber es ist nah dran. Und wo die Oper ihre Grenzen hat, da konnte sich Russell ausleben. Hier ist es kein Problem, dass Götter über eine Regenbogenbrücke schreiten, während gleichzeitig die Rheintöchter im Rhein ihr Leid besingen. Alberichs Tarn Helm kann den Zwerg problemlos verwandeln. Ob in eine riesige Schlange oder in eine kleine Kröte. Und auch optisch macht der Comic vielleicht sogar mehr her als die Realität. Denn bei Russell sieht Gottvater Wotan wirklich aus wie ein muskelbepackter Superheld. Und Held Siegfried – blond, durchtrainiert, blauäugig – ist bei Russell durchaus ein Mann, den man oder Frau sich gerne ansieht. Damit gibt Russell diesen Figuren eine Optik, die man sich als Wagner-Fan vielleicht beim Hören der Musik (mit geschlossenen Augen) erträumt, die aber so gut wie niemals in einer Live-Aufführung zu erleben ist. Wir finden: Eine spannende Art, eine Oper neu und anders zu interpretieren.  

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