Die längste musizierende Menschenkette der Welt

Weltrekordversuch Die längste musizierende Menschenkette der Welt

Mindestens 250 Musikerinnen und Musiker sollen Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" interpretieren.

Die längste musizierende Menschenkette der WeltFoto: Jens Illemann

Beethovens La Ola Welle

Am 04. Juni dieses Jahres möchte der Dirigent und Orchesterleiter Jens Illemann in Wewelsfleth Schleswig-Holstein etwas Großes auf die Beine stellen, oder besser gesagt, etwas Langes: Eine Menschenkette bestehend aus mindestens 250 Musikerinnen und Musikern. „Das soll so ähnlich funktionieren wie eine La Ola Welle: Ein Musiker fängt an und peu à peu kommen immer mehr der Reihe nach hinzu, so dass am Ende alle zusammen Beethovens ‚Ode an die Freude‘ spielen“, erzählt Jens Illemann im Gespräch mit Klassik Radio.

Gemeinsam und nicht alleine

Die Idee kam ihm, durch die Situation der letzten zwei Jahre, die Musikerinnen und Musikern das Leben häufig sehr erschwert hat. Illemann wollte aus den Beschränkungen etwas Schönes machen: „Ich glaube, wenn man es wirklich schafft, über Distanz gemeinsam Musik zu machen, hat das einen gewissen Symbolcharakter: Man ist nicht allein. Auch über Grenzen hinweg und in dieser schweren Zeit kann man gemeinsam Großes erreichen.“

Alles durchgeplant

Um den Weltrekord zu brechen, müssen mindestens 250 Musizierende zusammenkommen. Diese werden mit einem Abstand von jeweils zehn Metern platziert. Die Aufstellung soll in Schlangenlinien erfolgen, um einen schöneren Klang zu erzeugen. Am Ende wird die Menschenkette mindestens 2,2 Kilometer lang sein. Gemeinsam wollen die Teilnehmer dann Beethovens „Ode an die Freude“ spielen: „Aus zwei Gründen: Erstens, weil es jeder kennt und die Melodie auch auf die Distanz relativ einfach zu spielen ist und zweitens: wir müssen versuchen, dass möglichst viele die Noten auswendig können, damit man auch auf seine Nachbarn besser musikalisch eingehen kann.“

Die geplante Strecke
Foto: Jens Illemann

Alle können mitmachen

Damit auch wirklich jeder mitmachen kann, hat der Dirigent eine Partitur gewählt, welche er nicht etwa auf Instrumente, sondern auf Stimmen arrangiert hat. Egal ob Sänger, Blasinstrumente, Streichinstrumente, oder Zupfinstrumente, alle sind herzlich eingeladen mitzumachen. „Wir haben schon einige Bewerbungen, zum Beispiel Harfe oder Gitarre“, erzählt uns Jens Illemann.

Aber wie soll das überhaupt funktionieren? Kann der Musiker am Anfang der Kette den am Ende überhaupt hören? Wie stimmen sich die Teilnehmer aufeinander ab? Vor allem diese Fragen haben dem Organisator großes Kopfzerbrechen bereitet. Zunächst einmal werden die Instrumentalisten von ihrem Dirigenten Illemann eingeführt und angewiesen. Damit er auch von allen verstanden wird, sind überall Lautsprecher aufgestellt. Für die Teilnehmer untereinander hilft nur musikalisches Gefühl und gegenseitiges Vertrauen: „Wir haben festgestellt, wenn wir es in einer Art La Ola Welle aufbauen, dann führt die Gesamtenergie dazu, dass alle synchron spielen. Der Letzte in der Reihe kann also den Ersten nicht wirklich hören, aber er fügt sich trotzdem in den Gesamtklang ein.“

So soll das aussehen:

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Ein toller Klang

Auch Zuschauer können am 04. Juni Teil des Weltrekordversuchs werden und sich zwischen den Schleifen der Musiker niederlassen. Jens Illemann freut sich schon sehr auf das Projekt und vor allem auf die Musik: „Ich glaube, das Klangerlebnis wird sehr schön werden. (…) Wenn ich mitten in diesen Schleifen sitze, höre ich wirklich von allen Seiten die verschiedenen Instrumentengruppen und Stimmen.“

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