Gipfelkreuz vor einem Sonnenaufgang
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Gipfelkreuz vor einem Sonnenaufgang
Carpe Diem

In diesen Zeiten brauchen wir Hoffnung

Mit "Carpe Diem" geben die evangelischen oder katholischen Kirchen immer montags bis samstags einen neuen Denkanstoß für Ihren Tag.

Viel Dunkelheit

Heute ist Karfreitag. Auf der ganzen Welt erinnern Menschen in den Kirchen an Jesu Tod in Jerusalem. Dieser Tod ist schon 2000 Jahre her. Und doch: Karfreitag ist immer noch real. Das Leid und der Tod von Jesus damals, durchleben wir heute wieder und wieder: In der Ukraine, im Jemen oder in den Slums weltweit. Besonders eine Szene hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt: Bei einem Angriff in der Ukraine auf eine Klinik werden eine Mutter und ihr Baby verletzt. Das Kind stirbt, kurz darauf auch die Mutter. „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen“, ruft Jesus verzweifelt, kurz bevor er stirbt. Und genau so schreit es in mir, wenn ich diese ganze Gewalt sehe. Warum lässt Gott das zu?

Hoffnung - trotz allem

Viele glauben daher: Gott kann es gar nicht geben. Manchmal zweifle ich auch, so wie Jesus am Kreuz. Aber dann würden alle Opfer von Gewalt, alle Gequälten und Rechtlosen im Dunkel, im Nichts bleiben. Aber ich hoffe, dass Gott an ihrer Seite ist, sie nicht ins Dunkel fallen lässt. Weil ich an die Auferstehung, an ein Leben nach dem Tod glaube. Aber: Das bedeutet nicht, sich mit Gewalt und Ausbeutung abzufinden. Jesus hat sich gegen Gewalt und Hass gestellt und sich immer wieder für die Armen und Gequälten stark gemacht. Für sie, für jeden von uns ist er auferstanden. Das gibt mir Hoffnung - trotz allem.

Carpe Diem - Gedanken zum Tag hören Sie Montags bis Samstag um 6:10 bei Klassik Radio.

(15.04.2022)