Comic, Oper und Film in einem Werk:

„Weiße Rose“ als Graphic OperaComic, Oper und Film in einem Werk:

Comics und Oper - zwei Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Die Staatsoper Hamburg bringt beides unter einen Hut zu bringen: mit einer Graphic Opera.

Comic, Oper und Film in einem Werk:Foto: Brinkhoff-Moegenburg

Wechselwirkung von Kunst und Technologie

"Film ist eigentlich ein gutes Medium, denn es ist corona-technisch nicht so ein Problem und man kann über Film sehr viel erzählen. Der erste Gedanke war: wir könnten zu der Musik einen Film produzieren, ganz simpel. Da habe ich direkt den Animationsfilm ins Gespräch gebracht, weil die Möglichkeiten da ganz toll sind", erklärt Georges Delnon, der Intendant der Staatsoper Hamburg.

Denn Kunst und Technologie haben sich schon immer inspiriert: "Man sieht immer wieder in der Kulturgeschichte, dass Technologie auch immer ein wichtiger Bestandteil war, der künstlerischen Entwicklung. Manchmal haben auch die Wünsche der Künstler neue Technologien auf den Weg gebracht und gleichzeitig haben neue Technologien Künstler inspiriert. Eine Wechselwirkung die sehr interessant ist."

Wenn Oper auf Comic trifft

Bei einer Graphic Opera ist das Bühnenbild wie ein Comic gezeichnet, in diesem Fall sogar von Hand. Die Darsteller werden normal gefilmt und dann hineingeschnitten. So entsteht ein Mix aus Comic und Oper. Dabei spielen die Sänger*innen ganz normal auf der Bühne vor einem Green Screen (das bedeutet eine grüne Wand, in der später der entsprechende Bildhintergrund, in dem Fall das Comic, eingeblendet wird. Natürlich gibt es dementsprechende Markierungen etc., damit die Darsteller wissen, wo sie stehen und wie sie sich bewegen müssen. Der Gesang wurde bereits vorher im Studio aufgenommen, während der Schauspielaufnahmen wird also Playback gesungen. 

Szenische Umsetzung von "Sophie Scholl" an der Oper Köln

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Die "Weiße Rose" als Graphic Opera

Nun handelt die Graphic Opera von einem eher schweren Thema: dem Schicksal von Sophie Scholl und ihrem Bruder Hans, die während des Naziregimes in Deutschland die Widerstandsgrupoe, "Weiße Rose" gegründet haben. Ist eine Graphic Opera überhaupt das richtige Medium für so eine Geschichte? 
"Ich habe gesehen, dass es heute Comics zu sehr sehr ernsten Themen gibt. Ich finde es eigentlich einen ganz guten Weg, mit einer gewissen Leichtigkeit die Schwere von gewissen Themen anders umzusetzen oder zu vermitteln", erläutert Georges Delnon.

Deshalb hat ihn das Animationsformat für dieses Thema auch so gereizt: "Die Imagination ist natürlich eine andere und was mir bei diesem Thema sofort als Idee gefiel, ist, dass man mit diesem Graphic Element, diesem sehr persönlichen Zeichnen, vielleicht ein jüngeres Publikum gewinnen kann, was dieses Medium sehr gut kennt und es dann in Verbindung mit Musik eben so weiter entwickelt, dass es diese jungen Menschen tatsächlich sensibilisiert für so ein Schicksal wie Sophie Scholl." 

Oper kann auch Politik

Denn Oper sollte durchaus auch mal politisch sein, meint der Intendant der Staatsoper Hamburg: "Ich denke, dass das politische Engagement einfach dazugehört. Die meisten großartigen Komponistinnen und Komponisten haben meistens aus eigentlich gesellschaftlichen Motiven heraus, ihre Wunderwerke geschaffen. Weil sie eben relevante Themen thematisieren und Menschen näher bringen wollten. Deshalb finde ich es auch wichtig, gerade heutzutage, dass eine Oper auch politisch denkt und agiert." 

Die Graphic Opera "Weiße Rose" ist am 9. Mai 2021, pünktlich zu Sophie Scholls 100. Geburtstag auf ARTE zu sehen. 

(22.03.2021/ K.Jäger)
 
 

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