Alles anders und alles neu: die Wiener Klassik

Epochenwissen  Alles anders und alles neu: die Wiener Klassik

Eine Epoche, die wohl die drei beliebtesten und bekanntesten Komponisten hervorgebracht und die Musik verändert hat.

Alles anders und alles neu: die Wiener Klassik

Wiener Klassik kurz erklärt

Bei der Wiener Klassik handelt es sich nicht etwa um die klassische Musik, die man in der Stadt Wien hören kann, sondern um eine ganze musikalische Epoche.

Ab 1770 entwickelten sich innerhalb der Musikwelt ein ganz neuer Stil und vor allem auch eine ganz neue Art des Komponierens. Diese Veränderungen traten vor allem in der Stadt Wien auf und so entwickelte sich in der Zeit zwischen 1750 und 1825 die Wiener Klassik. Das Besondere an dieser Epoche ist, dass sie wohl drei der größten und bis heute beliebtesten Komponisten hervorgebracht hat: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Beethoven steht allerdings bereits am Übergang zur Romantik.

Die Wiener Hofburg
Foto: Photo by Jörg Bauer on Unsplash

Merkmale der Wiener Klassik

Was genau ist jetzt aber das Außergewöhnliche an dieser Epoche und wie erkennt man die musikalischen Merkmale der Wiener Klassik?

Die wichtigsten Merkmale der Wiener Klassik sind erst einmal die Klarheit und Natürlichkeit innerhalb der Musik. Die Wiener Klassik zeichnet sich dabei hauptsächlich durch Instrumentalmusik aus. Bezeichnend für die Wiener Klassik waren außerdem die häufig verwendeten hellen Dur-Tonarten und eine hauptsächlich beschwingte, glückliche Musik, die hin und wieder von dramatisch-monumentalen Einwürfen gezeichnet war und damit einen hohen Kontrast widerspiegelte.

Die Wiener Klassik wurde in erster Linie durch die in der Französischen Revolution vertretenen Ideale und der damit einhergehenden Aufklärung innerhalb der Gesellschaft geprägt. Die neuen Weltanschauungen machten auch vor der Kunst und Kultur keinen Halt. Die Komponistinnen und Komponisten der Wiener Klassik wollten mit ihrer Arbeit ebenfalls ihren Teil zu der neuen Gesellschaftsstruktur beitragen.

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Dies gelang ihnen in erster Linie mit einer völlig neuen Art des Komponierens. Es entstanden klar Regeln und Schemata, nach denen die Komponistinnen und Komponisten ihre Werke entstehen ließen. In der Wiener Klassik wurden immer wieder bestimmte Grundmuster aus acht Takten verwendet, woraus die Sonatenhauptsatzform entstand. Ganz besonders der erste Satz der Sonate ist danach immer gleich aufgebaut. In der Wiener Klassik wurden außerdem viel häufiger singbare Melodien verwendet.

Während der Wiener Klassik wurden auf der einen Seite bereits etablierte Gattungen wie Sonaten oder Sinfonien abgewandelt und angepasst, auf der anderen Seite wurden aber auch gänzlich neue Arten in der Wiener Klassik eingeführt. Eine Neuerscheinung der Wiener Klassik war beispielsweise das Streichquartett. Es besteht aus zwei Geigen, einer Bratsche und einem Violoncello, jedes dieser vier Streichinstrumente wird den anderen gleichgestellt. Eine für die Wiener Klassik charakteristische Gattungen war außerdem auch das Konzert.

Ganz typisch für die Wiener Klassik war ein sich durch das ganze Stück durchziehendes Thema oder Motiv. Dieses Motiv wird zwar innerhalb des Stücks immer wieder abgeändert, bleibt aber klar erkennbar und wird von den unterschiedlichen Instrumenten wiederholt.

