Daniel Hope
Nicolas Zonvi
Daniel Hope
Der Name ist Programm

Daniel Hope verbreitet Hoffnung

Ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht soll das neue Album von Hope sein. Wir haben mit Ihm gesprochen.

Während des Lockdowns war Stargeiger Daniel Hope alles andere als untätig. Seine zweiteilige Reihe 'Hope at Home' fand viel Zuspruch und hat sowohl etablierten als auch Nachwuchskünstlern eine Plattform gegeben.

Das ist mein Wunsch, dass so viele Menschen, wie möglich, durchhalten. Diese Platte ist ein ehrlicher Versuch ein positives Signal zu senden.
Daniel Hope

Im Wohnzimmer der Hopes

Eine spontane Idee, die Wellen geschlagen hat. Innerhalb von 24 Stunden ist das Konzept zu den Wohnzimmerkonzerten entstanden. Warum nicht selbst etwas machen, hat sich Hope gedacht: „Ich kann nicht raus gehen, ich kann nicht in einen Konzertsaal und ich kann nicht zu meinem Publikum“, erinnert sich Hope an die Impulse für 'Hope at Home'. „Vielleicht kann ich das Publikum zu mir holen, ohne das Haus verlassen zu müssen?“ Und so entstand die Idee, Musikerinnen und Musiker zu sich nach Hause einzuladen. Aus vorerst sieben bis zehn Folgen sind 150 geworden. „Es war eine sehr intensive Zeit und ich habe es sehr genossen, Musik machen zu dürfen und fast 400 Musikerinnen und Musiker einzuladen.“

Aber würde er es nochmal machen? Er sagte uns, dass er das nicht genau wisse, aber: „Viele Leute schreiben mir noch immer, dass das ein Lichtblick in einer dunklen Zeit war. Ich würde immer versuchen meine Musik zu teilen und so viele Menschen wie möglich damit zu erreichen.“ Das hat er und hat dafür jetzt den Opus Klassik erhalten. Aber zusätzlich zu der Reihe hat Hope sogar ein komplettes Album aufgenommen.

Hoffnungsträger

Bereits als Student hatte sich Hope die Rechte an einem Stück gesichert, um irgendwann eine Version für Violine zu machen: die Misa Criolla von Ariel Ramírez. Während der Pandemie hatte Hope nun Zeit sich mehr mit der Idee zu beschäftigen und so ist es das Kernstück seiner CD „Hope“ geworden. Aber auch die anderen Titel bedeuten Hope viel und haben ihm selbst in den vergangenen Jahrzehnten viel Hoffnung gegeben. „Teile daraus habe ich auch in unserer Serie (Hope at Home) gespielt und gemerkt, wie die Reaktionen waren. Dass die Menschen gewisse Stücke auch lieben oder eine besondere Beziehung zu ihnen haben. So ist das Album Stück für Stück entstanden“, so Hope.

Er habe die letzten 18 Monate so viele Gespräche geführt mit Kolleginnen und Kollegen, die kurz davor waren, aufzugeben. „Ich habe immer versucht, ihnen Hoffnung zu machen. Das hat mit meinem Namen nichts zu tun“, sagte Hope mit einem kleinen Lächeln in der Stimme. Wird dann aber wieder ernst und ergänzt: „Das ist mein Wunsch, dass so viele Menschen wie möglich durchhalten. Diese Platte ist ein ehrlicher Versuch ein positives Signal zu senden in einer Zeit, in der wir uns an so viel Negativität gewöhnt haben. Ich wollte versuchen dem etwas entgegenzusetzten.“

Der Name ist Programm

Diese CD ist die erste, die seinen Namen trägt. Ob sie dadurch mehr Bedeutung oder Ausdruckskraft hat? Hope meint „Ja“. Und es steckt auch viel Hope in der CD, denn Hope ist musikalisch zu seiner Kindheit zurückgekehrt. „Lieder wie ‚Danny Boy‘, das mir meine Großbutter bereits vorgesungen hat, ‚Dream a little Dream‘…  das sind die ersten Lieder, die ich als junge Person kannte. Die Missa Criolla habe ich selbst im Chor gesungen.“

Viele Gedanken und Herzblut seien in das Album geflossen und trotz einiger Hürden und Schwierigkeiten hat es mit den Aufnahmen funktioniert und Hope ist stolz, sie nun in Händen zu halten, wie er uns sagte. „Eine positive Botschaft über die Musik zu senden, das war die Idee und diese Platte ist komplett während des Lockdowns entstanden. Zu einer Zeit, in der es wenig Hoffnung für die Kunst, die Menschen und die Musik gab.“ Hope wollte etwas kreieren, das länger andauert und so viele Musikerinnen und Musiker in dieser Zeit zu beschäftigen.

Endlich wieder live!

„Es ist im Moment wirklich fantastisch Konzerte geben zu können und ein Publikum zu erleben. Wie froh die Menschen sind, wieder in einem Saal zu sein und Musik zu hören und auf sich wirken zu lassen. […] Ich habe den Eindruck, dass die Menschen wirklich hungrig waren auf Musik und auch noch sind“, so Hope. Er merke auch, dass es die Rückkehr zu „unserer Welt“ gibt, aber die Künstlerinnen und Künstler schwanken zwischen Euphorie und Sorge, dass es zu einem weiteren Lockdown kommen könnte.

Dazu kommt, dass er sich als Vater von zwei Kindern natürlich auch um diese sorgt. „Natürlich erstens gesundheitlich, aber auch in Bezug auf die Kultur. Kinder brauchen Kultur, Musik, Kunst, Tanz und alles, was dazu gehört,“ so Hope. Er befinde sich gerade in der Schwebe, bleibe aber weiterhin zuversichtlich. Wir haben nichts anderes von ihm erwartet. Er fügt am Ende noch hinzu: „Bis dahin bleibt mir nichts anderes übrig, als Musik zu machen."

(09.09.2021/ L.Bothor)