Der Klang und die Musik aus der Weinflasche

The sound of wine Der Klang und die Musik aus der Weinflasche

Wie klingt Wein? Sommelier Toni Askitis versucht Wein unkompliziert und hörbar zu machen. Er erklärt das Getränk mit Musik.

Der Klang und die Musik aus der WeinflascheFoto: gleamlab.de

Schönes Etikett muss nicht guter Wein bedeuten

Ein junger Wein mit säuerlichem Geschmack und ausgeprägtem Aroma oder ein vollmundiger, stimmiger Wein mit einem ausgewogenen Süße-Säure-Verhältnis. Weinkenner können sich unter solchen Beschreibungen sofort etwas vorstellen, für all die Menschen, die eher weniger von der umfangreichen Welt des Weins verstehen, sind mit solchen Beschreibungen schnell überfordert. Am Ende wählt man einfach die Weinflasche mit dem schönsten Etikett. Der Sommelier Toni Askitis möchte das jetzt ändern und die edlen Tropfen für jeden unkompliziert machen. Für ihn geht das am besten mit Musik. „Mich berührt Wein genauso wie Musik. So vielfältig wie Musik, so vielfältig ist auch Wein“, erzählt der Weinexperte aus Düsseldorf im Gespräch mit Klassik Radio.

Es gibt für jeden Song den passenden Wein und für jeden Wein den passenden Song.
Sommelier Toni Askitis

#asktoni

In den sozialen Medien erklärt Toni Askitis unter dem #asktoni Wein mit unterschiedlichen Genres und Stücken. Auch klassische Musik nutzt er, um Weinsorten zu beschreiben: „Am naheliegendsten ist der Pinot Noir aus dem Burgund, der ist sehr fein, das Aroma ist niemals laut und trotzdem hat er eine unglaubliche Kraft, so würde ich auch klassische Musik beschreiben.“ Die Idee kam ihm schon sehr früh: Seine zwei großen Leidenschaften waren immer Musik und ein besonders guter Tropfen. „Ich habe überlegt, wie schaffe ich unkomplizierten Zugang zu der komplexen Weinwelt. Es war naheliegen, denn genauso wie Musik kann auch Wein Erinnerungen hervorrufen und einen an Orte zurückbringen. Wer beides fühlt, der wird auch schnell verstehen, dass das easy zusammengeht. Das schafft einfach einen ganz anderen Zugang“, erklärt der Sommelier, „Ich komme eigentlich vom Hip Hop, aber mittlerweile bin ich genrefrei: gute Musik ist gute Musik. So gehe ich auch mit Wein um. Wenn wir aber beim Hip Hop bleiben, das geht für mich in Richtung hochwertiger Schaumwein, der sehr fein und elegant ist und trotzdem Bums dahinter hat.“

Musik für den Weinabend

Welcher Wein ein Mozart ist, kann uns der Weinexperte nicht beantworten: „Es wäre unfair, einfach irgendeinen Wein auszuwählen. Zuerst muss man wissen, um welches Stück von Mozart es sich handelt. Man kann die Stücke nicht verallgemeinern, sie sind nicht alle gleich und genauso sind nicht alle Weine gleich.“ Den perfekten Wein für einen Weinabend mit klassischer Musik gibt es aber trotzdem. Je nachdem, welche Musik man hört, wirkt sich das nämlich auch immer auf den Geschmack des edlen Getränks aus: „Wenn man [die Musik] fühlt, kann man das ähnlich wie Essen und Wein kombinieren.“

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

München, Paris, New York: 13-jähriger Pianist erobert die Klassik-Welt
Emanuel de la Torre vor der Carnegie Hall

München, Paris, New York: 13-jähriger Pianist erobert die Klassik-Welt

Mit nur 13 Jahren hat Emanuel de la Torre Quiroz schon in der Carnegie Hall gespielt - und am Wochenende in Paris sogar doppelt gewonnen. Im Gespräch mit Klassik Radio-Redakteurin Farah Losch erzählt Emanuel von seiner Liebe zum Klavier, seinen Zielen und deutet an: irgendwie ist er trotzdem ein ganz normaler Teenager.

Mozarts verschollenes Meisterwerk: Sensationsfund bringt sieben unbekannte Stücke ans Licht
Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts verschollenes Meisterwerk: Sensationsfund bringt sieben unbekannte Stücke ans Licht

Ein unscheinbares Notenbüchlein in einem Pariser Archiv wurde zum musikalischen Jahrhundertfund: Fast 250 Jahre verborgen, enthüllt das Manuskript sieben bislang nie gehörte Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart – und wird jetzt erstmals überhaupt vor Publikum aufgeführt. Ein Fund, der beweist: Auch nach Jahrhunderten kann Mozart die Welt noch überraschen.

„Ich versuche, nicht darüber nachzudenken“ – Spielen auf dem teuersten Instrument der Welt
Amihai Grosz

Erster Solobratscher der Berliner Philharmoniker:
„Ich versuche, nicht darüber nachzudenken“ – Spielen auf dem teuersten Instrument der Welt

Heute Abend erklingt beim Konzert der Berliner Philharmonikern das wertvollste Instrument der Welt: die MacDonald-Viola von Stradivari - sie soll für über 23 Millionen Dollar versteigert worden sein. Gespielt wird sie vom ersten Solo-Bratscher Amihai Grosz. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie es sich anfühlt, auf so einer teueren Bratsche zu spielen, ob man nicht ständig in Sorge ist und was den Klang so besonders macht.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national