Chormitglieder singen sich ein, mit Gesangsmappen in der Hand
Hayo/Adobe Stock
Chormitglieder singen sich ein, mit Gesangsmappen in der Hand
Wenn Flashmob auf Klassik trifft:

"Symphonic Mob": Deutschlands größtes Spontanorchester

Dabei treffen Profi-Musiker und Laien aller Altersstufen und mit unterschiedlichem Können aufeinander, proben kurz und geben dann ein Konzert.

Von Berlin nach ganz Deutschland

Im Sommer 2014 hat das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin das Konzept erstmalig in Berlin verwirklicht, seitdem kommen jedes Jahr unter der Dachmarke "Symphonic Mob" auch in anderen Städten musikalische Begegnungen statt. Am kommenden Samstag ist München das erste Mal mit dabei. Die Resonanz ist schon jetzt groß, berichtet Projektleiterin Rebecca Friedman vom Musikvermittlungsteam der Münchner Philharmoniker: "Momentan sind wir ca. bei 300 Anmeldungen. Von Profis werden auf jeden Fall ca. 35 Philharmonikerinnen und Philharmoniker dabei sein und 10-20 Mitglieder des Philharmonischen Chor Münchens, die uns auch unterstützen."
 

Fagotte und Schlagwerk noch gesucht

Dabei ist die Altersgruppe bunt gemischt: "Die jüngste Teilnehmerin momentan ist sieben Jahre alt und der Älteste ist 83", so Friedman. Bei den Instrumenten sind allerdings einige besser vertreten als andere: "Es haben sich sehr viele Geigen angemeldet, auch viele Celli, Kontrabässe etwas weniger. Bei den Bläsern ist besonders auffällig die Flöten- und Klarinettengruppe. Da haben sich viele angemeldet und wir haben tatsächlich schon eine Warteliste eingerichtet, damit der Klang wirklich etwas ausgewogen ist. Beim Blech ist es so ganz gut verteilt und Schlagwerk könnten wir tatsächlich noch gebrauchen und auch Fagotte fehlen uns noch und die Bratschen sind nicht ganz so gut besetzt wie die anderen Streichergruppen."

Alle sind eingeladen!

Nicht nur Instrumente und Altersgruppen sind bunt gemischt, auch die Könnensstufen variieren. Und das ist gewollt: "Deswegen ist das schöne, dass es von den ganzen Orchester- und Chorstimmen vereinfachte Versionen gibt. So können alle mitmachen, auch die vielleicht noch nicht so ein hohes Niveau haben, aber schon ein Instrument spielen oder singen. Das ist wirklich etwas ganz Wichtiges für uns: dass wir da versuchen, möglichst niemanden auszuschließen, sondern alle einzuladen", betont Friedman. Das gilt auch für das Publikum: man braucht keine Eintrittskarte, sondern kann einfach vorbeikommen und zuhören.

Die Halle E der neuen Isarphilharmonie in München
Tobias Hase
Die Halle E der neuen Isarphilharmonie in München

In der Halle E in der Isarphilharmonie treffen u.a.  Konzert- auf Büchereibesucher. Hier wird der "Symphonic Mob" am Samstag stattfinden. Dabei wird der Chor auf den Balkonen platziert, das Orchester spielt in der Mitte.

Konzert nach nur einer Stunde Probe

Dabei bekommen die Teilnehmer zunächst ein T-Shirt überreicht - ein Zeichen, dass sie zu den Musikern gehören. Dann probt Dirigent Felix Mayer zuerst mit dem Orchester. Der Chor wird in einem separaten Raum eingesungen, unter der Leitung von Andreas Herrmann, dem Leiter des Philharmonischen Chors. Danach wird alles zusammengefügt. Nach einer Stunde Probe folgt dann auch schon die Aufführung. Ein straffer Zeitplan, doch Dirigent Felix Mayer ist zuversichtlich: "Das wird sicher schon mit der ein oder anderen Herausforderung verbunden sein. Doch die Musik wird das schon schaffen (...): wir werden zusammen musizieren und die Musik wird uns zusammenbringen."

Buntes Repertoire

Dabei ist der Dirigent begeistert von der Musikauswahl: "Alle vier Stücke sind wunderschön: wir spielen und singen den "Chor der Hebräer" aus Verdis Oper "Nabucco", wir spielen ein Stück aus "Jupiter" von Gustav Holst, wir spielen das wundervolle "Pomp and Circumstance No. 1" von Edward Elgar. Doch besonders freue ich mich, weil ich die Stadt auch so liebe, auf die "Schöne blaue Donau" von Johann Strauß"".

Und so sah der "Symphonic Mob" in Berlin aus:
Symphonic Mob 2021 | Robin Ticciati | Christian Tetzlaff | DSO Berlin
Symphonic Mob 2021 | Robin Ticciati | Christian Tetzlaff | DSO Berlin

Besonderes Erlebnis

Und auch sonst ist der "Symphonic Mob" ein ganz besonderes Erlebnis für ihn: "Ich freue mich, dass sich Leute spontan und auch in so großer Zahl hier in München endlich mal treffen, um ganz unverkrampft und auch mit wenig Probenzeit zusammen zu musizieren. Ich glaube dass ist ein wundervolles Projekt und es wurde höchste Zeit, dass wir das in München auch mal machen."

Ich würde mir wünschen, dass alle, die aus unserem Konzert herauskommen, so etwas bald wieder machen möchten!

Mittendrin statt nur dabei!

Das Konzert findet am Samstag, den 25. Juni 2022 um 15 Uhr in der Halle E der Isarphilharmonie in München.  Der Eintritt ist frei. Wer mitmachen möchte, muss sich vorher anmelden. Alle Infos gibt es hier.

In welchen Städten es ebenfalsl einen "Symphonic Mob" gibt und alle Infos zu der Aktion finden Sie auf der Website des Aktion.

(21.06.2022/K.Jäger)