Neues „KULT“-Format feiert Premiere

Frischer Wind im Konzertsaal:Neues „KULT“-Format feiert Premiere

Es ist Zeit, alte Konzertrituale aufzulockern und Neue zu etablieren - findet das Orchester im Treppenhaus und zeigt wie: mit dem neuen Format „KULT“. 

Das Orchester im TreppenhausFoto: © Bettina Theuerkauf

Mehr als nur Klatschen und Verbeugen

"Ich glaube, dass es an der Zeit ist, den Konzertsaal etwas zu erfrischen. Es gibt ja wirklich seit sehr sehr langer Zeit das Sinfoniekonzert-Format, das immer genau gleich ist, mit immer den gleichen Ritualen. Das ist auch toll. Doch ich finde, jetzt kann man auch mal eine Alternative auf die Bühne bringen", meint Thomas Posth, künstlerischer Leiter und Geschäftsführer vom Orchester im Treppenhaus. Diese Alternative heißt „KULT“ - ein brandneues Format des Orchesters im Treppenhaus, das heute in Bielefeld Premiere feiern wird und anschließend Samstag und Sonntag in Hannover zu erleben ist. Was das Publikum dabei erwartet? „Es wirkt erst einmal wie ein ganz normales Konzert. Es findet ganz normal im Konzertsaal statt, das Orchester spielt auch - vor allem - auf der Bühne und es spielt tolle Orchestermusik. Und doch schaffen wir es bei “KULT", dass das Publikum von Anfang an das Gefühl hat, in einen Rausch, einen gemeinschaftlichen Rausch, hineingezogen zu werden. Es gibt lauter neue Rituale, die etwas anders sind, als die Üblichen, die ja vor allem aus Klatschen und Verbeugen bestehen", erklärt Posth. 

Mitreißende Stücke und ein Piktogramm

Wie diese neuen Rituale aussehen könnten - das bleibt vorerst ein Geheimnis, doch einen kleinen Hinweis gibt Thomas Posth dann doch: „Das Publikum wird ganz am Anfang des Konzerts schon merken, dass das Erlebnis ein Anderes sein wird, weil es eine kleine Karte in die Hand bekommt, mit Piktogrammen, die erklären, wie sich das Publikum im Konzert an verschiedenen Stellen zu verschiedenen Zeitpunkten verhalten kann.“  Es bleibt also spannend. Musikalisch stehen auf jeden Fall schon einmal mitreißende Stücke auf dem Programm: „Vor allem Scheherazade von Nikolai Rimski-Korsakow, das ja ein ganz faszinierendes und rauschhaftes Stück ist. Wir haben das Gefühl für diesen kultigen Abend genau das Richtige, um alle Menschen in seinen Bann zu ziehen. Außerdem spielen wir “Fractured Time" von Anna Klein, ein ganz neues Stück, ganz spannende Klänge. Außerdem gibt es noch kleiner besetzte Stücke (….) die auch das Zeug haben, zu faszinieren", zählt Thomas Posth auf. 

Das Orchester im Treppenhaus ist Spezialist für unkonventionelle Konzerte: wie hier: "Disco"

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Offen für Vielfalt

Dabei ist das neue Format offen für alle: „KULT richtete sich an alle Menschen, die Lust haben tolle Musik zu hören und ein tolles Erlebnis zu bekommen. Wir richten uns ganz grundsätzlich immer an Leute, die sowieso schon in Konzerte gehen, aber auch an alle, die das Gefühl haben: ‘Mensch, bisher war das nichts für mich, aber vielleicht probier ich das jetzt mal aus. Das ist mal ein anderes Konzerterlebnis’. Denn alles, was man vielleicht nicht so gerne mag an steifen Ritualen wird man dort nämlich nicht erleben“. Und was ist der Dresscode? "Ich finde, wenn man sich den Namen des Konzertabends vor Augen hält, hat man vielleicht eine Inspiration", schmunzelt Posth. „Und es ist ja eigentlich toll, wenn sich alle etwas besonders anziehen - aber wie, das ist allen selbst überlassen. Ich finde, dass kann sehr unterschiedlich kultig und toll sein.“

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