Wie klingen die wundersamen Tiefen des Meers?

Ausstellung SeaphonyWie klingen die wundersamen Tiefen des Meers?

Bei der Ausstellung Seaphony kann man in die vielfältige und vor allem laute Unterwasserwelt eintauchen und sie ganz neu kennenlernen.

Wie klingen die wundersamen Tiefen des Meers?Foto: Pressekit Seaphony

Der blaue Planet

Wissen Sie, wie das Meer klingt? Nicht etwas das angenehme Rauschen der Wellen am Strand, sondern all die Lebewesen und Geschehnisse unterwasser in den Tiefen des Ozeans. Das möchte die Ausstellung Seaphony in der Alten Münze Berlin den Menschen näherbringen. „Die Ausstellung Seaphony handelt von der Faszination, aber auch der Gefährdung der Meere. 70 % der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. 1968 mit dem ersten Bild, was aus dem Weltall von der Erde geschossen wurde, ist uns überhaupt erst mal aufgegangen, dass die Erde eigentlich ein blauer Planet ist und die Faszination und Gefährdung sehr unterschiedliche Aspekte der Meere, versuchen wir mit drei sehr unterschiedlichen Installationen in der Ausstellung Seaphony zu beleuchten“, erzählt Diana Schniedermeier die Executive Producerin der Ausstellung im Gespräch mit Klassik Radio.

In der Ausstellung von Seaphony
Foto: Pressekit Seaphony

Ein Ort voller Geräusche

Für die meisten Menschen ist die Vorstellung von all den Leben unterwasser nicht wirklich greifbar. Den meisten ist aber eines klar, ganz tief unten ist es ziemlich dunkel. Die Lebewesen orientieren sich deshalb hauptsächlich durch Geräusche. Doch wie klingt das? Beim Untertauchen hört man doch eher eine dumpfe Stille, oder? „Seid Jaque Cousteau hält sich die Vorstellung, dass das Meer ein stiller Ort ist. Tatsächlich ist es so, dass wir mit unserem menschlichen Hörorgan Unterwasser viele Geräusche nicht hören können. Mit sogenannten Hydrophonen kann man aber das sehr lebendige Klangleben im Meer sehr gut erschließen. Fast jedes Tier und Lebewesen im Meer ist auf Schall als Kommunikations- und Orientierungsmittel angewiesen.“

Licht und Klänge

Bei der Ausstellung haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, voll und ganz in die Meereswelt einzutauchen, was nicht nur durch ein Klangerlebnis, sondern auch durch visuelle Installationen möglich gemacht wird. „Die Besucher gehen in einen Raum – etwa 500 Quadratmeter groß – und sie werden von einer Lichtstimmung empfangen, die uns an die Weite und Unendlichkeit des Meeres erinnert. Wir hören Geräusche von abbrechenden Gletschern, von Pinguinen, wir hören Orchafamilien miteinander kommunizieren“, erklärt Schniedermeier. Visuell wird das Publikum durch die Lichtinstallation von Theresa Baumgartner in das Treiben unterwasser mitgenommen.

Einmal um die ganze Welt

Das Klangerlebnis stammt vom Sounddesigner und Komponisten Chris Wattson. Seit über 30 Jahren ist dieser auf der ganzen Welt unterwegs und sammelt die Geräusche der Natur ein. Gemeinsam mit der Initiatorin Inna Krüger entwickelte Wattson ein Konzept und eine Route für sein Klangbild: "[Die Seaphony] geht etwa 45 Minuten, hat seine ganz eigene Dramaturgie und beschreibt eine Klangreise von der Antarktis quer durch die Weltmeere hin bis zur Arktis, wo das ganze Stück schließt, mit dem Geräusch von frierendem Eisschlamm.“ Für seine Komposition Seaphony verwendete er auf der einen Seite bereits ältere Aufnahmen aus seiner Schaffenszeit, gleichzeitig, aber auch neue, wie zum Beispiel Blauwalgesänge, die er im März in Kalifornien aufgezeichnet hat.

Chris Watson an einem Meer voller Eis
Foto: Pressekit Seaphony
Vieler dieser Geräusche können wir gar nicht zuordnen, denn kaum jemand von uns wird schon mal Barrobben miteinander kommunizieren hören. Viele Geräusche sind für uns ganz ungewöhnlich.
Diana Schniedermeier

Die Lärmverschmutzung der Meere

Neben den Geräuschen der Meeresbewohner will Seaphony auch auf die von Menschen gemachten Probleme in der Meereswelt aufmerksam machen, erzählt uns Diana Schniedermeier: „Ein großes Problem ist die Lärmverschmutzung. Die Schifffahrt, Tiefseebergbau und wir hören das auch in der Seaphony, wenn sich beispielsweise dort Bartrobben miteinander unterhalten und auf einmal das Getöse oder der unglaubliche Krach eines Containerschiffs dazwischenfährt.“

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