Glenn Gould
Don Hunstein
Glenn Gould
Konzertpianist

Glenn Gould

Glenn Gould galt als Sonderling mit eigenwilliger Spielweise, der Isolation als Glück empfand.

Über Gould

Er wurde 1932 im kanadischen Toronto geboren und erlebte eine sorgenfreie Kindheit. Schon früh kristallisierte sich heraus, dass er ein ausgeprägtes musikalisches Talent besitzt. Auch seine Eltern waren musikalisch versiert. Die Mutter war Pianistin und der Vater ein Amateur-Violinist. Seine Mutter besaß musikalische Wurzeln; sie war verwandt mit Edvard Grieg. Im Alter von 15 Jahren begann Gould seine professionelle Karriere als Konzertpianist. Ab seinem 20. Lebensjahr machte er sich zunehmend einen Namen mit Hörfunk- und Fernsehsendungen, Tonaufnahmen, Vorträge und Kompositionen.

Eigenwilliger Sonderling

Glenn Gould galt wegen seiner musikalischen Neigungen, Spielweise und  besonderen Eigenwilligkeit als Sonderling. Die Spielweise war geprägt von einer rhythmischen Dynamik und einer wahnsinnigen Ausdruckskraft. Im Fokus seiner Vorliebe standen strukturell anspruchsvolle Musikstücke. Hierzu zählte Musik des elisabethanischen Zeitalters, der Klassik, des Barock, der Spätromantik und des frühen 20. Jahrhunderts. Bach und Schönberg zählten zu seinem zentralen Repertoire.

Glenn Gould 1/4 Goldberg Variations (HQ audio - 1981)
Glenn Gould 1/4 Goldberg Variations (HQ audio - 1981)

Er war ein Virtuose

Glenn Gould besaß die Technik und die Farbpalette eines Virtuosen. Er pflegte einen stakkatohaften Anschlag und verzichtete oft auf das Pedal. Seine Interpretationen der klassischen Stücke von Beethoven und Mozart waren überaus originell. Oftmals riefen diese durch extreme Tempi, ausgefallende Phrasierungen und unkonventionellen Dynamik extreme Reaktionen des Publikums hervor.

Goulds USA-Debüt mit Bach

Seine internationale Karriere begann er 1955 mit seinem USA-Debüt und den 1956 erschienenen „Goldberg-Variaionen" von J. S. Bach. Sein exzentrisches Verhalten und seine Hypochondrie sorgten regelmäßig in den Medien für Furore. Trotz seines Erfolges bekam ihm die Bühne nicht, und er pflegte stets zu sagen: “Bei Konzerten fühle ich mich zum Variétékünstler degradiert” (Sony Music Entertainment, 2015). 1964 zog er sich aus unterschiedlichen Gründen vom Konzertleben zurück. Unter anderem wegen seines privaten Interesses an den modernen Medien und zum anderen legte er den Fokus auf Hörfunk – und Fernsehsendungen, Vorträgen und Kompositionen – wie zu Beginn seiner Karriere.

Glenn Gould play J.S. Bach, Concerto No. 1 in D minor, BWV 1052  (High audio quality)
Glenn Gould play J.S. Bach, Concerto No. 1 in D minor, BWV 1052 (High audio quality)

Privatsphäre war besonders wichtig

Glenn Gould lebte zurückgezogen, einsam und bewahrte sich seine Privatsphäre. Er wohnte in einer kleinen Wohnung und gönnte sich ein kleines Studio. Selten verließ er Toronto, lediglich aus beruflichen Gründen und zu Erholungszwecken kam es zu Auslandsaufenthalten. Gould war einer der ersten modernen Interpreten klassischer Musik, er erweiterte ständig sein Repertoire und eignete sich sogar Fachkenntnisse eines Toningenieurs an. Nach seinem Rückzug von der Bühne hatte er große Pläne. Er wollte seiner Vorliebe zum Dirigieren nachgehen und weiterhin als Autor und Komponist arbeiten.

Er wurde gerade mal 50 Jahre alt

“Ich bin ja gar kein Pianist. Ich bin ein Mann der Medien, ein Komponist und ein kanadischer Schriftsteller, der in seiner Freizeit Klavier spielt!“ (Sony Music Entertainment, 2015)
Glenn Gould verstarb wenige Tage nach seinem 50. Geburtstag 1982 an den Folgen eines Schlaganfalls. Aber noch heute inspiriert er die Musikwelt mit seinen Interpretationen nachhaltig.