Franz Schubert

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Franz Peter Schubert war ein bekannter Wiener Komponist, der die Romantik prägte. Obwohl er nur 31 Jahre alt wurde, schuf er ein immenses Werk. „Drüben hinter’m Dorfe
Steht ein Leiermann,
Und mit starren Fingern
Dreht er was er kann.“
Der Leiermann, erste Strophe aus „Die Winterreise“ von Franz Schubert, Text von Wilhelm Müller.

Schubert, der unglückliche Liedkomponist

Die Melancholie von Schuberts berühmten Liedern hat sein Bild des unglücklichen Komponisten in der Öffentlichkeit geprägt. Doch er scheint auch ein geselliger Mensch gewesen zu sein. Oft traf Schubert sich mit seinen Freunden in Wiener Gasthäusern und gab sein Geld für gemeinsame Abende aus. Wenn er seine Zeche nicht bezahlen konnte, schrieb er kurzerhand ein spontanes Lied für den Wirt und beglich damit seine Schulden. Viele dieser Kompositionen von Franz Schubert sind wohl für immer verschollen. Wie viele Lieder er genau geschrieben hat, konnten deshalb selbst Wissenschaftler nicht herausfinden. Es sollen rund 600 Stück sein, zu denen weltliche und geistliche Chormusik, sieben vollständige und fünf unvollendete Sinfonien, Ouvertüren, Bühnenwerke wie etwa Opern, Klaviermusik und Kammermusik zählen.

Klavier und Romantik

Franz Peter Schubert, der am 31. Januar 1797 in Himmelpfortgrund bei Wien (heute ein Wiener-Stadtteil) geboren wurde, hat aber mehr als nur romantische Lieder zu bieten. Viele Pianisten verehren den Komponisten für seine Klavierwerke. Mit seinen Impromptus und oder auch seinen Moments musicaux überwand er die klassische Sonatensatzform. In diesen Stücken konnte er seinen Ideenreichtum und seine Fantasie voll ausschöpfen.
Franz Schubert war das 12 Kind von 14 Kindern, aber nur der vierte überlebende Sohn aus der ersten Ehe seines Vaters Franz Theodor mit seiner Mutter Elisabeth Viez. Als Wiener Hofsängerknabe konnte er sein musikalisches Talent schon früh entfalten, auch sein Vater unterstütze zu Beginn sein musikalisches Talent. Selbst Antonio Salieri war von seinen Fähigkeiten überzeugt und unterrichtete den 15-jährigen Schubert für vier Jahre in Komposition.

Bariton Benjamin Appel singt Schubert:

Franz Schubert - seine erste unglückliche Liebe

1816 reichte Schubert eine Bewerbung für eine Stelle als Musiklehrer in Ljubljana ein. Er wollte seine Jugendliebe Therese Grob heiraten und benötigte dafür einen sicheren Posten mit regelmäßigen Einkünften. Leider konnte er weder den Posten noch Therese für sich gewinnen – er blieb sein ganzes Leben lang unverheiratet. Statt in Ljubljana arbeitete er als Schulgehilfe an der Schule seines Vaters mit, nachdem er das Stadtkonvikt verlassen musste, da er sich nicht fügen wollte. Diese Tätigkeit merkt man seinen Briefen an – Schubert hatte eine wunderschöne Handschrift. Seine Briefe waren auch eine Art Tagebuchersatz, denen er seine tiefsten Gefühle anvertraute.
Er wollte komponieren und das tat er auch im Alter von 16 bis 19 Jahren. Er schrieb in diesen Jahren alleine fünf Sinfonien, vier Messen, sechs Opern, vier Streichquartette und eine Vielzahl kleinerer Stücke sowie rund 270 Lieder. Dazu zählten beispielsweise der Erlkönig, die Prometheus-Kantate, die beiden Sinfonien Nr. 4 c-Moll (die „Tragische“) und Nr. 5 B-Dur sowie die Messe Nr. 4 C-Dur. Doch bereits zuvor, 1814 schrieb Schubert bereits seine erste Oper „Des Teufels Lustschloß“, seine Messe Nr. 1 in F-Dur und die Werke „Gretchen am Spinnrade“ (aus Goethes Faust) und „Der Taucher“.

Schubert erlangt erste Bekanntheit

Erst 1818 sagte Schubert sich von seinem Elternhaus los. Danach arbeitete er als freischaffender Komponist und zeitweise auch als Musiklehrer bei der Familie von Graf Johann Esterházy. Seine Lieder führte der Komponist oft bei den berühmten Schubertiaden, die wohl bekannteste Hausmusik, in seinem Freundeskreis auf. Durch diese Hauskonzerte konnte er seine ersten Liederhefte bekannt machen. Doch viel Geld verdiente Schubert nicht damit. Er lebte bei Freunden und diese mussten Schubert Geld leihen und für seinen Unterhalt sorgen.

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Schubert im Schatten Beethovens

Franz Schubert hatte schwer zu kämpfen mit dem übermächtigen Ludwig van Beethoven, der mit seinen neun Symphonien neue Standards für die Musik geschaffen hatte und viele Nachfolger wie ein dunkler Schatten verfolgte. Es schien fast unmöglich, diesen Meister der Tonkunst zu übertreffen. Schubert haderte häufig mit seinen eigenen Kompositionen. Viele seiner Ideen blieben in den Anfängen stecken und nur als Fragmente erhalten. Seine berühmte „Unvollendete“ Symphonie in h-Moll besteht aus nur zwei abgeschlossenen Sätzen, entgegen der Tradition einer viersätzigen Symphonie. Es sind noch drei weitere Entwürfe für Symphonien überliefert. Auch einige Klaviersonaten und ein Streichquartett sind unvollendet. Dennoch wir Schubert heute zusammen mit Beethoven als Begründer der Romantik gesehen. 

Früher Tod von Franz Schubert

Trotz der bedrohlichen Dominanz Beethovens verehrte Schubert den 27 Jahre älteren Komponisten. Er war einer der 36 Sargträger, die Beethoven am 29. März 1827 zu Grabe trugen. Nur ein Jahr später, 1828, folgte der nur 31-jährige Schubert seinem Idol nach. Franz Schubert starb am 19. November 1828 im Haus seines Bruders an Typhus. Durch seine langjährige Syphilis-Erkrankung war sein Immunsystem so geschwächt, dass ihn wohl deswegen Abdominaltyphus durch die schlechten hygienischen Bedingungen in Wien ereilte. Er wurde neben Beethoven am Währinger Ortsfriedhof bei Wien beerdigt. 1873 wurde er auf den Wiener Zentralfriedhof umgebettet, als seine erste Grabstätte aufgelöst wurde.

Wunderlicher Alter!
Soll ich mit dir geh'n?
Willst zu meinen Liedern
Deine Leier dreh'n ?

Der Leiermann, fünfte Strophe aus „Die Winterreise“, Text von Wilhelm Müller.

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