Die Wahre Geschichte der Woche: Das Ohm

Ausgewählt von Daniel Regener Die Wahre Geschichte der Woche: Das Ohm

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Das Ohm Foto: Klassik Radio

Diese Woche kommentiert Daniel Regener:

Keine Sorge, ich werde Sie mit keiner einzigen Formel behelligen. Und auch keine physikalische Herleitung verlangen. Nur so viel: Ohm, elektrischer Widerstand, da war doch was, oder? Ja, Ohm ist die Einheit für den elektrischen Widerstand. Um ihn zu bestimmen, muss man irgendwie die Spannung ins Verhältnis zur Stromstärke setzen. 

Die Physik kennt dafür natürlich eine einfache Formel. Wie eigentlich zu allem. Das Ziel von Physik ist, Natur durch Zahlen und Formeln zu erklären. Aber geht das überhaupt? 

 

Goethe und die Wissenschaft 

Dem guten alten Goethe war diese Art der Wissenschaft zuwider. Für ihn war der Mensch der Maßstab, seine Beobachtungsgabe, seine Sinne die Messgeräte sozusagen. Für uns heutzutage klingt das ein wenig vage und überholt. Wir haben uns angewöhnt, die Welt durch die Wissenschaft erklären zu lassen. 

Aber ist das wirklich der richtige Weg zu Erkenntnis?

Enge Grenzen 

Physik mag Funktionsweisen mehr oder wenig treffend nachvollziehen und reproduzieren lassen, aber sie funktioniert immer nur in ihrem Definitionsrahmen, mit den vorgefassten Parametern. Und mit dem jeweils verwendeten Messgerät. Verstehen wir das Wesen der Natur dadurch wirklich? 

Erkenntnis 

Physik scheint auf den ersten Blick präzise und verlässlich. Auf den zweiten Blick wissen wir: Gerade weil sich im Laufe der Jahrhunderte die gängigen Meinungen/Theorien immer wieder verändern und widersprechen, ist Wissenschaft alles andere als gesicherte Erkenntnis. 

Und auf den dritten Blick? Wissenschaft misst nur das, was sie messen kann. Das heißt aber nicht, dass es noch ganz andere Parameter gibt, die man noch nicht kennt oder nicht kennen will. 

Für mich sind Formeln grobe Instrumente. In manchen Bereichen unabdingbar wichtige Hilfsmittel, ohne Frage. Aber wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn ist ein kleines Sandkorn am Strand der Welt und Wirklichkeit. Es gibt zu viel, das sich mit keiner Wissenschaft erklären lässt. Zum Glück. 

 

Mit herzlichen Grüßen 

Daniel Regener 

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