Oper wird zum Videospiel

Oper wird zum Videospiel

Arnold Schönbergs Monodram "Erwartung” als VR-Spiel - das macht das Staatstheater Augsburg möglich und verbindet Opernmusik mit spannungsgeladenem Abenteuer.

Screenshot aus dem SpielFoto: Staatstheater Augsburg

Nachts im Wald auf Schönbergs Spuren

Um in die virtuelle Welt einzutauchen, trägt man eine VR-Brille und hält zwei Controller in Händen: „Man kann sich in alle Richtungen umschauen und fortbewegen, aber auch Dinge aufheben, Sachen berühren. Es ist wirklich eine komplette Immersion, also man ist diese Frau, die dann durch einen Wald geht“, erklärt Intendant André Bücker. Diese Hauptprotagonistin hat nämlich ein dringendes Ziel: die Geschehnisse der letzten Nacht zu rekonstruieren. Dafür ist sie unterwegs in den Wald, auf der Suche nach ihrem Geliebten…sie und damit der Spielende hören die Bäume rauschen, das Laub rascheln, begegnen Tieren und machen schließlich eine gruselige Entdeckung: sie finden den Geliebten - allerdings tot! Wie es dann weitergeht, dafür muss man das Spiel schon zu Ende spielen - und es lohnt sich, gibt es doch einen weiteren Plot Twist am Ende. Normalerweise ist man in einer bis eineinhalb Stunden durch.

Teaser zu „Erwartung“:

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Verbindung schaffen und neue Räume eröffnen

Dabei möchte die Oper als VR-Spiel so viele Menschen wie möglich ansprechen. „Die Schnittmenge zwischen Schönberg-Fans und VR-Gamern ist, glaube ich, ziemlich gering, doch unsere Produktion ist offen an beiden Enden. Sowohl die Opern- und Klassikfans können hier auf ihre Kosten kommen, denn wir haben eine fantastische musikalische Qualität, aber auch für Gamer, die bisher noch keine Berührung zu Oper hatten, ist es eine sehr interessante Erfahrung, in solche Welten einzutauchen. Es ist wichtig, dass Theater Verbindung schafft und dass wir Räume neu entdecken, wo Menschen bisher keine Räume gesehen haben“, erläutert Bücker begeistert. So wurde nicht nur großer Aufwand mit der Grafik des Spiels betrieben, die Musik wurde von den Augsburger Philharmonikern im Konzertsaal eingespielt, der Gesang kommt von Sopranistin Sally du Randt. 

Oper online für alle

Weltpremiere des ungewöhnlichen Opernformats war am 13. Februar 2024 in Wien, im Arnold-Schönberg-Center, eine weitere folgt am Samstag 17. Februar 2024. Danach dann kann jeder Interessierte die Oper online bei Steam herunterladen, für rund zehn Euro. Allerdings braucht man dafür auch ein VR-Headset. Auch sonst bietet das Staatstheater Augsburg viele virtuelle Abenteuer an und verschickt bereits präparierte VR-Brillen mit dem jeweiligen Stück nach ganz Deutschland und Österreich. Im März folgt dann eine weitere „Hybridoper“ in Augsburg, bei der die reale Bühne mit Computeranimationen ergänzt wird, dafür trägt das Publikum VR-Brillen. Augsburg setzt so einen Meilenstein in Richtung digitale Zukunft und nutzt neue Medien, um auch neues Publikum zu begeistern.

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