Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra

Positive und negative MeldungenBarenboim und das West-Eastern Divan Orchestra

Wie "ein alter, lang vermisster Bekannte" wurde Daniel Barenboim auf der Waldbühne in Berlin begrüßt, schreibt der Tagesspiegel.

Barenboim und das West-Eastern Divan OrchestraFoto: Peter Adamik

Aber Dirigent Daniel Barenboim schreibt auch Negativschlagzeilen, denn anscheinend soll er bei dem Konzert am vergangenen Mittwoch in Salzburg einen Hornisten "zusammengefaltet" haben. Was passiert ist, haben wir zusammengefasst.

Zunächst die guten Nachrichten

Der „Tagesspiegel“ schwelgt derweil in großer Glückseligkeit, denn Daniel Barenboim und das West-Eastern Divan Orchestra waren am Samstag in der Berliner Waldbühne zu erleben. Ein ganz besonderes Konzert; alles war wie immer, aber doch ganz anders: „Die Gäste reisen in Scharen mit der S-Bahn an, allerdings versetzt. Es gibt zwei Einlassgruppen, damit das Sicherheitspersonal den Impf- oder Testnachweis aller Anwesenden überprüfen kann und es nicht zu Verzögerungen kommt. Alle 6170 Karten sind verkauft worden, aber die Ränge nur luftig gefüllt, damit überall der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann.” Aber: der Aufwand lohnt sich, befindet der Tagesspiegel, der beobachtet, dass Barenboim von den Gästen wie ein alter, lang vermisster Bekannter empfangen wird. „Glückselige Gesichter in den Rängen. Für etwa zwei Stunden wird die Waldbühne zur Insel: Andernorts toben Pandemie, Feuer, Überschwemmungen und Konflikte, hier tobt nur die Musik.”

Barenboims Temperament

Nach den Berichten eines Journalisten der Salzburger Nachrichten zufolge, soll Dirigent Daniel Barenboim bei dem Konzert am Mittwoch, als er gemeinsam mit dem Western Divan Orchestra noch in Salzburg spielte mal wieder einen kleinen Ausraster gehabt haben. Anscheinend soll beim Schlussapplaus der Solohornist des Orchesters, irrtümlich, wie es heißt, aufgestanden sein. Barenboim habe ihn dann aufgefordert, sich wieder zu setzen, doch der widersetzte sich und soll sich stattdessen noch verbeugt haben. Daraufhin sei Barenboim durchs Orchester gestapft, habe sich vor dem Hornisten aufgebaut und ihm vor zweitausend Zuhörerinnen und Zuhörern eine „Standpauke“ gehalten. Anscheinend wurde die Arte-Übertragung des Salzburger Konzerts für die Mediathek nun ebenfalls um diesen Wutausbruch gekürzt. In jedem Fall sind jetzt wieder die Zeitungen voll mit teils alten und wieder aufgewärmten Berichten zu Barenboim. 

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