Vorwürfe gegen die Oper Frankfurt

Blackfacing Vorwürfe gegen die Oper Frankfurt

Die Darstellung einer Figur mit schwarz-goldenem Gesicht in György Ligetis Oper "Le Grand Macabre", inszeniert von Vasily Barkhatov an der Oper Frankfurt, hat von lokalen Politikern Kritik hervorgerufen.

Außenansicht Oper Frankfurt Foto: © Wolfgang Runkel

 In der Aufführung ist ein männlicher Sänger in einem schwarzen Kostüm mit schwarzen Flügeln, einer Pharaonenkrone und schwarz-goldenem Gesicht zu sehen.  Britta Wollkopf, die kulturpolitische Sprecherin der Volt-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung, bezeichnete die Aufführung als "Farce". Sie kritisierte den Auftritt einer "schwarz angemalten Person" als "Blackfacing", eine Praxis, die aus vergangenen Jahrhunderten bekannt, aber in der heutigen Zeit nicht mehr akzeptabel ist. Dies deutet laut Wollkopf darauf hin, dass rassistische Denkweisen und Verhaltensweisen noch immer existieren.  Wollkopf bemängelte weiter, dass dies rassistische Erzählweisen normalisiere, und das auf einer angesehenen Bühne im Jahr 2023. Sie forderte die Oper auf, ihren Fehler sofort zu korrigieren und sich öffentlich dazu zu äußern.  Auch die Stadtverordnete Mirrianne Mahn, Vorsitzende des Kulturausschusses, äußerte ihre Enttäuschung: "Als Kulturpolitikerin und Mitglied des Aufsichtsrates der Oper bin ich zutiefst enttäuscht. Als schwarze Frankfurterin bin ich erschüttert und verletzt.“

Mahn fordert in einem Interview mit der F.A.Z. Änderungen für die zweite Aufführung am 10. November und plant ein Gespräch mit Intendant Bernd Loebe. Die Oper Frankfurt sieht das Bühnenkostüm jedoch anders: Es handele sich nicht um Blackfacing. Stattdessen verkörpere ein Sänger die Rolle des ägyptischen Gottes Anubis, „einer antiken Gottheit mit ikonographisch festgelegter Darstellung in Form eines schwarzen Hunde- oder Schakalkopfs.“ Diese Gottheit habe mehrere Funktionen und sei vor allem im ägyptischen Totenkult von Bedeutung. Sie werde mit der ersten Mumifizierung in Verbindung gebracht und begleite die Menschen ins Jenseits. "Das ist auch der Grund, warum diese Figur auf der Opernbühne zu sehen ist, denn die Menschheit bereit sich in dem Stück ,Le Grand Macabre’ auf den Weltuntergang vor. Es geht hier also ausdrücklich nicht um eine weiße Person, die eine schwarze Person darstellt, sondern um das Abbild einer mythologischen Gottheit mit einem Tierkopf.“

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Mit „Amour“ wird sie zur Komponistin ihrer eigenen Gefühle
Esther Abrami sitzt malerisch am KlavierFoto: Sony Music/Fotograf Luc Braquet

Esther Abrami auf der Erfolgswelle:
Mit „Amour“ wird sie zur Komponistin ihrer eigenen Gefühle

Violinistin Esther Abrami hat sich nicht nur in der Musikszene einen Namen gemacht – sie ist auch auf Social Media ein Star mit mehr als 430 Tausend Followern. So bringt sie Klassik auch einem jungen Publikum näher. Nun ist ihr neues Album "Amour" erschienen - mit so vielen eigenen Kompositionen wie nie zuvor. Im exklusiven Klassik Radio Interview erzählt sie, warum der Opus etwas ganz besonderes für sie ist und was es für ein Gefühl ist, eigene Kompositionen zu interpretieren.

Eine Jahrhundertgeschichte auf der großen Leinwand – Klassik Radio lädt Sie zu „Heimsuchung“ ein
HeimsuchungFoto: Arthaus

Eine Jahrhundertgeschichte auf der großen Leinwand – Klassik Radio lädt Sie zu „Heimsuchung“ ein

Volker Schlöndorff erzählt in „Heimsuchung“ von einem Haus am märkischen See und den Menschen, deren Leben von den großen Wendepunkten der deutschen Geschichte geprägt wird. Klassik Radio schenkt Ihnen die Möglichkeit, diesen besonderen Film im Kino zu erleben.

„Ein langes Geständnis meiner Liebe zum Leben“: Yu-Peng Chen über sein erstes Klassikalbum
Komponist Yu-Peng ChenFoto: MOIN墨音

„Ein langes Geständnis meiner Liebe zum Leben“: Yu-Peng Chen über sein erstes Klassikalbum

Vom Komponisten eines Videospiels zum eigenen Klavierkonzert: Yu-Peng Chen hat mit „Genshin Impact“ Millionen erreicht. Jetzt erzählt er auf „The Poem of Life“ seine eigene Geschichte – von Bach als Lehrer, Rachmaninoff als Vorbild und der Angst, Erinnerungen zu verlieren.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national