Die Wahre Geschichte der Woche: Thomas Mann

Ausgewählt von Stefan IbelshäuserDie Wahre Geschichte der Woche: Thomas Mann

Jede Woche wählt ein Mitglied aus der Redaktion eine persönliche Wahre Geschichte der Woche aus und verleiht ihr eine besondere Note.

Die Wahre Geschichte der Woche: Thomas MannFoto: Klassik Radio

Kämpfen für den Traum

Was haben die Beatles, U2, David Bowie und Thomas Mann gemeinsam ? Sie alle mußten für ihren großen Traum kämpfen. Denn all diese Genies wurden zunächst abgelehnt. Sei es , weil das musikalische Talent von den Plattenfirmen nicht erkannt wurde, oder, im Fall von Thomas Mann,  weil der Verlag nicht an die Qualität des Schriftstellers glaubte. Die Geschichte klingt in der Tat unglaublich, ist aber wahr: Der 25 jährige Thomas Mann schickt das Manuskript seines Romans „Buddenbrooks“ an den Verleger Samuel Fischer. Die Antwort: „Abgelehnt“ ! Begründung: Das Buch sei viel zu langatmig.

An sich selbst glauben

Der Verlag schlägt Thomas Mann vor, den Roman um die Hälfte zu kürzen. Und wie reagiert der junge Thomas Mann ? Er glaubt an seinen Roman, will an jeder Zeile festhalten. Er schreibt einen emotionalen Brief an Samuel Fischer, und bittet darum, den Roman nach 3 Jahren harter Arbeit doch in seiner bestehenden Form zu verlegen.  Und siehe da: Der Brief zeigt Wirkung. Der Roman „Buddenbrooks“ erscheint im Oktober 1901 auf 1100 Seiten beim Verlag S. Fischer. 

Thomas Mann 1937
Foto: Carl Van Vechten

Eines meiner persönlichen Favoriten

Den Rest der Geschichte kennen wir: Thomas Mann erhält 1929 den Literatur- Nobelpreis für das  Jahrhundertwerk „Buddenbrooks“. 

Es ist eines der größten Werke der Literaturgeschichte, zählt auch zu meinen persönlichen Favoriten. Und zu verdanken haben wir diesen Geniestreich der Hartnäckigkeit des Ausnahmeschriftstellers Thomas Mann.

Es lohnt sich eben, an seinen großen Traum zu glauben. Und so gibt es bei „Buddenbrooks“ gewissermaßen doch noch ein Happy End…

Herzliche Grüße

Ihr Stefan Ibelshäuser

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