PARTi App sorgt für aktives Konzerterlebnis!

PARTi App sorgt für aktives Konzerterlebnis!

Mittendrin statt nur dabei - klingt gut, ist aber bei vielen klassischen Konzerten Fehlanzeige. Die PARTi App will das ändern.

Frauenhände mit SmartphoneFoto: Foto von Paul Hanaoka auf Unsplash

Mitwirken statt nur zuschauen 

Denn mit der App „PARTi“ der Hamburger Kulturinitiative TONALi sorgt aktiv dafür, dass das Publikum nicht einfach passiv das Konzert erlebt, sondern aktiv mitmischt, auch auf oder hinter der Bühne oder dem Orchestergraben. Das Ganze funktioniert relativ einfach: die App im Appstore herunterladen und unter eine Veranstaltung auswählen. Dort werden verschiedene Aufgaben angeboten, sei es z.B. als Künstlerbetreuung oder bei der Videoproduktion. Man wählt das aus, was einem am meisten zusagt. Die App wird schon vielfältig genutzt, z.B. vom Brucknerhaus Linz, in der Elphilharmonie in Hamburg und auch von den Münchner Symphonikern. Intendant Tilman Dost erklärt, ob und wie dann ausgewählt wird, wenn sich mehrere Menschen für eine Aufgabe melden: „Wir nehmen die Interessenten nach Anmeldungseingang auf. Das heißt, wer zuerst kommt, den begrüßen wir gerne bei uns“. Vorkenntnisse oder musikalisches Vorwissen sind dafür nicht nötig. 

Einfach wie eine Koch-App 

Der Name setzte sich aus „Partizipation“ und auch „Art“, also Kunst, zusammen. Die Assoziation natürlich „mit von der Partie“ sein oder auch „zu partizipieren“. Die App ist dabei ein bisschen wie eine Koch-App aufgebaut, erläutert Tilmann Dost: „Die Entwickler der App (…) wählen diese Metapher, weil einerseits mitmachen so einfach sein soll, wie ein Rezept nachkochen. Andererseits stellen sie sich Kulturveranstaltungen wie ein schönes Essen unter Freunden vor, also zu dem man nicht nur als Gast zu einem gedeckten Tisch geht, sondern wo man auch mitkochen kann. Die Aufgabenbeschreibung in der App ist auch einem Kochrezept nachempfunden, also es geht quasi um die Zutaten, die Anleitung, eine Zubereitungszeit und einen Schwierigkeitsgrad beim Kochen.“ 

Die Münchner Symphoniker sind für ungewöhnliche Ansätze bekannt:

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Dialog und Teilhabe

Mitmachen kann man das nächste Mal bei den Münchner Symphonikern z.B. am 24. April 2023 bei dem Konzert „Zugkraft“ im Prinzregententheater. „Wir wollen unser Publikum dazu animieren, mitten drin zu sein, statt nur sich quasi ins Publikum zu setzen und zuzuhören. Wir wollen animieren, mitzumachen bei uns. Wir würden uns freuen, wenn die Teilnehmer einen neuen Blickwinkel auf unsere Konzerte und die Konzertvorbereitungen bekommen. Im besten Fall sprechen wir neue Zielgruppen an und kommen in einen direkten Dialog mit unserem Publikum, bekommen Anregungen zu unseren Konzerten“, führt der Intendant aus. Eine Win-Win Situation für alle also. Denn neben den ungewöhnlichen Perspektiven und dem Gefühl, aktiv etwas zu einer Veranstaltung beigetragen zu haben, winkt den Teilnehmern, die regelmäßig mitmachen, auch ein Zertifikat als Kulturmanager. Alle Infos und Konzerte auf der Website von TONALi. 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Von Millionen-Geigen und Karotten-Flöten: 5 erstaunliche Fakten aus der Orchesterwelt
OrchesterdirigentFoto: ©[stokkete]/stock.adobe.com

Von Millionen-Geigen und Karotten-Flöten: 5 erstaunliche Fakten aus der Orchesterwelt

Ein Orchester kann aus ein paar Dutzend Musikern bestehen – oder aus mehreren Tausend. Manche Geiger spielen auf Instrumenten, die Millionen wert sind, andere wiederum auf Karotten. Fünf Fakten aus der Welt der Orchester, bei denen selbst Beethoven kurz die Augenbrauen gehoben hätte.

Piano unplugged auf der Reeperbahn: Wo Chopin auf House trifft und Klassik tanzen lernt
Leon Gurvitch am Klavier im ClubFoto: Shendl Copitman

Leon Gurvitch zwischen Konzertflügel und Dancefloor
Piano unplugged auf der Reeperbahn: Wo Chopin auf House trifft und Klassik tanzen lernt

Stellen Sie sich: Der Club ist voll, alle tanzen - und in der Mitte spielt ein Pianist auf seinem Flügel. Das ist "Piano Unplugged" - ein Format, dass Pianist und Komponist Leon Gurvitch ins Leben gerufen hat. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, welche Tracks am Besten ankommen, warum Klassik im Club anders wahrgenommen wird und was er mit diesem Konzept erreichen möchten.

Die Psychologie der Filmmusik: Wie Klänge unsere Gefühle steuern
Kino Dirigent FilmmusikFoto: KI generiert / canva

Die Psychologie der Filmmusik: Wie Klänge unsere Gefühle steuern

Warum kann ein einzelner Ton Angst auslösen und eine simple Melodie uns zu Tränen rühren? Das ist kein Zufall, sondern die hohe Kunst der Filmmusik. Dieser Artikel ist eine Reise in die verborgene Psychologie der Klänge und enthüllt, warum Komponisten die eigentlichen Architekten des Films sind.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national