"Ich liebe alle Farben und alle Instrumente"

Der Multiinstrumentalist"Ich liebe alle Farben und alle Instrumente"

Egal ob Geige, Dudelsack oder Krummhorn: Sebastian Sack aus Greifswald beherrscht 51 verschiedene Instrumente.

"Ich liebe alle Farben und alle Instrumente"Foto: Sebastian Sack

Die Musik kam zu ihm

Auf die Frage, wie er zu Musik gekommen sei, weiß Sebastian Sack erstmal keine Antwort: „Ich glaube, es war eher andersherum und die Musik ist auf mich zugekommen“, erzählt er im Gespräch mit Klassik Radio. Im Leben des 39-Jährigen spielt Musik schon immer eine große Rolle. Sein Vater war Bassist in einer Rockband und in seinem Elternhaus standen überall die verschiedensten Instrumente herum: „Wir hatten eine Mandoline, ein Akkordeon, eine Gitarre und die waren überall im Haus verteilt. Wir Kinder durften uns daran ausprobieren.“ Sein musikalischer Werdegang begann, wie vermutlich bei vielen, mit Klavier und Blockflöte. „Am Klavier war mein erstes Lied ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘, das wollte ich unbedingt bis Weihnachten lernen.“ Unterricht nahm Sack nie und auch wenn er Noten lesen kann, spielt er die meiste Zeit nur nach Gehör. Mit Geduld brachte er sich nach und nach die verschiedensten Instrumente bei: „Mit allen schrägen Tönen, die man so als Kind erzeugt, durfte ich immer einfach ausprobieren und irgendwann kam eine Melodie dabei raus.“

Quer durch den mittelalterlichen Gemüsegarten

Im Laufe seines Lebens lernte er viele verschiedene Musiker kennen und mit ihnen auch die unterschiedlichsten Instrumente und Klänge. Vor allem die bereits vergessenen Instrumente des Mittelalters faszinierten ihn. „Meistens stoße ich zufällig auf ein Instrument, dann nehme ich es in die Hand, probiere es aus und wenn ich ein gutes Gefühl habe, kaufe ich es mir und beschäftige mich genauer damit. Dann ist das meistens gar nicht so kompliziert“, erklärt uns der Musiker. Dabei kam eine ordentliche Sammlung an faszinierenden und mittlerweile außergewöhnlichen Instrumenten zusammen: „Alles quer durch den mittelalterlichen Gemüsegarten: Zink, Krummhorn, Sackpfeife, Schweinskopfpsalter, Schalmei und viele mehr.“

Sebastian Sack und seine Musikgruppe Rabengesang

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Die Vielfalt der Musik

Ein Lieblingsinstrument hat Sebastian Sack nicht: „Da kann ich so antworten, wie ich auch meiner Tochter auf die Frage ‚Was ist deine Lieblingsfarbe‘ geantwortet habe: Ich mag alle Farben und so ist es auch bei den Instrumenten.“ Auch bei den Genres und Liedern kann sich das Musiktalent nicht festlegen: „Von Beethoven bis Metallica. Das ist doch das schöne an Musik, man kann sich für jede Stimmung etwas aussuchen.“ Bei seinem Repertoire bleibt Sebastian Sack ebenfalls ständig in Bewegung, bleibt interessiert, entdeckt Neues und probiert es aus. Zur Zeit beschäftigt er sich hauptsächlich mit skandinavischen und deutschen Volksliedern: „Ich schaue, welche Volkslieder kennt man heute nicht mehr, sollten aber wieder mit ins Programm aufgenommen werden. Ich möchte gegen das Sterben von Volkliedern angehen.“

Das Normalste auf der Welt

Mit seiner Musikgruppe Rabengesang stand Sebastian Sack bis zum Beginn der Corona-Pandemie auf der Bühne. Genauso vielfältig wie seine Musik sind auch die Reaktionen seines Publikums. Am besten kommen der Dudelsack und die Harfe an, aber auch sein Spiel auf der Blockflöte begeistert viele: „Ich finde, das ist ein sehr unterschätztes Musikinstrument, das ich sehr liebe.“

Für Sebastian Sack ist die Musik seine große Leidenschaft, gleichzeitig aber auch das Normalste auf der Welt. Trotz seines großen Talents, bleibt der 39-Jährige bescheiden. Für ihn ist es nichts Besonderes so viele Instrumenten zu beherrschen. Für ihn ist die Musik Alltag und vielleicht auch gerade deshalb so unbeschreiblich: „Musik ist so unendlich weich und schön. Sie vermag alle Gefühle, die wir Menschen haben, widerzuspiegeln. Deshalb kann ich nicht in Worte fassen, was ich dafür fühle.“

Die beliebtesten Themensender von Klassik Radio:

Sommer Klassik (Aktuelles)
Klassik Radio Plus Sender "Sommer Klassik" mit einem Lavendel-Feld bei Sonnenuntergang.Foto: smallredgirl/stock.adobe.com
Beruhigende Klassik (Aktuelles)
Heißluftballon schwebt über Wolken im Sonnenuntergang, Schriftzug „Beruhigende Klassik“ oben linksFoto: Kien/stock.adobe.com
Klassik Dreams (Aktuelles)
Klassik Dreams Sender mit FederFoto: Grameh/stock.adobe.com, mit KI generiert

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Spider-Man: Brand New Day – und ein geheimnisvoller Score
SpidermanFoto: ©[Claudio Caridi]/stock.adobe.de

Spider-Man: Brand New Day – und ein geheimnisvoller Score

Am 29. Juli 2026 ist es so weit: Mit „Spider-Man: Brand New Day" schwingt sich Tom Holland zum vierten Mal als freundliche Spinne aus der Nachbarschaft auf die deutschen Kinoleinwände. Der Hype ist schon jetzt gigantisch: Der erste Trailer pulverisierte alle Rekorde und erreichte als erster Filmtrailer überhaupt die Marke von einer Milliarde Aufrufe – in nur vier Tagen. Klassik Radio wirft einen Blick auf das, was uns im neuen MCU-Abenteuer erwartet – und lauscht ganz genau hin.

So viel mehr als Vivaldi: Der Sommer in der Klassik
Claude Monet - L'Été (Der Sommer)Foto: Gemeinfrei

So viel mehr als Vivaldi: Der Sommer in der Klassik

Sommer in der Klassik bedeutet weit mehr als Vogelgezwitscher und Sonnenschein. Komponisten ließen Felder flimmern, zeichneten drückende Mittagshitze nach, erzählten von erschöpften Bauern, aufziehenden Gewittern und der Erleichterung nach dem ersten Regen. Manche gingen dabei so weit, dass sie mit ihren Instrumenten Insekten, Wind und sogar die flirrende Luft hörbar machten. Ein Streifzug durch Werke, die den Sommer nicht nur beschreiben, sondern spürbar werden lassen.

Wie vollendet man ein Mozart-Werk? Oboist Albrecht Mayer hat es gewagt
Albrecht MayerFoto: Holger Hage

Wie vollendet man ein Mozart-Werk? Oboist Albrecht Mayer hat es gewagt

Wie vollendet man ein Mozart-Werk, das nie fertig geschrieben wurde? Im Interview mit Klassik Radio Moderatorin Evita Helling erzählt Star-Oboist Albrecht Mayer, wie er gemeinsam mit Komponist Gotthard Odermatt aus einem 70 Takte langen Mozart-Fragment ein neues Oboenkonzert im Stil des Salzburger Meisters geschaffen hat. Außerdem spricht er über Lampenfieber, Konzertpannen und seinen Traum, Beethoven zu begegnen.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national