Wie Bach bis heute Musiker inspiriert

Von Mendelssohn bis Lady Gaga:Wie Bach bis heute Musiker inspiriert

Der dritte Akt der Ausstellung „Bühne frei für Bach“ in Leipzig zeigt, wie groß der Einfluss des Komponisten auf die Musikwelt war und ist. 

Johann Sebastian BachFoto: Elias Gottlob Haußmann, Gemeinfrei

Dritter Akt gestartet

In diesem Jahr wird in Leipzig Johann Sebastian Bach besonders groß gefeiert, denn sein Amtsantritt als Thomaskantor jährt sich zum 300. Mal. Im Bachmuseum ist deshalb eine Sonderausstellung unter dem Motto „Bühne frei für Bach“ zu erleben. Sie ist in drei Akte aufgegliedert. Seit letzter Woche ist Teil drei mit dem Namen „Bachs Musik wird zum Modell“ gestartet. Dabei steht im Mittelpunkt, wie die Musik Johann Sebastian Bachs von damals bis heute Musikerinnen und Musiker beeinflusst hat.

Erleben mit allen Sinnen

Und da es um Musik geht, gibt es natürlich auch Musik zu hören, erklärt Henrike Rucker, Ausstellungskuratorin am Bachmuseum: „Wir haben mehr als 70 Hörbeispiele in der Ausstellung, das heißt, alles was in den Vitrinen ausgestellt ist, kann man auch hören. Man kann Bachs Originale mit Bearbeitungen vergleichen und man kann sogar Spiele spielen, seine eigenen Bach-Charts erstellen, Klangbeispiele den Ländern auf einer Weltkarte zuordnen und dann ein Lösungswort finden.“ Zudem gibt es auch viel fürs Auge, z.B. kostbare Notenhandschriften und es gibt bildende Kunst zu sehen: neun Drucke von Eduardo Chillida, einem bedeutenden spanischen Bildhauer und Zeichner, der ein großer Bachfan ist. 

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Von Beethoven bis zu den Beatles

Wie ein roter Faden spinnt sich dabei Bachs Einfluss auf Musikerinnen und Musiker durch die Ausstellung. Beginnend bei Komponisten wie Beethoven bis hin zu Popstars wie die Beatles oder sogar Lady Gaga. „An einer zentralen Station stellen wir 10 Titel vor, wobei man jeweils den Hit und die Vorlage von Bach hörend vergleichen kann. z.B. „Penny Lane" von den Beatles. Das berühmte Trompetensolo ist von Bachs zweiten Brandenburgischen Konzert inspiriert. Sting verarbeitete in der Gitarrenbegleitung seines Hits „Whenever I say your name“ das kleine Präludium in C-Dur. Auch Lady Gaga verwendete in der Videofassung ihres Hits „Bad Romance“ die Fuge in h-Moll aus Bachs „Wohltemperierten Klavier“ Teil 1. Sie erklingt dort in einem sehr technischen Synthesizersound zu Beginn und am Ende des Titels," erläutert Henrike Rucker. Am Ende der Ausstellung wird man also nicht nur Bach, sondern auch Popsongs sicher ganz anders hören als vorher. 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft
Klassik-Dating

Neues Dating-Format für Klassik-Fans: Wie Musik der Liebe auf die Sprünge hilft

Dating ohne App, dafür mit klassischer Musik: In Berlin wagt ein Klassik-Duo das Experiment und macht Liebeslieder zum Ausgangspunkt neuer Dating-Begegnungen. Während sonst digital gewischt und gematcht wird, setzt dieses Format auf das, was wirklich verbindet: Gemeinsame Hörerlebnisse, persönliche Gespräche – und die Chance, sich jenseits digitaler Algorithmen näherzukommen.

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand
Zwei kostümierte Frauen am Karneval in Venedig

Masken, Melodien, Menschenmengen – Wie der venezianische Karneval die Oper erfand

Von funkelnden Masken über laute Kanäle bis zu prunkvollen Opernhäusern: Im Venedig des 17. Jahrhunderts verschmolzen Feierlust und Kunst zu einem neuen Kulturerlebnis, das die Musikgeschichte revolutionierte. Der Karneval wurde zur Geburtsstätte der Oper – ein Spektakel für Zehntausende, die aus ganz Europa in die Lagunenstadt strömten.

„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit
Rüdiger Meng am Klavier

MENG - The Art Of LiveComposition
„Ich spiele nicht die Musik, sondern die Musik spielt mich“ – Rüdiger MENG komponiert in Echtzeit

Wenn er sich ans Klavier setzt, ist alles möglich. Rüdiger MENG komponiert live auf der Bühne – ohne Netz, ohne doppelten Boden. Damit hat er schon Musiklegenden wie Quincy Jones, Phil Collins oder Simply Red beeindruckt. Im Interview mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch erzählt er, warum diese Form der Live-Komposition für ihn die höchste Disziplin ist – und ein klares Statement gegen KI und durchgeplante Shows.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national