Nora Schmid, Intendantin in Graz und ab 2024 in Dresden an der Semperoper
Werner Kmetitsch
Nora Schmid, Intendantin in Graz und ab 2024 in Dresden an der Semperoper
Führungswechsel an der Semperoper

Wer ist die neue Intendantin Nora Schmid?

Seit gestern ist es offiziell: Nora Schmid ist die neue Intendantin der Dresdner Semperoper. Wir stellen sie Ihnen vor.

Geboren 1978 in Bern, studierte sie Musikwissenschaft und Betriebswirtschaft, sowohl in Bern, als auch in Rom. Zusätzlich hat sie eine klassische Gesangsausbildung und stand schon bei diversen Produktionen auf der Bühne. Sie war in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig, unter anderem an der Staatsoper unter den Linden in Berlin im Bereich Marketing und in Wien am Theater als Dramaturgin. Aktuell ist sie in Graz als Intendantin der Oper und nun geht es ab der Spielzeit 2024/25 in Dresden für sie weiter.

Nora Schmid privat

Über Schmids Privatleben findet man wenig. Sie hat einen sieben jahre alten Sohn, ist verheiratet und liebt Sport, wie Kajak und Wandern. Ihre Leidenschaft ist natürlich die Klassik. Ab ihrem vierten Lebensjahr hat sie Geige gelernt, und gespielt, bis sie 22 war. Auch war sie Mitglied in Orchestern und hat Kammermusik gespielt. Berufsmusikerin oder Solistin wollte sie allerdings nie werden. Zudem habe sie sehr viel und intensiv gesungen und sagt: Singen macht glücklich.

Das Opernhaus als Fitnesscenter der Gefühle
Nora Schmid zum Grazer Sportjahr 2021
Nora Schmid zum Grazer Sportjahr 2021

Keine Unbekannte in Dresden

Nora Schmid war bereits 2010 dort und in den Jahren danach als Dramaturgin und Mitglied des Direktoriums an der Semperoper. Zudem war sie persönliche Referentin der damaligen Intendantin Ulrike Hessler. In einem Interview sagte die gebürtige Schweizerin bereits damals, dass sie die Menschen in Dresden als unglaublich höflich und hilfsbereit und sehr herzlich in der Art, wie sie einen empfangen, wahrgenommen habe. Und weiter: „Natürlich merkt meine Umgebung, dass ich ein bisschen anders spreche, dass ich einen Akzent habe. Aber wenn ich erzähle, dass ich die letzten Jahre in Wien war und ursprünglich aus der Schweiz komme, dann sind die Reaktionen durchwegs positiv.“

Ihre Begeisterung für die Oper als gesellschaftlich relevanter Ort sowie ihre kommunikative Stärke und ihr zeitgemäßer Führungsanspruch machen Nora Schmid zu einer profilierten, überzeugenden und gefragten Intendantin.
Barbara Klepsch, Sachsens Kulturministerin

Intendantin der neuen Generation

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass die Verträge des Intendanten Peter Theiler und des Chefdirigenten Christian Thielemann 2024 auslaufen. Ob die fehlende Einigkeit der beiden im Umgang mit den Corona-Maßnahmen der Grund für die fehlende Verlängerung war, kann nur gemutmaßt werden. Aber schon zu dem Zeitpunkt der Bekanntgabe wurde kommuniziert: dem Kulturministerium sei es wichtig, dass sich das Dresdner Operntheater neu aufstelle. Junge Besucherinnen und Besucher sollen angezogen werden und dafür auch vermehrt die digitalen Angebote ausgebaut. Das soll nun mit dem Führungswechsel gelingen.

Freude auf beiden Seiten

Bei dem gestrigen Pressegespräch betonten Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch, sie sei sehr erfreut darüber, dass Nora Schmid nach Dresden zurückkommt und sie für die Semperoper als Intendantin einer neuen Generation gewonnen werden konnte.: „Nora Schmid überzeugte uns mit ihrem inneren Bezug und Bekenntnis zur Semperoper, deren herausgehobene Stellung und Tradition sie in eine vielversprechende Zukunft führen wird.“ Und Schmids Stellungnahme gestern zur Ernennung: „Mit all diesen Künstlerinnen und Künstlern der Semperoper ein Profil zu verleihen, das die unterschiedlichsten Menschen vor Ort anspricht und Opernfans aus aller Welt fasziniert, ist eine wunderschöne und dabei auch komplexe Aufgabe, auf die ich mich sehr freue!“ Wir sind gespannt, auf alles, was kommt und gratulieren nochmals herzlich Nora Schmid zu Ihrer neuen Anstellung in Dresden.

 

(09.06.2021/L.Bothor)