Die Brüder Arthur und Victor Abs vor einem Plakat ihres VR-Spiels: Beethoven Opus 360
Victor und Arthur Abs, Agon e. V
Die Brüder Arthur und Victor Abs vor einem Plakat ihres VR-Spiels: Beethoven Opus 360
Beethoven Opus 360:

Beethoven als Rapper im Hier und Jetzt erleben!

Im Beethoven-Haus Bonn trifft Rap auf Klassik, die Wirklichkeit vermischt sich mit Virtual Reality: beim VR-Spiel „Beethoven Opus 360“.

Mit Beethoven gemeinsam Geschichte schreiben

Dabei setzt man sich eine Virtual Reality Brille auf und befindet sich auf einmal in einem Kuppelsaal wieder. Dort muss man dem jungen Beethoven in einem Rap-Battle beistehen – und ihn zum Sieg führen, erklärt Arthur Abs. er hat das Ganze, gemeinsam mit seinem Bruder Victor initiiert:  "Beethoven ist zwar in dieses Rap-Battle hineingeworfen, aber es ist an einem selbst, ihn dadurch zu coachen. Man wählt also z.B. verschiedene Themen aus, über die er rappen kann: ist es Liebe oder Geld, Fame, sein Genie oder seine Stücke. Man hat also vielfältige Möglichkeiten, ihm zu sagen, worüber er rappen soll. Und nicht nur das - darüber hinaus kann man auch die Musik wählen: z.B. seine Pastoralsymphonie oder man sagt ihm, er soll mal ein bisschen seinen Stil ändern. Es gibt also viele Möglichkeiten, zu interagieren und das war uns besonders wichtig."

Beethoven in der Gegenwart

Dabei kann man auch zu mehreren Personen spielen - so lange es genug VR-Brillen gibt. Gemeinsam steht man dann virtuell in dem historischen Kuppelsaal neben Beethoven, der sich einen verbalen Schlagabtausch mit einem Rap-Kontrahenten liefert - umringt und angefeuert von Jugendlichen. Je nachdem, wie schnell man ist und welche Optionen gewählt werden, dauert das Ganze rund eine halbe Stunde.

BEETHOVEN // OPUS 360 TRAILER
BEETHOVEN // OPUS 360 TRAILER
BEETHOVEN // OPUS 360 TRAILER

Prominente Tester: Daniel Hope und Eckard von Hirschhausen

Und die Spieler sind begeistert, strahlt Arthur Abs: "Es ist so ein bisschen wie Kinder unterm Weihnachtsbaum: die Brille wird abgezogen und man sieht zwei große Augen, die einen anleuchten und es kommt so ein "Wow".  Weil erstens in dieser VR-Welt die Zeit einfach ganz anders vergeht, man hat ein anderes Zeitgefühl, auch das Raumgefühl ist ein ganz anderes. Man wird einfach in eine andere Welt hineingezogen. Es ist sehr immersiv. Und so war es auch, dass Daniel Hope und Eckard von Hirschhausen, denen wir das Spiel zeigen konnten, begeistert waren."

Beethoven und Rap vereint eigentlich, dass sie beide rebellisch waren, unangepasst waren, dass sie die Konventionen ihrer Zeit eigentlich aufbrechen wollen.
Victor Abs, Mit-Initiator von "Beethoven Opus 360"

Beethoven und Rap: ein perfektes Match!

Dass Beethoven bei dem Spiel ausgerechnet zum Rap-Star wird, hat gute Gründe, erklärt Victor Abs: "Erstens sind sie unserer Meinung gar nicht so unterschiedlich: Beethoven und Rap vereint eigentlich, dass sie beide rebellisch waren, unangepasst waren, dass sie die Konventionen ihrer Zeit eigentlich aufbrechen wollen. Und zweitens: in unserer Generation wird Rap rauf- und runtergehört und über dieses Medium Beethoven neu zu erzählen, ist, unserer Meinung nach, genau der richtige Zugang. Und vor allen Dingen: kaum eine Sprache kann so unglaublich schonungslos eine Geschichte erzählen wie Rap. Das ist der Grund, warum wir uns dafür entschieden haben."

Von Bonn über Hamburg bis nach Wien

Falls Sie neugierig geworden sind: bis zum 19. September ist „Beethoven Opus 360“ noch im Beethovenhaus Bonn zu sehen, vermutlich wird sogar verlängert. Danach geht es auf Tour. Gemeinsam mit dem Beethoven Orchester Bonn besuchen die beiden Brüder auch Schulen in Bonn und Umgebung und sind bei der B3 Biennale des Bewegten Bildes vom 13.10-23.10.2022 in Frankfurt eingeladen und werden es dort zeigen. Ab November ist das Projekt dann in Hamburg und Umgebung unterwegs und von März bis Ende Juni im Haus der Musik in Wien. Mehr Infos gibt es auf der Website des Projekts: Beethoven Opus 360.

(31.08.22/K.Jäger)