Markneukirchen in Sachsen gibt den Takt an

Markneukirchen in Sachsen gibt den Takt an

Was Daniel Barenboim und Simone Young miteinander und mit einem Städtchen in Sachsen verbindet.

Taktstöcke aller Couleur Foto: Maik Hellinger/Rohema

Takt liegt seit Generationen in der Familie

Es ist eigentlich ein eher unscheinbares Städtchen in Sachsen: Markneukirchen. Dabei ist es ein ganz besonderer Ort: denn hier steht die älteste Taktstockmanufaktur der Welt und die Einzige in Europa: seit über 130 Jahren gehen von hier aus Taktstöcke an Dirigenten aus aller Welt. Aktuell arbeiten dabei mehrere Generationen zusammen: Maik Hellinger und sein Cousin in der fünften, sein Vater und Onkel in der vierten Generation. 

Vom Stück Holz zum Instrument

Bei Taktstöcken aus Holz steht am Anfang einfach ein Brett, das zunächst von Rinde befreit werden muss. Die Bretter werden dann aufgeschnitten, gehobelt und zu Rundstäben gefräst. Dann werden sie in Form gedreht, geschliffen, die Griffe gefertigt. Am Ende werden Griffe und Stäbe mit viel Feingefühl zu einem Stück zusammengefügt. So ein Prozess kann unterschiedlich lange dauern, so Maik Hellinger. "Wir fertigen natürlich meist in größeren Serien und auch nicht immer vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt in einem Zug."

Matthias Hellinger – Taktstock Meister
Foto: Helllinger/Rohema

Widerstandsfähig und regional

Bei den Taktstöcken aus Holz wird dabei vor allem auf die europäische Heimbuche gesetzt. Sie ist besonders hart und widerstandsfähig. Kleiner Bonus: sie kann regional bezogen werden. 

Klassikstars mit Sonderwünschen

Wer am Ende mit den Instrumenten den Takt vorgibt, weiß Maik Hellinger nicht immer, da vieles über den Handel geht. Es gibt aber auch immer wieder Sonderanfertigungen für die Stars der Szene, wie z.B. Daniel Barenboim, Simone Young oder aktuell für Christian Thielemann. 

Auch Simone Youngs Taktstock kommt aus Sachsen

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Taktstöcke à la Harry Potter

Doch auch für Dirigierende ohne besonderen Starstatus gab es früher ganz besondere Taktstöcke. "Früher war es Tradition, zu besonderen Anlässen, besondere Taktstöcke zu fertigen. Das heißt, die waren weniger zum Dirigieren gedacht, sondern eher als Geschenk für den gastgebenden Dirigenten oder zu besonderen Anlässen. Ich habe als Kind solche besonderen Taktstöcke früher bei meinem Opa gefunden. Die sahen dann eher aus wie Zauberstäbe, d.h. sie hatten sehr aufwendige Griffe und Einlägen, teilweise aus Elfenbein und dergleichen." 

Spezieller Auftrag

An einen ganz speziellen Auftrag, erinnert sich Maik Hellinger heute noch: ein großer Softwarekonzern bestellte unterschiedlichste Taktstöcke als Präsente für die seine Managerinnen und Manager. Vermutlich als Symbol, das sie den Takt vorgeben.

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