Aus Beethoven wird "BEAThoven"

Aus Beethoven wird "BEAThoven"

Wie klingt Ludwig van Beethoven rein perkussiv oder anders gefragt: wie hätte er wohl für Marimba, Vibrafon und Drumset komponiert?

Christian Benning Foto: © Roshni Khatri

Die Süddeutsche Zeitung nannte ihn ein „Phänomen“ und die Kollegen von der ZEIT bezeichneten ihn als "rhythmisches Genie". Der Hochgelobte heißt Christian Benning, ist Multi-Percussionist und gerade mal 28 Jahre jung.

Er hat es sich mit seiner Christian Benning Group und seinen Partnern Patrick Stapleton, Marcel Morikawa, Felix Kolb und Godwin Schmid zur Aufgabe gemacht, neben Werken des modernen Schlagzeugkanons auch klassische Kompositionen der letzten Jahrhunderte perkussiv zu interpretieren. 

Klassik als große Inspirationsquelle

„Wir lassen uns gerne von den Großmeistern der klassischen Musik – von Bach, Beethoven, Rachmaninow oder Ravel - inspirieren und versuchen, deren Musik mit größter Demut und in großem Respekt mit reiner Schlagzeugformation wiederzugeben“, erläutert Benning im Klassik Radio-Interview das Konzert der Christian Benning Group. „Diese Komponisten hatten unsere Instrumente noch gar nicht zur Verfügung und deswegen versuchen wir der höchst hypothetischen, aber gleichzeitig extrem spannenden Frage nachzugehen, wie sie wohl mit diesen Instrumenten komponiert hätten“. 

Dieser Frage geht das Ensemble im Projekt „BEAThoven“ mit eigenen Arrangements nach – die sind mal jazzig, mal groovig, mal afrokubanisch angehaucht. Anfangs immer sehr nah dran am Original, dann in verspielten Improvisationen in neue Soundsphären und verschiedene Stile und Genres ausgedehnt. Und so klingt es, wenn sich die berühmte Mondscheinsonate im Laufe der drei Sätze langsam in Richtung Schlagwerk emanzipiert.

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

2015 von Benning gegründet, gastierte das Ensemble u. a. in der Hamburger Elbphilharmonie, Bremer Glocke, im Münchner Herkulessaal, bei den Europäischen Wochen in Passau, dem Festival junger Künstler in Bayreuth, in der Sagrada Família in Barcelona, der Erlöserkirche in der Altstadt von Jerusalem sowie in Ägypten und im Oman. Benning beobachtet dabei ein aufgeschlossenes und im Hinblick auf den klassischen Konzertbetrieb eher ungewöhnliches Publikum. 

Publikum für Klassik begeistern

„Wir haben natürlich durch unsere Arrangements, die verschiedene Musikgeschmäcker ansprechen, die Möglichkeit, auch die Leute zu erreichen, die sonst nicht so oft im klassischen Konzert sitzen“, erzählt Benning. „Und uns freut es natürlich riesig, wenn Leute nach dem Konzert berichten, dass sie bisher mit Bach und Beethoven noch gar nicht so viel am Hut hatten, sich darauf aber nun gerne einlassen und die Schönheit dieser Musik entdecken“.

Beeindruckende Live-Erlebnisse

„Bis jetzt hatten wir bei unseren Konzerten ausschließlich positive Erfahrungen. Die Reaktionen waren oft ungläubig und überrascht, dass Beethoven so zeitlos und auch so perkussiv sein kann“, freut sich der Multi-Percussionist. 

Solo können Sie Christian Benning an Heiligabend nachmittags (um 15 und 17 Uhr) in der Isarphilharmonie, Gasteig HP8, in München erleben. Die nächsten Konzerte mit dem „Beathoven“-Programm gibt’s am 14. Januar in Herrsching am Ammersee und Mitte Februar in Werne und in Koblenz.

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Von Renaissance bis Moderne - so klingt der Frühling in der Klassik
Flügel in einem Feld voll Tulpen

Von Renaissance bis Moderne - so klingt der Frühling in der Klassik

Der Frühling gehört zu den beliebtesten Motiven der Musikgeschichte. Doch jede Epoche nähert sich ihm auf ihre eigene Weise: In der Renaissance werden Vogelrufe zu Melodien, im Barock wird die Natur in Klang nachgeahmt, die Romantik verwandelt den Frühling in ein Gefühl, und in der Moderne wird er zur archaischen Kraft. Ein Blick darauf, wie sich das Erwachen der Natur durch die Jahrhunderte in der Musik widerspiegelt.

Spektakulärer Fund: 149 Werke von Antonio Salieri aufgetaucht
Salieri-Fund

Spektakulärer Fund: 149 Werke von Antonio Salieri aufgetaucht

Vier kleine, in rotes Leder gebundene Notenbände galten jahrzehntelang als verschollen. Jetzt sind sie wieder aufgetaucht: Die Sammlung mit 149 Vokalwerken eröffnet einen überraschend persönlichen Blick auf Antonio Salieri - als spontanen Komponisten, geselligen Humoristen und sensiblen Zeitzeugen seiner Epoche. Ein spektakulärer Fund, der das Bild des lange missverstandenen Mozart-Rivalen neu zeichnet.

Lounge Musik online streamen
Person entspannt sich in einem Hotel zur Lounge-Musik

Wissenswertes: Musik
Lounge Musik online streamen

Sanfte Beats, dezente Melodien und ein moderner, warmer Sound – Lounge Musik legt sich wie ein eleganter Klangteppich unter jeden Moment und wertet Räume akustisch auf, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Mit Klassik Radio Plus streamen Sie hochwertige Lounge Sounds online – professionell kuratiert für Zuhause, unterwegs oder Ihr Business, rund um die Uhr und auf allen Geräten.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national