Szene aus der Serie "Faking Hitler": Eine Pressekonferenz
Szene aus der Serie "Faking Hitler": Eine Pressekonferenz
Neuer Sechsteiler "Faking Hitler"

Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu im KR-Interview

Eine Serie erzählt von einem der größten Medienskandale Deutschlands: Im Gespräch mit Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu.

Eine Riesenblamage und ein Medienskandal

Am 25. April 1983 präsentiert das deutsche Magazin STERN der Öffentlichkeit eine Weltsensation: Die privaten Tagebücher von Adolf Hitler. Ein Jahrhundert-Coup! Nur wenige Tage später stellt sich heraus, dass sie gefälscht sind. Für den STERN, der zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Millionen D-Mark für die Tagebücher gezahlt hatte, eine Riesenblamage, die sich zum größten deutschen Medienskandal der Nachkriegszeit ausweitet, ausgelöst durch einen Reporter des STERN und einen Kunstfälscher aus der schwäbischen Provinz.

Zum zweiten Mal adaptiert

Genau von dieser in vielerlei Hinsicht irren Geschichte erzählte Regisseur Helmut Dietl in seiner wunderbaren Satire „Schtonk!“ 1992 – mit Götz George und Uwe Ochsenknecht in den Hauptrollen. Nun dient der Fall als Grundlage für die Serie „Faking Hitler“, die sich Tommy Wosch als Showrunner ausgedacht hat und in der Lars Eidinger den STERN-Reporter Gerd Heidemann und Moritz Bleibtreu den Kunstfälscher Konrad Kujau spielt. Am 30. November ist der Sechsteiler bei RTL+ zu sehen.

Szene aus der Serie "Faking Hitler": Eine Pressekonferenz
RTL Martin Valentin Menke
Szene aus der Serie "Faking Hitler": Eine Pressekonferenz

"Ich habe auch schon andere historische Persönlichkeiten gespielt. Vielleicht noch keinen der noch lebt, aber trotzdem immer Stoffe, die sich an Menschen orientieren, die es tatsächlich gegeben hat."

- Lars Eidinger im Gespräch mit Klassik Radio 

Enge Zusammenarbeit mit Gerd Heidemann

Letztlich ging es Tommy Wosch um die große Frage, wie viel Nationalsozialismus gab es Anfang der 80er in unserer Gesellschaft und was für Rückschlüsse kann man daraus für die heutige Zeit ziehen. Bereits Ende der 90er Jahre hat Wosch den Tagebuch- und Kunstfälscher Konrad Kujau interviewt und etwas näher kennengelernt.

Konrad Kujau ist im Jahr 2000 gestorben; der Stern-Reporter Gerd Heidemann lebt noch, wird Anfang Dezember 90 Jahre alt und hat mit Tommy Wosch für die Serie „Faking Hitler“ zusammengearbeitet.

Ein sympathisches Schlitzohr

„Faking Hitler“ erzählt nicht so grell übertrieben und satirisch wie „Schtonk!“ von Kujaus gefälschten Hitler-Tagebüchern und der Veröffentlichung im „Stern“, aber trotzdem sehr amüsant, was nicht zuletzt auch an Moritz Bleibtreu liegt, der Kujau als sympathisches Schlitzohr mit schwäbischem Dialekt spielt. 

Konrad Kujau (Moritz Bleibtreu) beim Schreiben eines Tagebuchs
RTL Wolfgang Ennenbach
Konrad Kujau (Moritz Bleibtreu) beim Schreiben eines Tagebuchs

"Die Rolle hat mir großen Spaß gemacht [...] Ich glaube, das liegt daran, dass ich ihn mag. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man die Rolle die man spielt auch wirklich mag." 

- Moritz Bleibtreu im Gespräch mit Klassik Radio 

Detailgetreue Gesellschaftskritik

Was die Serie auch thematisiert ist der Umgang mit unserer Geschichte. Und wie sehr die NS-Zeit in den 80er Jahren noch im Alltag der Deutschen präsent war, lässt sich auch an der Figur von Heidemann gut zeigen. Der politische, gesellschaftskritische Blick auf die 80er ist das eine, die unglaublich detaillierte und liebevolle Ausstattung der Serie das andere.

Ein spannendes Interview zur Serie

Unser Film- und Streamingexperte Florian Schmidt hat es sich nicht nehmen lassen, vor der Sendung mit Lars Eidinger, Moritz Bleibtreu und Tommy Wosch zu sprechen. Wie Wosch zu der Serie inspiriert wurde, wie Bleibtreu sich Konrad Kujau genähert hat und inwiefern die Dreharbeiten zu "Faking Hitler" für Lars Eidinger eine Premiere waren, das hören Sie - inklusive spannender Einblicke in die Serie und deren Entstehung - diesen Donnerstag von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr in der Cinema Show. 

(24.11.2021/F. Schmidt & A. Kohler)