Eine Frau steht barfuß im Sand
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Eine Frau steht barfuß im Sand
Carpe Diem

Wir werden gehalten und gestützt von der Welt

Mit "Carpe Diem" geben die evangelischen oder katholischen Kirchen immer montags bis samstags einen neuen Denkanstoß für Ihren Tag.

Unsere Füße sind eine Verbindung zur Erde

Diesen Sommer bin ich eindeutig zu wenig barfuß gelaufen. Zu kalt, zu nass war es. Dabei ist Barfußlaufen ein echter Genuss für mich. Ich spüre den warmen Boden, die Erde. Mal weich und anschmiegsam, mal hart und staubig. Wenn ich barfuß laufe, spüre ich den Boden unmittelbar. Ich erde mich besser und das tut mir gut. Fühle mich fast ein wenig verwurzelt. Ich kann mir vorstellen, wie meine Füße in den Boden hineinwachsen. Um mich nicht zu verlieren, nicht zu zerstreuen in meinem turbulenten Alltag. Eine schöne Vorstellung für mich.

Eine Stütze und Halt

Manchmal, wenn Menschen Gott begegnen, so erzählt es die Bibel, werden sie aufgefordert, ihre Schuhe auszuziehen. Gott spricht von „heiligem Land“, auf dem sie stehen. Ich denke, dass er damit nicht nur ein ganz bestimmtes Fleckchen Erde auf dieser Welt meint, sondern es immer auch der Boden ist, auf dem ich stehe und auf dem ich mich mit Gott und der Welt verbunden weiß. Wo ich spüre: Da stehe ich gut. Gott gibt mir einen festen Halt und einen sicheren Stand. Ich werde gehalten und getragen. Gott verspricht mir das und fühlen kann ich es am besten, wenn ich barfuß bin. Bei der nächsten Fußbodenheizung, die ich unter die Füße bekomme, ziehe ich meine Schuhe aus!

Carpe Diem - Gedanken zum Tag hören Sie Montags bis Samstag um 6:10 bei Klassik Radio.

Autor: Anja Kieser, radio m, für die evangelischen Kirchen. Sie wollen Kontakt zum Autor aufnehmen: kieser.carpediem@radio-m.de

(24.09.2021)