Pneumokokken: Kinder mit erhöhtem Risiko schützen

Pneumokokken: Kinder mit erhöhtem Risiko schützen

Warum chronische Erkrankungen schwere Infektionen begünstigen können – und wann ein zusätzlicher Impfschutz wichtig wird

Pfizer 26Foto: Pfizer

Warum Pneumokokken für manche Kinder besonders gefährlich sind

Wenn die Temperaturen sinken, beginnt die Saison der Atemwegserkrankungen.¹ Auch Infektionen mit Pneumokokken treten in der kälteren Jahreszeit häufiger auf.² Die Bakterien können durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden. Viele Menschen tragen sie unbemerkt im Nasen-Rachen-Raum und können andere anstecken.³ Besonders gefährdet sind kleine Kinder in den ersten beiden Lebensjahren sowie Kinder und Jugendliche mit bestimmten chronischen Erkrankungen.⁴ ⁵

Eine Pneumokokken-Infektion kann beispielsweise eine Mittelohr- oder Lungenentzündung verursachen. Gelangen die Erreger in normalerweise keimfreie Bereiche des Körpers, drohen schwere Verläufe, etwa eine Hirnhautentzündung, Blutvergiftung oder schwere Lungenentzündung. Diese Erkrankungen können lebensbedrohlich sein und bleibende Schäden hinterlassen.³

Bei Kindern und Jugendlichen zwischen zwei und siebzehn Jahren mit mindestens einer chronischen Erkrankung kann das Risiko, wegen einer schweren invasiven Pneumokokken-Erkrankung medizinisch behandelt werden zu müssen, bis zu 17,8-mal so hoch sein wie bei Gleichaltrigen ohne entsprechende Vorerkrankung.⁶ Deshalb verdient der Schutz besonders gefährdeter Kinder frühzeitig Aufmerksamkeit.

Chronische Erkrankungen erkennen – Impfschutz prüfen

Zu den Erkrankungen, die das Risiko schwerer Pneumokokken-Infektionen erhöhen können, gehören unter anderem Asthma, Neurodermitis, angeborene Herzfehler, Diabetes und Epilepsie.⁷ ⁶ ⁸ Auch Immunschwächen sowie bestimmte rheumatische oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können eine Rolle spielen.⁷ ⁸

Eine Impfung kann dazu beitragen, schwere Pneumokokken-Erkrankungen zu verhindern.⁹ Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit Januar 2026 für Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis siebzehn Jahren mit bestimmten Risikofaktoren eine einmalige Impfung. Diese Empfehlung gilt auch dann, wenn bereits im Säuglingsalter eine Pneumokokken-Grundimmunisierung erfolgt ist.⁷

Für Eltern lohnt es sich daher, den Impfpass ihres Kindes in der kinder- und jugendärztlichen Praxis überprüfen zu lassen. Dort kann geklärt werden, ob aufgrund einer Vorerkrankung ein zusätzlicher Impfschutz empfohlen wird und wann die Impfung sinnvoll ist.⁷ Die Kosten für STIKO-empfohlene Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.⁷


¹ Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Atemwegsinfektionen. Letzter Zugriff: 17.08.2026.

² Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber Pneumokokken, invasive Infektion. Stand: 19.02.2026. Abrufdatum: 25.08.2026.

³ Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Pneumokokken-Impfung bei Kindern. Letzter Zugriff: 17.08.2026.

⁴ Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Pneumokokken-Impfung bei Kindern. Abrufdatum: 25.08.2026.

⁵ Robert Koch-Institut. Impfempfehlung Pneumokokken. Stand: 23.03.2026. Abrufdatum: 25.08.2026.

⁶ Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2026; 2: 3–18.

⁷ Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2026; 4: 1–79.

⁸ Trier NH, Houen G. International Journal of Molecular Sciences. 2023; 24(17): 13609.

⁹ Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2026; 8: 3–11.

 

Mehr zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national