"suites4nature": Konzerte für Natur und Klima

Ein besonderes Filmprojekt"suites4nature": Konzerte für Natur und Klima

Wenn wir unsere Lebensgrundlage verlieren, verlieren wir auch die Kultur – das ist der Grundsatz von „suites4nature“.

"suites4nature": Konzerte für Natur und KlimaFoto: Michael Bessert

Ein musikalisches Zeichen

Die Cellistin Tanja Tetzlaff möchte ein Zeichen setzen, ein musikalisches Zeichen: Ein Zeichen dafür, dass es der Natur schlecht geht, dass sich etwas ändern muss und ein Zeichen dafür, dass alle zusammen hängt, von Natur bis hin zur Kultur. Sie ist Teil des Filmprojekts „suites4nature“.

Unsere ganze Kultur und unsere Zivilisation stehen auf dem Spiel, wenn unsere Rahmenbedingungen nicht mehr passen.
Tanja Tetzlaff


Einzige Voraussetzung: Ein modernes Thema und Barockmusik

Das Projekt entstand auf Grund einer Ausschreibung des Glenn Gould Bach Fellowships der Stadt Weimar. Im Jahr 2020 sollten die Gewinner der Ausschreibung durch ein zweijähriges Stipendium die Möglichkeit bekommen kulturelle Projekte umzusetzen. Die einzige Voraussetzung war, dass es etwas mit Barockmusik und modernen Medien zu tun haben sollte. Der Musikerin war sofort klar, welches Thema sie aufgreifen möchte. „Ein modernes Thema, das mir schon immer am Herzen gelegen hat, ist der Zustand unserer Welt im Bezug auf den Klimawandel“, erzählt Tetzlaff im Gespräch mit Klassik Radio.

Musik, die zum Nachdenken anregen soll

Das Filmprojekt „suites4nature“ war geboren: „Es lag nahe, Musik und Natur zu verbinden. Mein Projekt wird beinhalten, dass ich an Plätze gehe, wo die Natur schon sichtbar leidet. Dort werde ich mich mit meinem Cello hinsetzen und Bach Suiten spielen.“ Gemeinsam mit dem Filmteam Apollo sollen dabei schöne, musikalische, aber auch verstörenden Aufnahmen entstehen: „Ich hoffe, dass die Menschen dadurch zum Nachdenken angeregt werden.“

Beim Dreh von
Foto: Michael Bessert

Bach lässt sich am besten mit der Natur verbinden

Bei den Konzerten in der Natur wählt die Künstlerin ganz bewusst Bach: „Die Musik von Bach ist für mich sowieso immer mit Natur verbunden. Wenn ich Bach spiele, sehe ich die verschiedenen Zustände, die es in der intakten Natur gäbe, vor mir.“ Neben der Musik von Johann Sebastian Bach spielt Tetzlaff auch Stücke, die eigens für das Projekt von Komponist Thorsten Encke geschrieben wurden, zum Beispiel "Black Eyes": "Das Stück ist sehr geräuschhaft [...] Es enthält auch Naturgeräusche." 

Eine besondere Herausforderung des Projekts sind die Tonaufnahmen. Anders als bei den meisten Musikvideos, wird bei „suites4nature“ der Ton nicht zuvor im Studio aufgezeichnet und schließlich mit den Bildaufnahmen synchronisiert, sondern direkt vor Ort mitgeschnitten: „Wenn das authentisch sein soll, muss ich wirklich, dort wo ich sitze, für die Natur spielen und der Ton muss auch dort aufgenommen werden [...] Je nachdem, wo ich sitze, klingt es auch sehr unterschiedlich. Wenn ich zum Beispiel an einem See sitze, ist es etwas komplett anderes, als wenn ich in einem Wald sitze.“

Ich spiele Bach, weil seine Musik am besten widerspiegelt, welche Perfektion in dieser Welt möglich ist.
Tanja Tetzlaff


Die Natur ist das Publikum

Der eigentliche Film soll erst im Frühjahr 2023 fertiggestellt werden. Auf der Webseite des Projekts ist es aber möglich die Entstehung zu verfolgen. Dort gibt es zum Beispiel Interviews mit den Menschen vor Ort, aber auch Einblicke in den Dreh selbst. Publikum gibt es bei den Konzerten, abgesehen vom Kamerateam, keines: „Die Zuhörer sind ab und zu Vögel und sonst die Bäume, die Steine, das Wasser, die Erde, alles was uns unsere Lebensgrundlage liefert.“

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