Ein Brief mit einigen geschriebenen Zeilen, daneben ein aufgeschraubter Füller
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Ein Brief mit einigen geschriebenen Zeilen, daneben ein aufgeschraubter Füller
Welttag des Briefeschreibens

Die Briefgeheimnisse der Komponisten

Welche Briefe Robert und Clara Schumann fast in Verzweiflung gestürzt haben, mit wem Tschaikowsky am Meisten korrespondierte und warum Mozarts Briefe nicht nur unterhaltsam sind.

Fleißige Briefeschreiber

Flinke Finger hatten die Komponisten alle – aber damit haben sie nicht nur Stücke notiert und Klavier gespielt. Viele von Ihnen hatten ein großes Faible zum Briefeschreiben. Richard Wagner z.B. schrieb allein in einem Jahr 300 Briefe! Und von Peter Tschaikowsky gibt insgesamt 5000 Briefe. Sie gingen unter anderem an seine Verwandten, vor allem an seinen jüngsten Bruder Modest, seinen Verleger, seine Freundin und Mäzenin Nadeshda von Meck, seinen Kollegen, aber auch Kollegen wie Nikolai Rimski-Korsakov.

Reiseberichte in Briefform

Auch Wolfgang Amadeus Mozart und sein Vater Leopold haben die Post ordentlich beschäftigt. Dabei haben die Briefe heute nicht nur für Klassikfans einen besonderen Mehrwert. Denn in ihrer Korrespondenz berichten Vater und Sohn über den Verlauf und die Umstände ihrer Reisen quer durch Europa und liefern somit detailreiche, authentische Berichte über Reisen im 18. Jahrhundert. 

Ein Brief von Leopold Mozart an Martha Elisabeth Baronin von Waldstätten
Brief von Leopold Mozart an Martha Elisabeth Baronin von Waldstätten
Brief von Leopold Mozart an Martha Elisabeth Baronin von Waldstätten

Briefe trieben Schumanns zur Verzweiflung

Ganz besonders war auch der Briefwechsel zwischen Clara und Robert Schumann, die sich so – vor allem in der Anfangszeit ihrer Beziehung – so gegenseitig ihre Liebe beteuerten. Doch dann sorgten genau diese Liebesbriefe nach dem Umzug ins Rheinland für große Verzweiflung. Das Paar hatte sie sorgfältig in einer Kassette aufbewahrt, doch die war nun verschwunden. Erst vermutete man sie in einer der Umzugskisten, die man der Schwägerin in Sachsen geschickt hatte. Doch auch dort war sie nicht. Schließlich fand man sie auf dem eigenen Dachboden in Düsseldorf. Dort hatten die Schumanns gleich zu Beginn des Umzugs einen Karton abgelegt. 

Verbrannte und Versenkte Briefe

Die Briefe, die sich Clara Schumann später mit Johannes Brahms schrieb, hatten leider nicht so viel Glück: die Komponistin hat sie größtenteils verbrannt, Brahms versenkte sie im Rhein.

Auch Beethoven schrieb viel und ausführlich - doch sein Brief an die "unsterbliche Geliebte" ist etwas ganz Besonderes: er weist eine besonders zarte Schrift auf und hat mit seinem Inhalt auch schon so manchen anderen Leser als die Adressatin verzaubert. 

(01.09.21/K.Jäger)