Die Hauptmerkmale der Wiener Klassik im Überblick

  • Klarheit und Natürlichkeit
  • Hauptsächlich Instrumentalmusik wie Streichquartett
  • Bestimmte Grundmuster aus acht Takten (= Sonatenhauptsatzform)
  • Ein sich durch das gesamte Stück durchziehende Hauptmotiv
  • Kontrast: Beschwingte Musik in hellen Dur-Tonarten mit dramatischen Ausbrüchen
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Warum nennt man diese Epoche der klassischen Musik Wiener Klassik?

Die drei wohl bekanntesten Komponisten dieser Zeit waren Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Alle drei Komponisten stammen zwar ursprünglich nicht aus Wien, zogen aber dort hin und hatten ihre Hauptschaffenszeit in dieser Stadt. Außerdem wurde ganz besonders am Wiener Hof ihre Musik gefördert. In der damaligen Zeit befand sich also das kulturelle und vor allem musikalische Zentrum in Wien. 

Die drei ganz Großen

Joseph Haydn

Seine Musik gehört zu den wohl mit bekanntesten der Wiener Klassik und der klassischen Musik allgemein. Von Joseph Haydn stammt unter anderem die heutige  deutsche Nationalhymne. Zu seinen beliebtesten Werken zählt auch die „Sinfonie mit dem Paukenschlag“, bei der vermutet wird, dass er die Paukenschläge nur eingebaut hat um das Londoner Publikum aus dem Schlaf zu holen. Überraschende Elemente waren ganz typisch für die Sinfonien Haydns.

Joseph Haydn zählt als der „Vater“ der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts und beeinflusste mit seiner Musik auch das Schaffen von Mozart und Beethoven.

Gezeichnetes Portrait von Joseph Haydn
Foto: AdobeStock

Wolfgang Amadeus Mozart

Er ist wohl der Komponist, dessen Namen wirklich jeder kennt. Obwohl Mozart nur 35 Jahre alt wurde, eröffnete er eine ganz neue Welt der Musik. Er schrieb 18 Messen, 12 Violinkonzerte, 12 Werke für Blasinstrumente und Orchester, 18 Klaviersonaten, 42 Lieder, 23 weitere Orchesterwerke, 30 Klavierkonzerte, rund 60 Sinfonien und 21 Opern. Zu seinen wohl bekanntesten Opern gehören „Die Entführung aus dem Serail“ (1782), „Don Giovanni“ (1787) und „Die Zauberflöte“ (1791). Eines seiner beliebtesten Werke ist „Die kleine Nachtmusik“.

Mozart war ein ganz beispielhafter Komponist der Wiener Klassik: Besonders beeinflusst von den Idealen der Französischen Revolution, schrieb er Opern, die auch jeder Bürger verstehen konnte und lies die Sängerinnen und Sänger in der deutschen Sprache singen.

Wolfgang Amadeus Mozart
Foto: Barbara Krafft

Ludwig van Beethoven

Seine Sinfonien kennt vermutlich jedes Kind. Denken wir nur an die einschlägigen ersten Töne seiner 5. „Tam Tam Tam Tam“. Ludwig van Beethoven hat eine beachtliche Menge an verschiedensten Kompositionen hinterlassen. Neun vollendete Sinfonien und eine große Anzahl an Sonaten für Klavier und Orchester. Er schrieb auch Streichquartette, Opern und Messen. Beethoven hat insgesamt rund 240 Werke hinterlassen. Er gilt als der Vollender der Wiener Klassik und gleichzeitig als der Wegbereiter der darauffolgenden Romantik.

Zu seinen mit bekanntesten Werken gehören unter anderem "Für Elise" und "Die Ode an die Freude"

Porträt von Ludwig van Beethoven
Foto: Adobe

Drei der bedeutsamsten Werke der Wiener Klassik

Die Wiener Klassik zählt zu einer der bedeutsamsten und prägendsten Epochen in der Musikgeschichte. Auf den Schultern der Musikerinnen und Musiker, die auf die großen Komponisten der Wiener Klassik folgten, lastete ein schweres und großes Erbe. Egal ob Schubert, Mahler oder Brahms sie mussten sich an den Großen der Wiener Klassik und deren Ideale messen lassen.