Warum wir bei Musik Gänsehaut bekommen

GänsehautWarum wir bei Musik Gänsehaut bekommen

Bei einem besonders schönem Musikstück stellen sich bei uns häufig mal die Haare auf. Wie Gänsehaut und Musik zusammenhängen.

GänsehautFoto: ©Oleksii Sergieiev/stock.adobe.com

Die Herz- und Atemfrequenz steigt an und die Härchen am Körper stellen sich auf. Gänsehaut kennt fast jeder, denn es ist eine ganz normale Körperreaktion. Die Auslöser könnten nicht unterschiedlicher sein und variieren von Mensch zu Mensch: unangenehmen Geräusche, Kälte, emotionale Filmszenen, besonders süße/saure Geschmäcke oder natürlich auch verschiedenste Musik… die Liste scheint endlos. 

Gänsehaut in der Musik

Gänsehaut ist eine flüchtige Reaktion und lässt sich nicht planen. In der Musik gibt es dennoch einige Bedingungen, die das Eintreten einer Gänsehaut begünstigen. „Dazu gehört zunächst einmal, dass die Musik interessant ist und interessante Strukturwechsel hat. Eine weitere Eigenschaft ist die menschliche Stimme. Was ebenfalls unterstützend wirken kann ist, wenn es lauter wird und besonders die Brillanz im Klang zunimmt“ , berichtet Musikpsychologe Prof. Altenmüller. Zudem ist das Phänomen Genre-unabhängig. Eine menschliche Stimme in einem Metal-Stück kann genauso sehr eine Gänsehaut verursachen wie eine Arie.

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Nicht jeder kommt beim Musikhören in den Genuss einer Gänsehaut

„Es ist wohl so, dass 70 % der Menschen das Gänsehaut-Erleben beim Musikhören kennen. 30 % empfinden sie nicht. Und das ist keine Störung, sondern eine andere Emotionsverarbeitung“, erklärt der Musikpsychologe. Das betrifft häufig diejenigen, die stärker kognitiv organisiert sind. Menschen, die das Phänomen Gänsehaut beim Musikhören zeigen, besitzen daher wahrscheinlich auch eine viel größere Auswahl an Emotionen. Des Weiteren kann es entscheidend sein, ob man die Musik passiv anhört oder selbst musiziert. Da Musikerinnen und Musiker beim Spielen stark auf die Noten fokussiert und konzentriert sind, bemerken sie die Gänsehäute vor lauter Ablenkung oftmals gar nicht.

Ursprung der Gänsehaut

Eigentlich ist Gänsehaut ein uralter Schutzmechanismus. Ursprünglich waren wir Menschen viel stärker behaart als heute und die Gänsehaut hatte eine wichtige Funktion: Wärmen. Durch die aufgestellten Haare konnte weniger Wärme vom Wind und der kalten Luft entzogen werden. Wenn wir frieren, bekommen wir auch heute noch eine Gänsehaut. Das hat sich nicht geändert. Prof. Altenmüller ist jedoch der Meinung, dass Gänsehaut als Forschungsthema eigentlich ungeeignet ist. „Es ist etwas Privates, es ist etwas Intimes und es ist etwas, worüber man eigentlich nicht reden kann und vielleicht auch gar nicht sollte. Die Musik ist die Sprache der Gefühle und sie drückt das aus, was man eben nicht mit Worten, sondern nur über die Emotionen und die Musik ausdrücken kann.“

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