Neuer Studiengang dreht sich um Tiermusik

Können Mäuse singen?Neuer Studiengang dreht sich um Tiermusik

Ab dem Wintersemester wird es tierisch an der Hochschule für Musik Nürnberg. Denn dann kann man dort sozusagen “Tiermusik" studieren.

Neuer Studiengang dreht sich um TiermusikFoto: Belinda Fewings auf Unsplash

Tierische Laute auf dem Stundenplan

Möglich ist das im Rahmen des Masterstudiengangs Interdisziplinäre Musikforschung. Prof. Dr. Martin Ullrich von der Hochschule für Musik Nürnberg erklärt, wie man sich das genau vorstellen kann: "Unter anderem bieten wir dort den Schwerpunkt "Music and Human Animal Studies" an. Es geht also darum, sich mit den Klangäußerungen von Tieren und der Verbindung von menschlicher Musik und Tieren intensiv zu befassen." Dabei ist der Studiengang überwiegend digital und auf Englisch - so dass Studierende aus aller Welt daran partizipieren können. "Mögliche Inhalte sind bspw. die "Interspecies Music", also das gemeinsame Musizieren von Menschen und Tieren, Fragen der "Ecomusicology"", also der ökologischen Bedeutung von Klanglandschaften, aber natürlich auch das Vorkommen von Vogelgesang und anderen Tierlauten in der menschlichen Musik, wie beispielsweise bei dem Avantgarde-Komponisten Olivier Messiaen."

Ausdrucksstarker Mäusegesang

Dabei singen nicht nur Vögel bzw. geben musikalische Laute von sich, sondern auch zahlreiche andere Tiere. Das Problem: wir können sie mit unserem menschlichen Gehör nicht wahrnehmen. Prof. Dr. Martin Ullrich gibt ein anschauliches Beispiel: "Im Labor ist erst vor etwa 20 Jahren und eher zufällig entdeckt worden, dass Mäuse wunderschön und ausdrucksvoll singen, allerdings in einem Frequenzbereich von ca. 50.000 Hz, das ist weit jenseits unserer eigenen Hörschwelle. So entdecken wir immer mehr Tiere unterschiedlichster Art und Größe und deren Klangwelten, weil wir uns mit technischen Mitteln ihre Lautäußerungen hörbar machen".

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Unendliche Möglichkeiten

Möglich ist das dank Bioakkustik, führt Prof. Dr. Ullrich aus: "Sie macht mit technischen Mitteln Tierlaute für uns hörbar. Wie man das in Musik übersetzen kann? Man kann versuchen, Tiergesang in Notenschrift zu notieren, man kann aber auch Aufnahmen direkt in Soundcollagen, in musikalische Produktionen einbinden. Da eröffnet sich ein ganz weites, kreatives Feld, bei dem es jetzt schon tolle Beispiele gibt, bei dem ich mir aber noch eine große Weiterentwicklung erwarte."

Eine historische Verbindung

Schließlich haben tierische Klänge schon immer eine Rolle in menschlicher Musik gespielt: "Die Tiermusik ist von Anbeginn an in der menschlichen Musik enthalten. Schon die Entstehungshypothesen zu unserer Musik berücksichtigen, dass Menschen ihre Musik in einem ganz frühen Entwicklungsstadium dem Vogelgesang und Tierlauten abgelauscht haben könnten. Egal, in welcher historischen Phase oder welchem kulturellen Zusammenhang wir auf Musiken schauen, wenn wir gut hinhören, dann finden wir überall die Tiere". Ab dem Wintersemesterwerden diese Zusammenhänge nun an der Hochschule für Musik Nürnberg intensiv erforscht. Bis 15. April kann man sich noch bewerben. Alle Infos auf der Website der Hochschule.

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Sport mit Gänsehaut-Garantie: Andrea Bocelli und Lang Lang eröffnen Olympia 2026
Olympische Flagge

Sport mit Gänsehaut-Garantie: Andrea Bocelli und Lang Lang eröffnen Olympia 2026

Ein einziger Abend. Ein Stadion. Und Musik, die mehr sagt als tausend Worte. Wenn Lang Lang und Andrea Bocelli bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 auftreten, geht es um weit mehr als Sport – es geht um Emotion, Tradition und große Gänsehautmomente.

Zauber(flöte) für die Seele - Warum uns Mozart emotional stabilisiert
Mozart

Zum 270. Geburtstag
Zauber(flöte) für die Seele - Warum uns Mozart emotional stabilisiert

Am 27. Januar wird Mozart 270 Jahre alt – Grund genug, die Wirkung seiner Musik einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wissenschaftler haben gezeigt, dass seine Werke unser Gehirn stimulieren, Emotionen ausgleichen und uns innerlich stabilisieren. Wer diesen Effekt erleben möchte, sollte Klassik Radio einschalten: Wir ehren das Wunderkind der Klassik die komplette Woche mit seinen schönsten Meisterwerken.

„Ich wäre gerne Dirigent geworden“ – Armin Mueller-Stahl über seine heimliche Liebe zur Musik
Person im schwarzen Sakko und weißem Hemd sitzt auf blauem Sofa und gestikuliert mit der rechten Hand.

„Ich wäre gerne Dirigent geworden“ – Armin Mueller-Stahl über seine heimliche Liebe zur Musik

Man kennt ihn als Oscar-nominierten Schauspieler, als prägende Figur des deutschen Films, als Gesicht großer Rollen. Doch das Herz von Armin Mueller-Stahl schlägt eigentlich für etwas anderes. Nämlich für die Musik! Bis heute prägt sie sein Denken, sein Sehen, sein künstlerisches Arbeiten. Im Interview mit Klassik Radio Redakteurin Valeska Baader spricht er über diese heimliche Leidenschaft – und von einem Lebensweg, der beinahe ein anderer geworden wäre.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national