Als Leonard Bernstein sein Orchester mit den Augenbrauen dirigierte

Als Leonard Bernstein sein Orchester mit den Augenbrauen dirigierte

Die Beziehung eines Dirigenten zu seinem Orchester ist bekanntlich speziell – für das Publikum mag sie gar höchst mysteriös erscheinen. Doch auf was kommt es eigentlich genau an?

Dirigierstab auf NotenFoto: ©[Gabrièle]/stock.adobe.com

Wenn Sie an einen Komponisten denken, gehen Sie vermutlich von einer schick gekleideten Person im Anzug aus, die ihre Arme mit dazugehörigem Taktstock in unterschiedlicher Intensität schwingt. Nicht so Leonard Bernstein. Der US-amerikanische Komponist widerlegte alle Stereotypen und wählte seine ganz eigenen Methoden, um mit seinem Orchester zu kommunizieren: Wie zum Beispiel das Hochziehen seiner Augenbrauen.

So geschehen im Jahre 1984 – beim Livekonzert mit dem Wiener Musikverein, als Bernstein weder Hände noch Taktstock nutzte, um den Wiener Philharmonikern einen bemerkenswerten Auftritt zu entlocken:

Aufgrund Ihrer Consent Einstellungen können Sie dieses YouTube Video nicht sehen.
Einstellungen Ändern

In einer einzigartigen Demonstration konzentriert sich Bernstein – neben dem ein oder anderen Schmunzeln auf der Bühne – lediglich auf seine Stirn, um mit dem Orchester in einen Dialog zu treten und diesem seine Informationen zu Tempo und Dynamik zu vermitteln, wodurch die Streicher-Sequenzen in Haydns Sinfonie 88 eine ganz besondere Note erhielten.

Zwischen seinem Wien Debut im Jahre 1966 und seinem Tode 1990 besuchte Bernstein die Österreichische Hauptstadt regelmäßig und lud zu Livekonzerten ins Konzerthaus oder in den Musikverein im Rahmen seiner jährlichen Europatour ein. Während eines Auftritts an einem Sonntagmorgen 1972 brachte ihn nicht mal ein leichtes Erdbeben in Wien davon ab, seinen Auftritt zu unterbrechen. Während das Publikum durch die Erschütterungen zu den Ausgängen strömte, war Bernstein so sehr auf seine Komposition fokussiert, dass er einfach weiter dirigierte. 

Die beliebtesten Themensender von Klassik Radio:

Sommer Klassik (Aktuelles)
Klassik Radio Plus Sender "Sommer Klassik" mit einem Lavendel-Feld bei Sonnenuntergang.Foto: smallredgirl/stock.adobe.com
Beruhigende Klassik (Aktuelles)
Heißluftballon schwebt über Wolken im Sonnenuntergang, Schriftzug „Beruhigende Klassik“ oben linksFoto: Kien/stock.adobe.com
Klassik Dreams (Aktuelles)
Klassik Dreams Sender mit FederFoto: Grameh/stock.adobe.com, mit KI generiert

Erhalten Sie Informationen aus erster HandBestellen Sie den Klassik Radio Newsletter

* Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis

Neueste Artikel

Sonnenfinsternis am Mittwochabend: Das müssen Sie wissen
SonnenfinsternisFoto: SPB / Pedro Becerra

Sonnenfinsternis am Mittwochabend: Das müssen Sie wissen

Am 12. August lohnt sich der Blick in den Himmel: Eine partielle Sonnenfinsternis sorgt für ein seltenes Schauspiel. Astronom und Planetariumsdirektor Tim Florian Horn von der Stiftung Planetarium Berlin hat uns im Interview mit Klassik Radio Redakteurin Valeska Baader erzählt, wann und wo sich die Finsternis am besten beobachten lässt und worauf es beim Schutz der Augen unbedingt ankommt.

Ab sofort: Noch mehr Musikmomente, auf die Sie sich bei Klassik Radio freuen können
Neue BenchmarksFoto: Klassik Radio AG / generiert mit KI

Ab sofort: Noch mehr Musikmomente, auf die Sie sich bei Klassik Radio freuen können

Neue Radiomomente, vertraute Lieblingsmusik und noch mehr Gelegenheiten zum Genießen: Bei Klassik Radio gibt es einiges Neues zu entdecken. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie sich ab sofort im Programm freuen können.

"Der Klang der Stradivari": Das Geheimnis liegt nicht in den Geigen
Szene Der Klang der StradivariFoto: Les Films Velvet/Baxter Films

Neu im Kino
"Der Klang der Stradivari": Das Geheimnis liegt nicht in den Geigen

Vier weltberühmte Instrumente, vier außergewöhnliche Musiker und ein Konzert, das Musikgeschichte schreiben soll: „Der Klang der Stradivari“ erzählt von der Magie großer Musik, der Kraft des Zusammenspiels und den Herausforderungen, die entstehen, wenn Leidenschaft und Persönlichkeit aufeinandertreffen.

Klassik Radio - Deutschland nationalKlassik Radio - Deutschland national