Was genau sind eigentlich Kirchentonarten?

Sie fragen - Wir antwortenWas genau sind eigentlich Kirchentonarten?

In unserer Rubrik Alltagswissen beantworten wir jede Woche eine musikalische Frage nicht nur on air, sondern auch hier zum Nachlesen.

Hand mit Fragezeichen KarteFoto: Klassik Radio

Dur, Moll und so viele mehr

Musik ist breitgefächert und vielfältig. Genau das ist auch das schöne daran: Eigentlich gibt es kein richtig oder falsch, auch wenn sich im Laufe der Zeit bestimmte Gewohnheiten und Regeln durchgesetzt haben. 

Ein Beispiel dafür sind Tonleiter. Die bekanntesten und beliebtesten Tonleiter sind Dur und Moll, aber es gibt noch viele weitere, wie die Kirchentonarten. Diese werden auch Modi genannt und bilden das tonale Ordnungsprinzip der abendländischen Musik vom frühen Mittelalter bis zum 16. Jahrhundert.  

Im Grunde ganz einfach

Insgesamt gibt es sieben verschiedene Modi: die Ionisch, dorische, phrygische, Lydische, mixolydische, äolische und lokrische. Die Grundlage aller dieser Tonarten sind eigentlich die Töne, die heute die weißen Tasten eines Klaviers ausmachen. Bei den Kirchentonarten werden immer dieselben Töne verwendet, nur der Startton unterscheidet sich. Automatisch verschieben sich die Halbtonschritte und die Tonleiter erhält jedes Mal eine andere Charakteristik.

Die ionische geht zum Beispiel von C bis C und ist unsere heutige C-Dur. Die Äolische von a bis a kennen wir heute als a-Moll-Tonleiter. 

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Und wie ist es heute?

Der Ursprung des Namens ist der heilige Geist. Man glaubte, dass die verschiedenen melodischen Wendungen der Tonarten den Musikern direkt von Gott gegeben wurden. Je nach Zeitpunkt im Kirchenjahr wurden jeweils fest eingeteilte Kirchentonarten, mit der passenden symbolischen Bedeutung eingesetzt.

Mittlerweile werden die Modi hauptsächlich im Jazz für Improvisationen verwendet. Miles Davis machte daraus eine ganz eigene Jazz-Richtung namens Modal Jazz. Dadurch wird die Musik häufig spannender und kreativer gestaltet. 

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

72 Stunden Klangrausch: Weltrekordversuch der Posaunenchöre
Bläser bei Nacht

Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern e. V.
72 Stunden Klangrausch: Weltrekordversuch der Posaunenchöre

Vom 30. Juli bis zum 2. August wird in der Jakobskirche in Nürnberg ununterbrochen Musik zu hören sein. Im Gespräch mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch hat Thomas Engelbrecht vom Verband evangelischer Posaunenchöre in Bayern von seiner Idee zu dem Projekt und der Organisation des Weltrekordversuchs gesprochen.

Hat uns Musik früher mehr berührt?
Alte Musik vs. neue Musik

Musik Früher vs Heute
Hat uns Musik früher mehr berührt?

Sie kennen das Gefühl: Sie hören neue Musik und warten auf den Moment, der Sie wirklich erfasst. Aber er kommt nicht. Stattdessen klingt vieles beliebig, und kaum ist ein Stück verklungen, haben Sie es bereits vergessen. Was ist mit der Musik passiert – und warum finden wir die eigentliche Erfüllung zunehmend in dem, was wir längst kennen und schätzen?

„Musik hat ihre Wurzeln im Boden“ – Sir John Eliot Gardiner über Bach, Mozart und das Leben
John Eliot Gardiner

Interview
„Musik hat ihre Wurzeln im Boden“ – Sir John Eliot Gardiner über Bach, Mozart und das Leben

Bach, Mozart, Sibelius – und ein Dirigentenleben zwischen Weltruhm, Naturverbundenheit und täglicher Yoga-Routine. Sir John Eliot Gardiner spricht im Interview über musikalische Offenbarungen, die Macht historischer Aufführungspraxis, über Lampenfieber vor dem Auftritt und darüber, warum ihn ausgerechnet die Bassettklarinette bei Mozart noch immer staunen lässt.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national