Ein Schild mit der Aufschrift "End" vor Palmen
Foto von Ana Arantes von Pexels
Ein Schild mit der Aufschrift "End" vor Palmen
Carpe Diem

Es ist Zeit einen Schlusspunkt zu setzen

Mit "Carpe Diem" geben die evangelischen oder katholischen Kirchen immer montags bis samstags einen neuen Denkanstoß für Ihren Tag.

Der Schluss ist oft schwerer als der Anfang

Aller Anfang ist schwer. Nöö, Aufhören ist viel schwerer, sagt der Soziologe und Schriftsteller Harald Welzer. Die Menschheit hat verlernt, einen Schlusspunkt zu setzen, behauptet er in seinem neuen Buch „Nachruf auf mich selbst“. Er beginnt mit einer erschreckenden Gegenüberstellung: Seit 1900 hat sich die Masse der hergestellten Produkte alle 20 Jahre verdoppelt. Immer mehr Asphalt, Häuser, Elektronik und Plastik. Gleichzeitig ist die lebendige Biomasse zurückgegangen. Immer weniger Wald, Pflanzen, Erde und Tiere.  Im letzten Jahr hat zum ersten Mal die tote Masse die lebendige Masse überholt.

"Was bleibt und was kann weg?"

Deshalb plädiert Harald Welzer für eine neue Kultur des Aufhörens. Gleichzeitig weiß er auch: Das ist schwierig. Weil Aufhören immer etwas mit Schluss zu tun hat, mit dem eigenen Ende. Darüber denkt keiner gerne nach. Aber unsere Gesellschaft wird über das Aufhören nachdenken müssen. Was bleibt und was kann weg?  Für das Christentum ist ein Ende nichts Schreckliches. „Ich bin der Anfang und das Ende“, hat Jesus gesagt. Das Ziel ist eine andere Welt, ohne „Höher- Schneller- Weiter“.

Carpe Diem - Gedanken zum Tag hören Sie Montags bis Samstag um 6:10 bei Klassik Radio.

(22.11.2021)