Mit einem Klick: Musiknoten in Braille-Schrift

In aller Welt nutzbar: Mit einem Klick: Musiknoten in Braille-Schrift

Von zuhause aus können blinde Musizierende Musiknoten in Braille-Schrift umwandeln. Und das von der ganzen Welt aus.

Braille-SchriftFoto: [WavebreakmediaMicro]/stock.adobe.com

Umwandlung von zuhause aus

"Über das Programm MakeBraille ist es möglich, dass Nutzer*innen selbstständig Noten in einer Software bei uns hochladen und dann in einer generierten, von uns entwickelten Software, die Noten übertragen werden in einer Datei, die dann zuhause, auf einem Braille-Drucker, den die meisten blinden Menschen haben, ausgedruckt werden kann", erklärt Ronald Krause vom Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen in Leipzig das Prozedere.

Nadeln statt Toner

So ein Braille-Drucker sieht ähnlich aus wie ein "normaler" Drucker: doch anstatt Farbe auf Papier zu drucken, prägen feine Nadeln Punkte in Papier.

Viele blinde Musiker können ihre Stücke auswendig, so wie Andrea Bocelli

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

Braille Noten international zugänglich

Das Beste: nun können nicht nur Menschen in Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern das Programm "MakeBraille" nutzen. Denn anders als bei "normalen" Noten gibt es bei Braille-Noten je nach Sprache auch unterschiedliche Konnotationen. Doch die neue Software schafft es nun, dass Institutionen aus aller Welt Noten hochladen und in der Braille-Schrift ihres jeweiligen Landes umwandeln und an ihre Nutzer weitergeben können.

Doppelter Einsatz für die Musik

Doch wie funktioniert dann das Musizieren? Schließlich muss die Braille-Schrift "ertastet" werden? "Die meisten blinden Musizierenden, egal ob im Profi- oder im Laienbereich werden die Noten erst einmal auswendig lernen, weil sie zum Spielen ihrer Instrumente meistens beide Hände brauchen und nicht parallel mit den Fingern lesen und ein Instrument spielen können", erklärt Ronald Krause. Einzige Ausnahme seien Sänger, die ggf. singen und lesen könnten.

Ein doppelter Einsatz für die Musik also: gut, dass nun zumindest der erste Schritt einfacher gestaltet wird.

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Mit „Amour“ wird sie zur Komponistin ihrer eigenen Gefühle
Esther Abrami sitzt malerisch am KlavierFoto: Sony Music/Fotograf Luc Braquet

Esther Abrami auf der Erfolgswelle:
Mit „Amour“ wird sie zur Komponistin ihrer eigenen Gefühle

Violinistin Esther Abrami hat sich nicht nur in der Musikszene einen Namen gemacht – sie ist auch auf Social Media ein Star mit mehr als 430 Tausend Followern. So bringt sie Klassik auch einem jungen Publikum näher. Nun ist ihr neues Album "Amour" erschienen - mit so vielen eigenen Kompositionen wie nie zuvor. Im exklusiven Klassik Radio Interview erzählt sie, warum der Opus etwas ganz besonderes für sie ist und was es für ein Gefühl ist, eigene Kompositionen zu interpretieren.

Eine Jahrhundertgeschichte auf der großen Leinwand – Klassik Radio lädt Sie zu „Heimsuchung“ ein
HeimsuchungFoto: Arthaus

Eine Jahrhundertgeschichte auf der großen Leinwand – Klassik Radio lädt Sie zu „Heimsuchung“ ein

Volker Schlöndorff erzählt in „Heimsuchung“ von einem Haus am märkischen See und den Menschen, deren Leben von den großen Wendepunkten der deutschen Geschichte geprägt wird. Klassik Radio schenkt Ihnen die Möglichkeit, diesen besonderen Film im Kino zu erleben.

„Ein langes Geständnis meiner Liebe zum Leben“: Yu-Peng Chen über sein erstes Klassikalbum
Komponist Yu-Peng ChenFoto: MOIN墨音

„Ein langes Geständnis meiner Liebe zum Leben“: Yu-Peng Chen über sein erstes Klassikalbum

Vom Komponisten eines Videospiels zum eigenen Klavierkonzert: Yu-Peng Chen hat mit „Genshin Impact“ Millionen erreicht. Jetzt erzählt er auf „The Poem of Life“ seine eigene Geschichte – von Bach als Lehrer, Rachmaninoff als Vorbild und der Angst, Erinnerungen zu verlieren.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national